Reduzierte Vibrationen

Eine einfache, aber wirkungsvolle Technik reduziert Vibrationen von Metabo-Winkelschleifern um bis zu 50 Prozent. Zudem halten die Schleifscheiben deutlich länger.

26. Juli 2013

Immer mehr Handwerker und Industriebetriebe sind sich der gesundheitsschädlichen Wirkung von Hand-Arm-Vibrationen (HAV) bewusst. Bei der Arbeit mit Elektrowerkzeugen entstehen Schwingungen, die über die Hände in die Arme und Schultern des Anwenders geleitet werden. Sie können auf Dauer die Hand- und Ellenbogengelenke schädigen. Bei Maschinen, die mit hoher Drehzahl rotieren oder schlagen, kann zudem die Durchblutung der Hände gestört werden, eine mögliche Folge ist die so genannte Weißfingerkrankheit.

Seit Juli 2005 gilt in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union die Richtlinie 2002/44/EC. Sie definiert die maximale Vibrationsbelastung, der ein Arbeitnehmer täglich ausgesetzt sein darf, anhand zweier Kennwerte: Expositionsgrenzwert und Auslösewert. Übersteigt die tägliche Schwingungsbelastung eines Handwerkers 2,5 m/s² (Auslösewert), muss der Arbeitgeber ein Präven-tionsprogramm starten.

Zur so genannten Risikoanalyse gehört es, die Belastung am Arbeitsplatz zu messen und zu bewerten, vibrationsarme Maschinen und Zubehör wie zum Beispiel vibrationsmindernde Griffsysteme bereitzustellen, Dauer und Intensität der Vibrationen zu begrenzen, Ruhezeiten einzurichten und Trainings zum richtigen Umgang mit Vibrationen anzubieten.

Ist die Tagesschwingungsbelastung höher als 5 m/s² (Expositionsgrenzwert), darf die entsprechende Maschine nur noch einige Stunden am Tag eingesetzt werden. Zum Beispiel dürfen Handwerker mit einem Winkelschleifer, der mit 10 m/s² vibriert, höchstens zwei Stunden täglich arbeiten.

Vibrationen schrittweise reduziert

Metabo hat sich des Problems schon früh angenommen und verschiedene Lösungen zur Prävention von Hand-Arm-Vibrationen entwickelt. Bereits in den sechziger Jahren hat der Hersteller alle rotierenden Teile von Winkelschleifern – Laufrad, Getriebe und Spindel – so ausgewuchtet, dass beim Betrieb der Maschinen möglichst wenige Vibrationen entstehen.

Sehr wirkungsvoll war auch die Einführung des Metabo Vibra Tech (MVT)-Handgriffs im Jahr 2005, der die Belastung für den Anwender erheblich reduzierte. Das technisch Machbare schien damit fast ausgeschöpft. Doch Metabo suchte weiter nach wirksamen Anti-Vibrations-Lösungen. Mit dem Autobalancer-System gelang es schließlich, die Vibrationsbelastung nochmals um bis zu 50 Prozent zu senken.

Einfaches Funktionsprinzip

Der Autobalancer ist eine Art Kugellager, das auf der Antriebswelle des Winkelschleifers sitzt und dort den Stützflansch ersetzt. Im seinem Inneren befinden sich frei bewegliche Stahlkugeln in einem Ölbad. Sie erzeugen je nach Anwendungsfall eine Gegenkraft zu den Unwuchten der Trenn- oder Schruppscheiben. Der überwiegende Teil der Vibrationen entsteht nämlich, weil sich der Massenschwerpunkt der Scheibe bei jeder Umdrehung leicht verlagert.

Die Metallkugeln im Autobalancer reagieren auf diese Verlagerung: Sie verändern ihre Position so, dass sie mit ihrem Gewicht die fehlende Scheibenmasse ausgleichen. Als Folge bleibt der Schwerpunkt des rotierenden Systems immer auf der Drehachse. Diese einfache Konstruktion wirkt Vibrationen dort entge-gen, wo sie entstehen – beim Kontakt der Schleif- oder Trennscheibe mit dem bearbeiteten Material.

Den ganzen Tag einsetzbar

Metabo hat heute eine große Bandbreite vibrationsarmer Winkelschleifer auf dem Markt. Einen Autobalancer haben elf „kleine“ Maschinen mit einer Nennaufnahmeleistung von 1.150 bis 1.450 Watt. Sie verfügen, je nach Modell, über weitere interessante Funktionen wie Scheibenbremse, VTC-Elektronik, „Quick“-Werkzeug-Schnellwechsel oder Totmann-Schalter.

Dazu kommen drei „große“ Winkelschleifer WXLA mit 2.400 beziehungsweise 2.600 Watt Leistungsaufnahme – allesamt mit Langzeitkohlebürsten-System für eine lange Lebensdauer und „Quick“-System für einen raschen, werkzeuglosen Wechsel der Trenn- und Schleifscheiben.

Jedes dieser Modelle unterschreitet den Expositionswert von 5m/s² deutlich. Das heißt: Alle Metabo-Winkelschleifer mit Autobalancer können nach 2002/44/EC unter typischen Einsatzbedingungen den ganzen Tag eingesetzt werden.

Auch Scheiben leben länger

Weil der Autobalancer einen Großteil der Schwingungen schon an der Quelle verhindert, sind nicht nur Anwender, sondern auch Winkelschleifer und Scheiben weniger Vibrationen ausgesetzt. Schleifscheiben halten um bis zu 50 Prozent länger als bei herkömmlichen Winkelschleifern. Wegen der verminderten Belastung für Kugellager, Gehäuse, Elektronik und weitere Komponenten leben auch die Maschinen selbst länger. Für Handwerker zahlt sich der Autobalancer also mehrfach aus: Sie schonen ihre Gesundheit, kommen schneller voran und haben weniger Kosten für Schleifmittel.