Recycling-Erträge statt Entsorgungskosten

Brikettierpresse trennt Schleifschlämme in wiederverwertbare Metalle und Schmiermittel

15. April 2010

Aluminium wird immer teuer, Stahl ebenso. Längst ist in der Metallbearbeitung das Recycling von Produktionsabfällen zum wichtigen Kostenfaktor geworden. Doch während sich Späne leicht wiederverwerten lassen, gelten die bei feiner Zerspanung entstehenden Schleifschlämme nur als Müll. Mit ihrer Entsorgung gehen aber nicht nur Rohstoffe verloren, sondern auch teure Kühlschmierstoffe. Um das zu vermeiden, hat die Rößner Maschinenbau GmbH Brikettierpressen entwickelt, die neben Spänen auch Schlämme zu recycelbaren Blöcken komprimieren. Das ausgepresste Öl lässt sich direkt in den Produktionskreislauf zurückführen. Die Entsorgungskosten entfallen und der Bedarf an neuem Schmiermittel sinkt um über 90 Prozent.

Als ‚gefährliche Abfälle‘ stuft die Abfallverzeichnisverordnung (AVV) ölhaltige Bearbeitungsschlämme aus der Metallindustrie ein. Die fachgerechte Entsorgung ist teuer, je nach Zusammensetzung des Materials rund 130 bis 150 Euro pro Tonne. Hinzu kommt der Verlust an Schmiermittel: Schon bei einer niedrigen Restölmenge von 50 Prozent und 300 Tonnen Abfall pro Jahr schlägt die Neuöl-Beschaffung mit 195.000 Euro zu Buche. Rößner hat sich mit seinen Brikettierpressen auf die Wiederverwertung solcher Schlämme spezialisiert. Der eingebrachte Abfall wird von hydraulischen Pressen hochverdichtet, so dass nur noch fünf bis acht Prozent Restöl enthalten sind. Die herausgepressten Schmiermittel werden unter der Anlage aufgefangen und durch ein Filtersystem geleitet. Anschließend können sie dem Produktionskreislauf direkt wieder zugeführt werden.

Durch dieses Recycling im eigenen Haus wird nicht nur die Reinheit der Öle sichergestellt, sondern auch die des rückgewonnenen Metalls, falls im Betrieb sortenrein zerspant wird. Ist eine eigene Schmelzanlage vorhanden, können die Briketts so direkt mit neuem Material wieder eingeschmolzen werden. Ansonsten lassen sie sich problemlos wie normaler Schrott entsorgen oder unter Umständen sogar noch gewinnbringend an Recycler verkaufen. Entscheidender Kostenfaktor ist beim Brikettieren aber die Einsparung an Kühlschmierstoff: Dank der Rückführung aus der Presse müsste im genannten Beispiel nur für knapp 17.000 Euro Neuöl beschafft werden, allen die Schmiermittelausgaben sänken damit um 178.000 Euro. Die Investitionskosten von circa 150.000 Euro für die Pressanlage amortisieren sich so schon im ersten Jahr.

Die Brikettierpresse ist mit einer speziellen Steuerungstechnik ausgestattet, die ein schnelles Anpassen der Anlage auf das jeweilige Material zulässt. Denn schon Veränderungen der Außentemperatur wirken sich auf die Viskosität der Schlämme und dadurch auf den Durchsatz der Maschine aus. Auch auf Ölgehalt und Zusammensetzung wird jede Presse individuell zugeschnitten. Erstmals vorgestellt wurde die neue Brikettierpresse von Rößner im März auf der Grindtec 2010 in Augsburg.