Rationalisierungspotenziale

Lasertechnik konsequent nutzen

Der Wechsel vom vollen Auftragsbuch zur Kurzarbeit kam im Herbst des vorigen Jahres sehr schnell und überraschend. Für viele Unternehmen stellte sich kurzfristig die Frage, wie Kosten abgebaut werden können, die im Laufe des vorangegangenen Konjunkturzyklus - mehr oder weniger unbemerkt übrigens - entstanden waren. Wenn in der Industrie mit spitzem Bleistift gerechnet werden muß, dann profitieren davon die kleinen, flexiblen Dienstleister.

10. Dezember 2002

Tatsächlich sind die Dienste des Hildener Laserschneid- und Blechbearbeitungsspezialisten Contura heute besonders gefragt. Das Laserschneiden bietet auch heute noch in der Blechbearbeitung ein beachtliches Rationalisierungspotential. Zwar hat sich diese Technik in den letzten Jahren vom zaghaft betretenen Neuland zu einem breit genutzten Verfahren entwickelt, dennoch werden aus der Sicht des Spezialisten noch längst nicht alle Möglichkeiten genutzt.

Im Bewußtsein der Verarbeiter inzwischen fest verankert ist die Möglichkeit, eine kompliziert geformte Laserkontur aus Blechwerkstoffen zu erzeugen, und zwar unabhängig vom Zustand des Materials, kurzfristig und mit größter Präzision. Daß dies die Möglichkeiten dieses Prozesses in der Blechverarbeitung nur unvollkommen beschreibt, soll nachstehend kurz dargelegt und begründet werden.

Im einfachsten Falle wird versucht, eine existierende Konstruktion produktionstechnisch umzustellen, indem beispielsweise die später zu verschweißenden Einzelteile jetzt mit dem Laser ausgeschnitten werden. Aufgabenstellungen dieser Art sind übrigens heute noch eher die Regel als die Ausnahme. Indem der Verarbeiter die nachgeschalteten Arbeitsgänge aus der Betrachtung ausschließt, nutzt er nur einen Bruchteil des Potentials, das diesem Verfahren innewohnt.

Lasergerecht gestalten

Dabei kommt es darauf an, daß das Laserschneiden bereits in die konstruktiven Überlegungen, also im Vorfeld der Produktion, Eingang findet. Es stellt sich vor allem die Frage, ob sich durch eine zweckmäßige Gestaltung des gelaserten Bauteiles nachfolgende Arbeitsgänge einsparen lassen. Das liegt insofern auf der Hand, als verfahrensspezifisch die Schneidkontur in weiten Grenzen frei wählbar und von nicht sehr großem Einfluß auf die Kosten ist. In der Praxis des Laserschneidzentrums zeigt sich immer wieder, welch attraktive Möglichkeiten sich in dieser Hinsicht bieten, vor allem dann wenn ein kombiniertes Laser-Stanz-Zentrum eingesetzt wird. Zum Teil sind die Maßnahmen wenig spektakulär, in vielen Fällen jedoch sehr wirksam. So lassen sich Bohrungen, Senkungen, Durchzüge und andere Elemente mit Sonderwerkzeugen in einer Aufspannung mit einbringen. Durch kombiniertes Laserschneiden und Kanten lassen sich Schweißnähte vermeiden. Wenn geschweißt werden muß, läßt sich mit vorgefertigten Justierhilfen der Zentrieraufwand vermeiden. Zudem lassen sich beschichtete oder mechanisch vorbehandelte Bleche oft ohne Beeinträchtigung der Oberfläche laserschneiden.

Diese und viele andere Maßnahmen können einen Beitrag zur wirtschaftlichen Optimierung von Blechbauteilen leisten. Bei Contura gehört die Beratung hinsichtlich lasergerechten Konstruierens aus diesen Gründen zum selbstverständlichen Service. Durch die enge Zusammenarbeit mit vielen Blechbearbeitern besitzt das Unternehmen auch auf diesem Gebiet ein gewachsenes Know-how.

Der richtige Umgang mit dem Laser erfordert Erfahrung und Kreativität gleichermaßen. Im praktischen Betrieb werden immer wieder neue Aufgaben an den Dienstleister herangetragen. Vor allem die Einführung des Hochdruck-Laserschneidens, das bei Contura von Beginn an eingesetzt wurde, hat den Anwendungs-Spielraum erweitert. Letztlich ergibt sich die Lösung neuer Schneidprobleme aus den bisher gesammelten Erfahrungen. Solche Erfahrungen sind mit Personen verbunden. In der Tat gehört erfahrenes Bedienungspersonal zu den Problemen, die bei der Neueinführung von Lasertechnik in ein Unternehmen am häufigsten unterschätzt werden.

Diese Kompetenz gilt übrigens nicht nur hinsichtlich der Maschineneinstellung, sondern auch bei der Arbeitsorganisation. Laserschneidmaschinen verursachen einen hohen Fixkostenblock und sind deshalb zwingend auf größtmögliche Auslastung sowie hohe Produktivität angewiesen. Die Schneidgeschwindigkeit bietet in dieser Hinsicht wenig Spielraum, da sie eng mit der Qualität der Schneidkante verbunden ist. Um so wichtiger ist, daß die Arbeitsfolge, die Schachtelung und eine Reihe anderer Aspekte so organisiert sind, daß die Neben- und die Störzeiten (zum Beispiel durch hängenbleibende Teile) auf ein Minimum beschränkt bleiben.

Optimale Anlagen, richtige Peripherie

Zum Laserschneiden stehen heute verschiedene Maschinenausführungen zur Verfügung, die sich hinsichtlich Arbeitsbereich, Kinematik, Strahlleistung und in anderen Kriterien unterscheiden. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, kommt es darauf an, daß Maschine und Schneidaufgabe richtig aufeinander abgestimmt sind. Bei wechselndem Schneidprogramm reicht ein Maschinentyp erfahrungsgemäß dazu nicht aus.

Nicht minder wichtig für den wirtschaftlichen Laserschneidbetrieb ist die Peripherie. Dazu gehören vor allem die Programmiersysteme, zunehmend auch die Onlineanbindung an den Kunden. Die Einbindung in den Datenfluß macht den Laser-Partner zu einem Baustein im komplexen Produktions-Netzwerk. Diese Anbindung spart nicht nur administrativen Aufwand, sondern hilft auch, Fehler zu vermeiden.

All die bislang angesprochenen Aspekte legen die Vermutung nahe, daß ein spezialisierter Laserschneid-Dienstleistungsbetrieb mit breiter Erfahrung Vorteile ausspielen kann, die Kosten sparen helfen. Dies deckt sich mit der Erfahrung in vielen anderen Industriezweigen, wo durch Outsourcing erhebliche Einsparungen erzielt werden konnten.

Beim Laserschneiden allerdings kommt noch ein entscheidender Gesichtspunkt hinzu: Wie bereits erwähnt, machen Laserschneidanlagen erhebliche Investitionen erforderlich. Im Betrieb ist nur dann eine befriedigende Wirtschaftlichkeit zu erreichen, wenn die Anlage ununterbrochen arbeiten kann, und zwar im organisatorisch und technisch ausgefeilten Betrieb. Das wiederum setzt ein umfangreiches und nicht sehr stark differierendes Programm voraus, wie es in nur wenigen blechverarbeitenden Betrieben gegeben ist.

Die vielleicht wichtigste Voraussetzung für eine wirtschaftlich optimale Nutzung des Lasers ist dessen Auslastung. An diesem Punkt lassen sich gravierende Fehleinschätzungen beobachten. So investieren Betriebe in eine eigene Laserschneidanlage, obgleich das Auftragsvolumen bis dahin die Anlage bei einem externen Dienstleister noch nicht einmal zu einer halben Schicht ausgelastet hat. Da kann es nicht wundern - auch dies wurde am Markt aufmerksam registriert - daß die neu angeschaffte Anlage mit wachsender Erfahrung immer weniger ausgelastet war und nach einiger Zeit wieder stillgelegt werden mußte. Die externe Bearbeitung erweist sich als kostengünstiger.

Technik konsequent nutzen

Durch konsequente Nutzung der Laserschneidtechnik lassen sich in der Blechverarbeitung auch heute noch bedeutende Rationalisierungseffekte erzielen. Vor allem die indirekten Ersparnisse, zum Beispiel durch lasergerechtes Konstruieren, werden derzeit noch zu wenig beachtet. In dieser Hinsicht leisten spezialisierte und erfahrene Laserschneid-Dienstleistungsunternehmen wertvolle Hilfestellung. Serviceorientierte Dienstleister identifizieren sich heute mit dem Problem des Kunden und suchen mit ihm gemeinsam die wirtschaftlichere Lösung. Die Chancen, eine konventionelle Blechkonstruktion mit Hilfe des Laserschneidens zu optimieren, stehen in aller Regel sehr gut.

Erschienen in Ausgabe: 09/2002