Rasante Kostenbremse

Hohe Verfügbarkeit und kurze Rüstzeiten

Was kostet der Stillstand einer Pressenstraße? Diese Frage kann man kaum exakt beantworten. Wenn man aber die Stundensätze, die leicht zwischen € 200 und € 400 liegen betrachtet, erkennt man bereits die Brisanz, die diesem Thema innewohnt. Verschärft betrachtet werden muß das Thema Anlagenstillstand erst recht dann, wenn es sich um Engpaßmaschinen handelt. Anlagenstillstand führt dann schnell zur Einschränkung der Lieferfähigkeit mit allen bekannten Folgen. Da kommt schnell auch mal der Werksleiter ins Schwitzen.

25. September 2003

Um dies zu vermeiden, unternimmt Arku, Baden-Baden , alles um die Zuverlässigkeit seiner Coil-Anlagen optimal zu gestalten. Bereits bei der Konstruktion der Maschinen werden adäquate Qualitätstechniken wie FMEA& pos;s (Fehler-Möglichkeiten-Einfluß-Analyse) durchgeführt. Alle Maschinen werden soweit wie möglich vor der Auslieferung mit Kundenmaterial getestet und vom Qualitätsmanagement intern abgenommen. Der Praxistest kommt dann allerdings vor Ort mit der Systemintegration.

Die Coil-Anlage stellt oft nur den kleinen Teil der Gesamtinvestition einer Umformanlage dar. Ohne rationelle und zuverlässige Materialzuführung geht die Investitionsrechnung für die Gesamtanlage aber selten auf.

Weniger Zeit, spart mehr Geld

Das nehmen die Kunden zunehmend wahr und setzen verstärkt auf den zertifizierten badischen Maschinenbauer. „Mit unzuverlässigem Equipment kann man am Standort Deutschland kein Geld mehr verdienen“, so ein Preßwerkleiter aus Nordrhein-Westfalen. Zur Reduzierung von Stillstandszeiten tragen auch die Rüstzeiten und vor allem die Coil-Wechselzeiten bei. Je schneller ein Coil verbraucht ist, um so entscheidender wird der Coil-Wechsel. Mit modernen Automatisierungskonzepten wie „CompactFeed“ oder „TwinShuttle“ rückt Arku den Coil-Wechselzeiten zu Leibe. Realistische Coil-Wechselzeiten können heute zwischen zwei und sieben Minuten liegen. Dadurch können Produktivitätssteigerungen von Umformanlagen bis zu 25 Prozent erreicht werden.

Nicht auf Kosten der Verfügbarkeit

Ein höheres Maß an Automatisierung darf allerdings nicht durch eine geringere Verfügbarkeit erkauft werden. Deshalb muß bei Automatisierungslösungen die Prozeßsicherheit im Vordergrund stehen. Statt „Schnick-Schnack“ geht der Trend zu eindeutig nachvollziehbaren Einsparpotentialen. „Jede Automatisierungsoption muß sich innerhalb von zwei Jahren für den Kunden rechnen, dann haben wir unseren Job gut gemacht“, so Arku-Geschäftsführer Albert Reiss. Nur Automatisierungsideen, die diesem Anspruch entsprechen, werden von den Arku-Technikern weiterverfolgt.

Zwei Breitband-Pressenvorschubanlagen, die Arku jüngst in Nordrhein-Westfalen realisiert hat, sind ein gutes Beispiel für sinnvolle Automatisierung. Beim Unternehmen Paul Craemer, Herzebrock, wurde eine neue 20.500 daN-Tandem-Transferpresse mit einer Breitbandpressenvorschubanlage ausgerüstet. Die Anlage wurde für die Verarbeitung von Stahl und Aluminium bis 4,0 mm Dicke und 1.500 mm Bandbreite ausgelegt. Bei dieser Anlage wurde besonderes Augenmerk auf die automatische Bandendeverarbeitung gelegt. Die Pressenstillstandszeit beim Coilwechsel konnte auf drei Minuten gesenkt werden.

Ein weiteres Beispiel ist eine Pressenvorschubanlage in Kurzbauform für eine vorhandene 20.000-daN-Transferpresse bei Benteler Automobiltechnik in Paderborn. Die Vorschubanlage mußte auf einem vorhandenen (engen) Raum untergebracht werden. Dabei wurde die Richtmaschine verschiebbar ausgeführt, um zusätzlich einem Platineneinleger Platz zu machen. Zwei Beispiele für Automatisierungslösungen die sich für den Kunden rechnen. „Wenn die Kunden ihre Anforderungen deutlich beschreiben und der Anlagenbauer richtig zuhört, kommt meistens was Vernünftiges dabei raus. Gute Ideen entstehen heute im Dialog, nicht im stillen Kämmerlein von Erfindern“, so Hans-Peter Pflüger, Leiter des Auftragscenter Pressenvorschubanlagen bei Arku.

Erschienen in Ausgabe: 08/2003