Rasante Entwicklung

Jubiläum/30 Jahre Schunk-Greifer

1983 brachte Schunk den weltweit ersten standardisierten Industriegreifer auf den Markt. Die ›Industriehand‹, so die damalige Bezeichnung, war der Ausgangspunkt für eine rasante Entwicklung bei Greifsystemen, die bis heute anhält.

15. Oktober 2013

Es war Anfang der 80er-Jahre, als Heinz-Dieter Schunk, der geschäftsführende Gesellschafter der Schunk GmbH & Co. KG aus Lauffen am Neckar, eine brillante Idee hatte. Angeregt durch den gerade einsetzenden Boom der Industrierobotik war ihm aufgefallen, wie klobig und schwerfällig die bis dahin stets individuell entwickelten Greifwerkzeuge an Robotern waren. Aufgrund der Pneumatikleitungen wiesen die Module zum Teil extreme Störkonturen auf. Eines war klar: Roboter und andere Handhabungssysteme brauchen Greifer, die kompakter, leichter, präziser und möglichst auch kostengünstiger sind, als alle bis dato existierenden Lösungen. 1983 brachte Schunk den weltweit ersten standardisierten Industriegreifer auf den Markt. Dieser war vergleichsweise leicht und verfügte über integrierte Luftkanäle. Abgestufte Baugrößen ermöglichten Konstrukteuren schon damals eine gezielte Auslegung und damit besonders effiziente Lösungen. Die ›Industriehand‹ von Schunk war der Ausgangspunkt für eine 30-jährige Erfolgsgeschichte. Schunk-Greifer sind bekannt für Präzision, Langlebigkeit und Robustheit.

Vom einfachen Greifer zum intelligenten Hightech-Modul

Immer wieder hat Schunk mit seinem Pioniergeist neue Impulse bei Greifern gesetzt. So gilt die patentierte Vielzahnführung, die Schunk im Jahr 2000 auf den Markt brachte, bis heute als Maßstab in der Greiftechnik. Sie ermöglicht, dass Module, wie der weltweit bekannte Universalgreifer PGN-plus, besonders kompakt bauen und zugleich schnell und präzise arbeiten.

2006 leistete Schunk erneut Pionierarbeit und legte ein Programm für mobile Greifsysteme auf. Neben mechatronischen Schwenkeinheiten und leistungsdichten Leichtbauarmen umfasst es die industrietaugliche ›Schunk Dextrous Hand‹ (SDH), eine feinfühlige Dreifingerhand, die unterschiedlichste Greifszenarien ermöglicht und gut für Anwendungen in der Servicerobotik geeignet ist. Jüngster Spross in diesem Segment ist eine Fünffingerhand, die in Größe, Form und Beweglichkeit verblüffend ihrem menschlichen Vorbild ähnelt.

Auch in der Industrierobotik bahnte Schunk neuartigen Greifern den Weg: 2008 vereint man im Langhub-Elektrogreifer LEG die Zukunftsthe-men Leichtbau, Mechatronik und Modularität.

2011 legt das Unternehmen nach und bringt im Rahmen seiner Initiative ›Mechatronik3‹ ein umfassendes Programm elektrisch angetriebener Module auf den Markt, darunter den leistungsdichten elektrischen Kleinteilegreifer EGP, den adaptierbaren Großhubgreifer EGA und den ›intelligenten‹ und feinfühligen Parallelgreifer WSG. Die jüngste Greifergeneration zeigt, wohin die Reise geht: Moderne Hightech-Komponenten ermöglichen ein hohes Maß an Flexibilität. Mit ein und demselben Modul lassen sich vielfältige Greifszenarien realisieren. Unmittelbar nacheinander und ohne Umrüsten können die leistungsdichten und feinfühligen Module unterschiedlichste Teile handhaben. Bei jedem Griff werden Fingerposition und Greifkraft individuell ans Werkstück angepasst. Die erforderliche Sensorik, Steuer- und Regelungstechnik sowie ein Webbrowser zur Kommunikation mit der übergeordneten Anlage und mit anderen Anlagenkomponenten sind bereits in die Greifer integriert. Über intuitiv bedienbare Programmieroberflächen lassen sich die Module einfach und ohne Installation zusätzlicher Software via Internet in Anlagen einbinden, steuern und warten.

Großes Standardprogramm für Greifsysteme

Vergleicht man die modernen Schunk-Greifer mit der Industriehand von 1983 wird deutlich, welche Entwicklungssprünge die Greiftechnik in den vergangenen 30 Jahren gemacht hat: Aus einfachen mechanischen Komponenten wurden ›intelligente‹, kraftvolle und effiziente Hightech-Module, die flexible und eng miteinander verzahnte Handhabungsprozesse ermöglichen. Mit über 10000 Komponenten bietet Schunk heute das vielleicht weltweit größte Standardprogramm für Greifmodule und ein in seiner Art einzigartiges Modulprogramm für Greifsysteme. Es reicht von Greifern und Drehmodulen über Linearachsen, rasante Pick-&-Place-Einheiten und mobile Greifsysteme bis zu kompaktem Roboterzubehör. Im Laufe der Jahre haben sich viele Schnittmengen zum Spanntechnikprogramm von Schunk ergeben, sodass Anwender mit den Modulen beachtliche Synergien aus beiden Bereichen erschließen können.

Meilensteine

1983 Schunk Industriehand – der erste standardisierte Industriegreifer

2000 PGN-plus – der erste Greifer mit patentierter Vielzahnführung

2006 SDH – industrietaugliche Dreifingerhand für die Servicerobotik

2008 LEG – eine Symbiose aus Leichtbau, Modularität und Mechatronik

2010 MPG-plus – der leistungsstärkste Miniatur-Parallelgreifer

2011 EGP – der leistungsdichteste elektrisch angetriebene Kleinteilegreifer

2012 Fünffingerhand – fast so talentiert wie ihr menschliches Vorbild

2013 CGH – der erste standardisierte Leichtbaugreifer mit CFK-Gehäuse

Erschienen in Ausgabe: 05/2013