Ran an den Grat!

Wirtschaftliche Möglichkeiten bei komplizierten Teilen

Ob Stanz- und Nibbelteile, Brenn-, Laser- und Plasmaschnitte, Tafelblech- der Coil-Bearbeitung - ein Kronacher Hersteller stellt für die verschiedensten Aufgaben in der Blechbearbeitung die notwendigen Schleifmaschinen her. Mit mehreren Baureihen werden sinnvolle und wirtschaftliche Lösungen für die unterschiedlichsten Anforderungen auf dem Gebiet Entgraten und Oberflächenschleifen von Blechen und Blechteilen angeboten.

20. Juni 2002

Wer mehr darüber erfahren möchte, kann auf der Südblech die Hans Weber Maschinenfabrik GmbH aus Kronach auf ihrem Messestand besuchen, denn das Unternehmen hat für die unterschiedlichen Problemstellungen eigene Schleiftechniken und Maschinenkonzepte entwickelt. Das Konzept der Naßschleifmaschinen wurde schon vor einigen Jahren konsequent auf vollständigen Korrossionsschutz umgestellt, da die herkömmlichen Ausführungen im Betrieb schnell und häufig große Probleme verursacht haben. Bekannte systembedingte Schwachstellen, verursacht durch den notwendigen Wasserkreislauf, wurden durch neue konstruktive Lösungen behoben. Dieses Weber-Konzept läuft seit der Einführung erfolgreich und betriebssicher. Das Unternehmen hat zur Bearbeitung und Entgraten dickerer Blechteile das Bolzenschleifbalkensystem entwickelt. Da diese Teile im allgemeinen thermisch getrennt werden, haben sie neben den üblichen Dickentoleranzen auch häufig beachtlichen Verzug. Das patentierte Bolzenschleifbalkensystem löst diese Bearbeitungsaufgabe, da es mehrere Millimeter Unterschied in der Blechstärke ausgleicht und außerdem sekundärgratfrei arbeitet. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Walzenschleifsystemen kann es mehrere Teile gleichzeitig bearbeiten. Der Andruck des Schleifbands erfolgt nachgiebig und elastisch, die Zerspanleistung wird durch einen relativ langen Eingriff des Bandes erreicht. Die sehr hohen Schleifbandstandzeiten und die Möglichkeit, gleichzeitig mehrere Teile mit gleichguter Entgratqualität zu bearbeiten, lassen dieses Weber-System mit höchster Wirtschaftlichkeit arbeiten. Sollen Schnittkanten noch besser gerundet oder auch Außenkanten mit bearbeitet werden, kann eine „Mehrfach-Discstation“ nachgeschaltet werden. Sie arbeitet mit rotierenden Schleifwerkzeugen, die in allen Richtungen gleich gut verrunden. Die dadurch erreichte Entgratqualität bietet dann für eine nachfolgende Lackierung eine optimale Grundlage.

Einsatzfrage

Für die Bearbeitung von Dünnblechen wie Stanz-, Nibbel- und Laserteilen bietet Weber verschiedene Schleiftechniken und Maschinenausführungen an. Da hier heutzutage überwiegend ein Materialmix aus Stahl, Edelstahl und Aluminium geschliffen wird, wird die Naßschleiftechnik eingesetzt. Dadurch wird grundsätzlich eine Brandgefahr durch Aluminiumstaub oder Ablagerungen aus Metallstaub-Stanzölresten vermieden. Zum Schleifen und Entgraten setzt Weber Schleifwalzen, „Discstationen“, „Scotchbrite“-, Stahl-, Anderlon- und Mischbesatzbürsten ein. Einiger dieser Werkzeuge arbeiten nur in Naßschleifmaschinen, andere nur in Trockenschleifmaschinen. Die Entscheidung zwischen Naß- und Trockenschleifen wird darüber hinaus mit von der zu erwartenden Einsatzzeit bestimmt. Da Trockenschleifmaschinen aufgrund der Konzeption in der Anschaffung günstiger sind, wird bei geringen zu erwartenden Maschinenlaufzeiten diese Ausführung häufig bevorzugt.

Serienmäßig korrosionsgeschützt

In der Weber-Naßschleiftechnik wird der Korrosionsschutz serienmäßig durch Feuerverzinken des Ständers und der Bauteile sichergestellt. Türen und Abdeckungen, die mit Wasser in Verbindung kommen, sind aus Edelstahlblech. Lagerstellen sind mit speziellen Dichtungen geschützt. Die Wasserverteilung ist für Servicearbeiten ohne Werkzeug ausbaubar, der Wasserfilter verfügt über ein ausreichend dimensioniertes Volumen und ist zu Wartungszwecken außerhalb der Maschine aufgestellt. Da die Anforderungen an Entgratmaschinen heute universell sind, muß die Lösung ebenfalls universell sein. Weber kombiniert in seinem Baukastensystem meistens eine Schleifwalze zum Vorschliff von großen oder harten Graten, eine „Discstation“ für das allseitige Verrunden der Kanten und eine weitere Walzen- oder „Scotchbrite-Station“ für ein Oberflächen-Finish an Edelstahl- oder Aluminiumteilen.

Gleichbedeutend ist die Bedienung. Maschinen zur Feinblechbearbeitung werden komplett über ein Bedienpult gesteuert. Alle Maschineneinstellungen sind mit Stellantrieben ausgerüstet. Die Einstellwerte können als Programmsätze abgespeichert werden. Dadurch werden Rüstzeiten verringert und Fehleinstellungen vermieden. Trockenschleifmaschinen von Weber werden zum Entgraten mit zwei Schleifwalzen oder mit einer Kombination Schleifwalze und „Spiderdisc“ ausgerüstet. Speziell diese Kombination mit dem „Spiderdisc“ ermöglicht auch das Nacharbeiten von nicht ebenen Teilen.

Neben diesen Baureihen hat das Unternehmen Schleifmaschinen für die Tafelblech- und Coil-Bearbeitung. Diese Maschinen können mit Schleif- und Bürststationen ausgerüstet sein. Die Anordnung der Stationen erfolgt einseitig oder beidseitig. Die Maschinen werden ebenfalls als Trocken- und Naßschleifmaschinen gebaut. Die Anzahl der eingesetzten Schleifwalzen und Bürststationen ist beliebig und richtet sich nach der Aufgabestellung. Die Arbeitsbreite dieser Baureihe reicht bis 3.200 mm.

Erschienen in Ausgabe: 02/2002