Quantensprünge in der Fügetechnik

In Verbindung mit seinem neuen Geräteprogramm zum manuellen und automatisierten Lichtbogenschweißen präsentiert EWM auf der diesjährigen Euroblech mit EWM-activ Arc, -force Arc sowie -cold Arc drei neue innovative Schweißverfahren.

17. November 2006

Diese geben dem MIG/MAG- sowie dem WIG-Schweißen mit Geräten von EWM neue Impulse und entscheidende Vorteile: sowohl wirtschaftlich wie qualitativ. In Fachkreisen werden sie bereits als Quantensprünge in der Fügetechnik angesehen, deren besondere Qualitäten in automatisierten Schweißanlagen eine weitere Steigerung erfahren.

Die Basis für derart zukunftsträchtige Innovationen bildet das perfekte Zusammenspiel neuester digitaler Invertergeräte- und Steuerungstechno­logie, gepaart mit großem verfahrenstechnischen Verständnis. Somit bilden diese neuen Stromquellen auch einen Schwerpunkt der Messepräsentation - zeichnen sie sich doch durch ein grundlegend neues demodulares Gehäusekonzept aus: Stromquelle, Transportwagen und Kühlgerät sind zu einer Einheit verschmolzen. Das vereinfacht den Transport und optimiert die Handhabung. Neue Steuerungen mit intuitiven Bedienungsoberflächen decken die Anforderungen der unterschiedlichsten Zielgruppen in idealer Weise ab. Die optimierte Luftführung sorgt für höhere Kühlleistung, wodurch sich die Einschaltdauer erhöht und zudem die Verschmutzung im Gerät reduziert. Einen weiteren Ausstellungsschwerpunkt legt EWM auf die Präsentation seiner neuen Geräteserien und Komponenten rund um das automatisierte Fügen: Kernstücke sind die digitalen Schweißgeräte »Phoenix« (MIG/MAG) und »Tetrix« (WIG/Plasma DC, AC/DC). Diese zeichnen sich durch einfaches Integrieren in automatisierte Systeme, hohe Funktionalität, hundertprozentig reproduzierbare Schweißergebnisse sowie höchste Wirtschaftlichkeit aus. Zudem bietet das Unternehmen alle Komponenten rund um die Automatisierung aus einer Hand - Kühlsysteme, Drahtvorschübe, Interfaces, etc. Darüber hinaus kann der Anwender auf die kompetente Beratung, Planung und weitere Dienstleistungen wie Schulung, Inbetriebnahme, Service zählen.

Schweißnähte wie aus einem Guß

EWM-»activ Arc« beflügelt manuelles wie automatisier­tes WIG-Schweißen. So steht das »activ Arc«-Verfahren für das neue Zeitalter des Wolfram-Inert-Gas(WIG)-Schweißens mit allen vier Leistungsklassen der neuen volldigitalen demodularen Geräteserien Tetrix AC/DC und Tetrix DC (300 bis 500 Ampere, drei Steuerungsvarianten mit anwendungsorientiertem und intuitivem Bedienungskonzept). Die Vorteile für den Anwender: geringere Produktionskosten, einfache Handhabung und hohe Qualität der Schweißnaht. Letztere reduziert die Nacharbeit entscheidend. Dafür bietet activ Arc die Voraussetzungen: fokussierter Lichtbogen für gezielte und bessere Wärmeeinbringung, tieferen Einbrand und bessere Wurzelerfassung. Daraus resultiert eine sehr schmale Wärmeeinflusszone mit Schweißnähten aus einem Guss und mit geringem Verzug. Der Lichtbogen zündet besser und ist schon bei niedrigen Strömen stabiler. Aspekte, die durchaus auch beim mechanisierten Schweißen für bessere Qualität und höheren Produktausstoß sorgen. Eine weitere Annehmlichkeit beim Schweißen von Hand - kein Festkleben der Wolframelektrode beim Berühren des Schmelzbades (besonders vorteilhaft beim Heften), Wolframeinschlüsse werden vermieden.

Die neue Dimension

Durch die neue volldigitale Geräteserie »Phoenix« (350 bis 520 Ampere) in gleichfalls demodularer Bauform mit ihren anwendungsorientierten Steuerungsvarianten erreicht auch das Metall-Inert-Gas/Metall-Aktiv-Gas(MIG/MAG)-Schweißen eine neue Dimension: Dabei reduziert das »force Arc«-Verfahren die Fertigungszeit um etwa 30 Prozent; hinzu kommen erhebliche Einsparungen für Schutzgas, Zusatzmaterial und Energie. Erste Anwender aus Stahl-, Metall-, Maschinen- und An­lagenbau, Fahrzeug-, Schienenfahrzeug-, Apparate- und Schiffbau berichten von bis zu 50 Prozent Gesamtersparnis beim Fügen von niedrig- und hochlegierten Stählen sowie Aluminium und dessen Legierungen an Blechen ab fünf Millimeter Dicke. Auch bei diesem Verfahren besteht die besondere Ingenieurleistung in der integrierten Entwicklung von moderner Inverter-Stromquelle, digitaler Regelung und Prozesstechnik sowie »getuntem« Verfahren: So bewirkt der eingeschnürte, konzentrierte Lichtbogen mit seinem hohen Druck kleine Wärmeeinflusszonen und wesentlich geringeren Verzug, zudem ausgezeichnete Einbrandeigenschaften ohne die bisher tiefen Einbrandkerben. Die digitale Gerätetechnik mit ihren Schweißprogrammen gibt dem force Arc-Prozess seinen ruhigen, richtungsstabilen und annähernd spritzerfreien Lichtbogen, was reproduzierbare Schweißergebnisse sowohl beim Fügen von Hand als auch mechanisiert gewährleistet.

Produktionshemmnisse beseitigt

Den Grundstein für seinen verfahrenstechnischen Innovationsschub legte das Mündersbacher Traditionsunternehmen mit der Entwicklung der »cold Arc«-Technologie. Realisiert wird dieses wärmereduzierte Fügen in der neuen Geräteserie Phoenix cold Arc durch eine hochdynamische Inverterschaltung in Verbindung mit einer sehr schnellen digitalen Prozessregelung. Dadurch werden die Leistungsspitzen beim zyklischen Wiederzünden des Kurzlichtbogens drastisch vermindert. Dabei besticht das Verfahren mit seinem »kalten« Lichtbogen gleich mehrfach. Es erweitert das Anwendungsspektrum des MIG/MAG-Kurzlichtbogen-Schweißprozesses erheblich: Bei Standard-Anwendungen an niedrig- und hochlegierten Stählen war das Schweißbad bei Blechdicken unter 0,8 Millimetern bisher nur schwer zu beherrschen. Jetzt kann der Anwender mit einer Stromquelle sogar noch Bleche bis hinab zu 0,3 Millimetern Dicke sicher und äußerst spritzerarm fügen. EWM-cold Arc erfüllt selbst Forderungen im Ultraleichtbau. Insbesondere der Fahrzeugbau und dessen Zulieferer profitieren beim Fügen dünnster Bleche aus Stahl, Aluminium, Ma­gnesium und deren Mischverbindungen ab 0,3 Millimeter Stärke. Der Prozess funktioniert ohne aufwändige Drahtzufuhrkomponenten völlig verschleißfrei auf elektronischer Basis. Da EWM-cold Arc auch das wärmereduzierte Löten bei T(Schmelz) 400 °C mit niedrigschmelzenden Zusatzwerkstoffen auf Zink-Basis beherrscht, ermöglicht es auch gegenüber dem CuSi3-MIG-Löten eine erhebliche Reduzierung des Energieeintrages - und damit ein »kaltes« Fügen von verzinkten dünnen Blechen und beseitigt damit ein bislang unüberbrückbares Produktionshemmnis in der Automobilindustrie. Der Vorteil des digital kontrollierten Kurzschlusses ist der nahezu leistungslose Werkstoffübergang mit extrem reduzierter Wärmeeinbringung. Dies wiederum reduziert den Materialverzug und liefert eine äußerst spritzerarme, stetig reproduzierbare Naht, beim manuellen wie beim automa­tisierten Schweißen.

Fortschritt im Detail

Auch von den Neuerungen der stufengeschalteten MIG/MAG-Stromquellen »Saturn« (250 bis 350 Ampere) und »Wega« (350 bis 450 Ampere) wird der Anwender profitieren. Das komplett überarbeitete Gehäusekonzept, sorgt für einfachsten Transport und Handling. Hinzu kommen die Vorzüge der optimierten Luftführung für weniger Verschmutzungen im Gerät, der verbesserten Ergonomie sowie der herausragenden Zünd- und Schweißeigenschaften. Zusätzlich stehen drei Steuerungen zur Wahl. Mit drei vollen Jahren Garantie bürgt das Unternehmen für die Premium-Qualität seiner Produkte.

Erschienen in Ausgabe: 10/2006