ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Qualität verbindet

Qualität verbindet

Schweißen bis 40 Lagen

Windhagen - In selbstfahrenden Kaltfräsen für den Straßenbau vereinen sich Präzision und Robustheit. Denn diese Hochleistungsbaumaschinen müssen alte Straßenbeläge aus Asphalt und Beton exakt wegfräsen - viele Kilometer lang. Hier ist absolute Betriebssicherheit gefragt. Als Weltmarktführer in diesem Segment hat das Unternehmen Wirtgen aus dem rheinland-pfälzischen Windhagen seit Jahren „die Nase vorn“.

24. November 2002

In Sachen Schweißtechnik setzt man seit 1962 auf die Produkte der Carl Cloos Schweißtechnik GmbH aus Haiger. Derzeit sind 160 Schweißstromquellen und 4 Roboteranlagen rund um die Uhr im Einsatz, betreut von der Cloos-Werksvertretung Lixfeld in Siegen.

ANZEIGE

Volle Auftragsbücher bringen es seit Jahren mit sich, daß die Wirtgen-Werkshallen in Windhagen aus allen Nähten platzen und die Erweiterungsplanungen kaum dem rasanten Wachstum nachkommen können. Mit rund 950 Mitarbeitern erreichte das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 240 Mio. €, 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gesamtumsatz der Wirtgen Group, hierzu gehören auch die Joseph Vögele AG (Straßenfertiger) und die Hamm AG (Straßenwalzen), betrug 550 Mio. €. Mit ihren robusten und leistungsstarken Produkten beliefert die Unternehmensgruppe als „Full-Liner“ Baufirmen in aller Welt mit Schlüsseltechnologie rund um den Straßenbau.

Viele Typen und kleine Losgrößen

14 verschiedene Kaltfräsen mit Arbeitsbreiten von 35 bis 220 cm bietet Wirtgen aktuell an. Hinzu kommen verschiedene Kalt- und Heiß-„Recycler“, Bodenstabilisierer, „Surface Miner“ und Gleitschalungsfertiger. Gut 900 Einheiten in Losgrößen von 1 bis 10 Stück verlassen derzeit pro Jahr die Werkshallen. An Automatisierung ist hierbei also kaum zu denken. „Wir haben so viele kundenspezifische Wünsche und Komponenten-Anordnungen zu erfüllen, daß dies nur mit Handarbeit geht“, sagt Jürgen Stopperich, Leiter des Wirtgen-Stahlbaus. „Außerdem verlangen unsere dickwandigen Teile ein hohes Maß an flexibler Fertigungstechnik.“

ANZEIGE

Beispiel hierfür sind die patentierten Fräswalzen, die je nach Größe mit über 1.000 Einzelmeißeln bestückt sein können. Bei Verschleiß lassen sie sich leicht austauschen. Die entsprechenden Werkzeughalter für die wechselbaren Meißel werden auf einer CNC-gesteuerten Heftanlage millimetergenau auf dem Präzisionswalzenrohr positioniert. Je nach Anwendungsfall bietet Wirtgen eine individuelle Anordnung der Meißel. Die waagerechte Positioniereinheit ermöglicht dabei ergonomische Arbeitsabläufe für den Schweißfacharbeiter. Sind die Werkzeughalter Wendel für Wendel exakt geheftet, werden die tonnenschweren Walzen aus der horizontalen Lage senkrecht in Grubenbühnen gestellt, wo spezialisierte Schweißer die Halter endgültig mit dem Walzenrohr verschweißen. Auch hier wird Arbeitsergonomie groß geschrieben. „Mit dieser rechnergesteuerten und flexiblen Arbeitsweise erhalten unsere Kunden auch ausgefallene Spezialwalzen in kürzester Zeit“, erklärt Abteilungsleiter Paul Kremer.

Leichte Bedienbarkeit ist ein Muß

Mit der Zeit habe man alle relevanten Arbeitsplätze mit Drehpositionierern ausgestattet. „Damit können unsere Mitarbeiter selbst tonnenschwere Werkstücke in der bequemen Wannenlage schweißen“, sagt Kremer. Schweißen in Zwangslage gäbe es bei ihnen längst nicht mehr. Die Positionierer bezieht Wirtgen beim Hersteller, die passenden Vorrichtungen entstehen alle im eigenen Haus, um die benötigte Individualität und Präzision sicher zu stellen.

„Genau wie unsere Produkte müssen auch unsere Fertigungsanlagen robust, zuverlässig und langlebig sein“, unterstreicht Jürgen Stopperich. Außerdem sei eine leichte Bedienbarkeit unabdingbar, denn unter seinen 190 Mitarbeitern fänden sich eine Vielzahl von Nationalitäten. Aus gutem Grund setzt Wirtgen in Sachen Schweißtechnik daher ausschließlich auf Cloos-Technik. Das liegt an der hohen technischen Qualität und der Ausgereiftheit der Schweißstromquellen und der dazugehörigen Komponenten wie Drahtvorschubeinheiten und Schweißbrenner. So wundert es nicht, daß bei Wirtgen noch Cloos-Geräte aus den 70er Jahren klaglos ihren Dienst tun.

Die Kehl- und Stumpfnähte der überwiegend dickwandigen Stahlteile aus St37 werden bei Wirtgen fast ausschließlich in MAG-Technik geschweißt. Das verwendete Schutzgas ist ein 82/18-CO2-Argon-Gemisch. Je nach zu füllendem Naht-Volumen der 8 bis 80 mm starken Bleche wird 3- bis 12-lagig geschweißt. Bei einigen Bauelementen, beispielsweise den Führungsrohren der Hubfahrwerke, kommen vergütete Stähle zum Einsatz, und bei wenigen Sonderbauteilen wird sogar bis 40-lagig geschweißt. Verwendet werden dazu rund 170 t Schweißdraht im Jahr in den beiden Durchmessern 0,8 und 1,2 mm. An zwei Arbeitsplätzen werden dünnwandige Teile, wie verschiedenste Rohrleitungen, in WIG-Technik geschweißt.

Auftragsschweißen bis 40 Lagen

Dabei verwendet Wirtgen in der Hauptsache die Cloos-Stufenschaltergeräte GLC 451-C sowie einige rechnergesteuerte Typen GLC 353 MC3 und GLC 553 MC3. „Die 451-C sind einfach unkompliziert in der Bedienung“, weiß Jürgen Stopperich. Auf dem übersichtlichen Bedienfeld lassen sich der Schweißstrom von 40 bis 550 A und Drahtvorschub-Geschwindigkeit einfach regulieren. Maximal 40 Schalterstufen ermöglichen eine flexible Einstellung der Schweißspannung. Der integrierte Zentralanschluss sorgt für einen schnellen Brennerwechsel.

Mit über 50 Speicherplätzen - den so genannten Job-Speichern - für immer wieder benötigte Arbeitsprogramme verfügen die MC3-Geräte über noch mehr Bedienkomfort und Flexibilität. Auch sie liefern bis 550 A Schweißstrom für das Wirtgen-MAG-Schweißen. Der kompakte Aufbau der Cloos-Geräte aus wenigen, hochintegrierten Komponenten führt gleichzeitig zu einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Parameter automatisch berechnen

Über das ergonomisch übersichtliche Bedienfeld lassen sich neben 70 Standardkennlinien für unterschiedliche Gas-Material-Kombinationen zahlreiche Betriebsarten und Parametersätze auf Knopfdruck abrufen. Weitere kundenspezifische Kennlinien können per PC sehr leicht erstellt und auf die MC3 übertragen werden. Nachdem der Schweißer den Schweißstrom, Drahtgeschwindigkeit oder Dicke des zu fügenden Bleches eingestellt hat, berechnet die MC3-Stromquelle automatisch die benötigten Parameter für einen optimalen Schweißprozess. Damit sind auch bei wechselnden Schweißern und unterschiedlichem Schweißgut gleichbleibend hochwertige Ergebnisse garantiert.

Ob dickwandiges Stahlblech, Dünnblech, Edelstahl oder Aluminium - die Cloos-MC3 ist eine universelle Schweißstromquelle für manuelle, mechanische oder Roboter-Schweißungen. Außerdem gehören E-Handschweißen und WIG-Schweißen mit Kontaktzündung zu den Anwendungsfeldern. Die 550 A-Version eignet sich auch zum MAG-Hochleistungsschweißen mit extrem hohen Abschmelzleistungen. Ein luftgekühltes Transistorleistungsteil mit hoher Pulsleistung, eine präzise Regelung sowie ein zuverlässiger, tachogeregelter Drahtantrieb garantieren höchste Lichtbogenqualität über den gesamten Leistungsbereich von 40 bis 550 A.

Neben aller Handarbeit fertigt Wirtgen doch einige Komponenten in so großen Stückzahlen, daß Robotertechnik zum Einsatz kommt. Auf vier Cloos-Romat-Roboteranlagen produziert das Unternehmen etwa Walzenrohre und Radkonsolen bis zu einem Stückgewicht von 1,5 t und maximal 2 m Länge. Hier werden natürlich rechnergesteuerte Quinto-Systeme eingesetzt.

Vor und nach dem Schweißen werden alle Teile gestrahlt. Das verleiht den Wirtgen-Komponenten eine klasse Oberfläche und ist die Basis für eine hochwertige Lackierung. Denn die Wirtgen-Kunden erwarten trotz der hohen Beanspruchung auf den Baustellen der Welt eine langlebige Oberflächenbeschichtung.

Universelle Schweißstromquelle

Die gute Auftragslage bringt es mit sich, daß alle Abteilungen im Zweischichtbetrieb, manche sogar dreischichtig arbeiten. „Hier kommt es auf die Zuverlässigkeit unserer Produktionsmittel an“, betont Abteilungsleiter Paul Kremer.

Zukünftige Zusammenarbeit besiegelt

Und dazu gehöre ein optimaler Service, der auch bei Engpässen und Ausfällen schnell und sachkundig helfen könne. Das garantiere Cloos über seine Werksvertretung Lixfeld in enger Kooperation mit dem Stammhaus in Haiger. Mittlerweile liegen die Pläne zum Erweitern der Fertigung schon in der Schublade - mit Cloos-Schweißtechnik versteht sich.

Die Schweißtechnik wird auch auf der Euroblech in Halle 13, Stand D21, hautnah zu erleben sein.

Erschienen in Ausgabe: 08/2002