Projektzentrum für automobilen Leichtbau eröffnet

Die Fraunhofer-Gesellschaft hat ihr erstes Project Center an der Technischen Universität Opole in Polen eröffnet. Die neue Forschungsplattform bündelt die Expertise des Fraunhofer IWU mit der TU Opole in der Prozessentwicklung für die Produktion hybrider Leichtbaukomponenten.

17. Oktober 2018
Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, bei der Eröffnung des neuen »Fraunhofer Project Center for Advanced Lightweight Technologies« an der Technischen Universität Opole in Polen. (Bild: Fraunhofer IWU)
Bild 1: Projektzentrum für automobilen Leichtbau eröffnet (Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, bei der Eröffnung des neuen »Fraunhofer Project Center for Advanced Lightweight Technologies« an der Technischen Universität Opole in Polen. (Bild: Fraunhofer IWU))

Der Leichtbau stellt eine großte Herausforderungen für die Automobilindustrie dar. Die Entwicklung von Elektro- und Hybridmotoren führt zu einem höheren Gewicht der Fahrzeuge, was durch Leichtbaukomponenten kompensiert werden muss. Durch die Einführung von Leichtbaumaterialien lassen sich Treibstoffverbrauch, CO2-Emissionen und Herstellungskosten entscheidend senken.

Um Autohersteller bei diesen Zielen zu unterstützen, schließen sich die Fraunhofer-Gesellschaft und die Technische Universität im polnischen Opole für ein gemeinsames »Fraunhofer Project Center for Advanced Lightweight Technologies« an der TU Opole zusammen. Das neue Project Center wurde jetzt eröffnet.

Grenzübergreifende Kooperation

Das Project Center konzentriert sich auf die Entwicklung von Produktionsprozessen, Designkonzepten und Kalkulationsstrategien für hybride Leichtbaukomponenten. Darüber hinaus werden die Kompetenzfelder »Modelling and Simulation of Structures and Processes« und »Recycling and Remanufacturing« etabliert. Die Forschungsplattform positioniert sich an der Schnittstelle grenzübergreifender Zusammenarbeit der deutschen Automobil- und Zulieferindustrie mit Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen und Zulieferern aus Polen.

»Fachübergreifende Zusammenarbeit und internationale Kooperation sind die Eckpfeiler der Spitzenforschung«, erläutert Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer. »Deshalb freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit unseren polnischen Partnern. Das Fraunhofer IWU hat Know-how im Leichtbau und im Umgang mit modernen Werkstoffen. Die Forscher der TU Opole bringen ihre spezifischen Stärken ein, beispielsweise bei der Simulation von Verfahrenstechnik und Prozessen.«

Prof. Marek Tukiendorf erklärt: »Die Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft im Rahmen des neuen Project Centers ist für die Technische Universität Opole nicht nur eine außerordentliche Chance für die Zukunft, sondern auch eine besondere Verpflichtung für mich und die akademische Gemeinschaft. Ohne Zweifel ist es ein Meilenstein in der Entwicklung unserer Universität.«

Prof. Lothar Kroll, Managing Director des neuen Fraunhofer Project Center, konkretisiert: »Das ›Fraunhofer Project Center for Advanced Lightweight Technologies‹ verbindet die Grundlagenforschung der TU Opole mit der angewandten Forschung der Fraunhofer-Gesellschaft. Technologiefusionen im Leichtbau beispielsweise ermöglichen das Zusammenführen bisher getrennter Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffe wie Metalle, Kunststoffe und technische Textilien.«

Automobile umweltschonend produzieren

Durch die Forschungs- und Entwicklungsergebnisse des ›Fraunhofer Project Center for Advanced Lightweight Technologies‹ können Leichtbaustrukturen für mobile Anwendungen künftig kostengünstiger, energieeffizienter und umweltschonender produziert werden. Davon profitiert auch die Automobilindustrie. Darüber hinaus können alle Branchen, in denen Leichtbau- und Mehrkomponentenbauweisen vorkommen, die neuen Fertigungstechnologien erproben und von ihnen profitieren.

Deutsch-polnische Zusammenarbeit

Das Projektzentrum ist ein wichtiger Baustein in der Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschland. Gerade in Wissenschaft und Wirtschaft hat sich die Partnerschaft nach dem EU-Beitritt Polens 2004 intensiviert. Die Grenzregionen haben heute ein gut ausgebautes Netz von Technologie-, Innovations- und Forschungszentren.