Profilrollen-König

50 Jahre BBR/Unternehmen

Profilrollen für das Walzprofilieren sind die Spezialität der Hussmann Drehtechnik. Rollen, die für die Bau-, Elektro-, Möbel- und Automobilindustrie sowie für die Medizintechnik Garant für hochwertige Produkte sind.

07. Dezember 2010

Heinrich Hussmann, Gründer des Familienbetriebs Hussmann Drehtechnik, arbeitete ab 1933 als Dreher im Lehrenbau von Union Fahrradteile. Wegen einer Behinderung war er wehruntauglich. In der Kriegszeit wurde sein Arbeitsplatz ausgelagert, sodass er ab Mai 1943 im Auftrag der Union und auf deren Drehmaschine in der Waschküche seines Elternhauses arbeitete. 1945, nach Kriegsende, kaufte er dem Unternehmen die Drehbank ab und machte sich in einer neu errichteten kleinen Werkstatt hinter dem Haus selbstständig.

Die industrielle Umgebung Fröndenbergs war neben der Fahrradteileproduktion einerseits geprägt von unzähligen heimischen Kettenschmieden, die 80 Prozent der deutschen Kettengliederproduktion lieferten, andererseits von der Hohenlimburger Kaltwalzindustrie, die noch heute 70 Prozent aller deutschen Kaltwalzerzeugnisse liefert. Daher wundert es nicht, dass das Unternehmen Hussmann bereits frühzeitig entsprechende Umformwerkzeuge fertigte.

Der Großraum Hohenlimburg/Hagen gilt als die Wiege der deutschen Draht- und Kaltwalzindustrie. Nach dem 2. Weltkrieg wurde ein bereits seit einigen Jahrzehnten bekanntes, aber noch wenig genutztes Walzverfahren in der hiesigen Umgebung industrialisiert: das Walzprofilieren. Das Verfahren war wegen seiner hohen Ausbringungsleistung für die Herstellung von Kaltprofilen schnell etabliert, und im Zuge dessen wuchs der Bedarf an Profilrollen stetig, sodass Hussmann bereits seit Ende der Vierzigerjahre Profilrollen für das Walzprofilieren herstellt und sich auf diesen Bereich spezialisierte.

In den folgenden Jahren wurde kontinuierlich investiert, so dass Anfang der Sechzigerjahre sieben Drehbänke, Säge, Hobelmaschine und vier Schleifböcke auf einer Fläche von 80 qm bei größter Enge aufgestellt waren. Die schweren Hebearbeiten über der Säge wurden mit einem Flaschenzug bewerkstelligt. Der Kundenstamm erweiterte sich immer mehr, sodass ein Betriebsneubau unumgänglich wurde. 1968 bezog Hussmann Drehtechnik eine neue Produktionshalle am heutigen Standort mit einer Größe von 450 qm.

Modernste Technik von Anfang an

In den Achzigerjahren wurde die Technik durch die Integration von Computern in Werkzeugmaschinen revolutioniert; die ersten CNC-Drehmaschinen wurden angeschafft, mit denen es nun möglich war, Radien form- und passgenau in kürzester Zeit zu drehen, wofür früher ein Dreher mit den Handrädern seiner Maschine, einer Feile, Schmirgel und Prüfschablonen viel Zeit benötigte.

Mit dem Einzug der neuen Techniken ging die Firmenführung auf Hermann Hussmann über, dennoch blieb Heinrich Hussmann bis zu seinem Tode 2006 seiner Firma erhalten.

Nach einem Anbau im Jahre 2001 konnte 2008 die Büro-, Produktions-, und Lagerfläche auf dem angrenzenden, neu erworbenen Grundstück auf insgesamt 1800 qm erweitert werden. Hier stehen nun ein Lagerturm für die Bevorratung von 180 t Stahl, modernste Werkzeugmaschinen zur Herstellung von Profilrollen und Messmaschinen für die Qualitätssicherung.

Bereits seit Firmengründung genießt die Ausbildung einen hohen Stellenwert. Von 1950 bis heute haben 35 junge Männer ihre Lehre absolviert, von denen mehrere Kammer- und Landessieger sowie vier Bundessieger hervorgingen.

In nächster Generation ist Christoph Hussmann nach seiner Ausbildung zum Dreher, erfolgreichem Maschinenbaustudium und anschließendem Wirtschaftsingenieurstudium seit 1998 im Familienunternehmen tätig.

Heute hat Hussmann Drehtechnik einen weltweiten Kundenstamm und ist Zulieferer für die Bau-, Elektro-, Möbel- und Automobilindustrie sowie für die Medizintechnik – für alle Bereiche, in denen walzprofiliert wird.

Erschienen in Ausgabe: 06/2010