Produktive Sicherheit

Sicherheitsnormen Müssen Fertigungsprozesse nicht unbedingt bremsen. Alles eine Frage des Antriebes, so ist man beim Rohrbiegemaschinenbauer Mewag überzeugt.

27. Februar 2006

Der Rohrbiegemaschinen-Spezialist Mewag aus Wasen in der Schweiz wurde 1955 gegründet. Von Handbiegeapparaten über Biegewerkzeuge bis zu Sondermaschinen im Rohr- und Profilbiegebereich reicht inzwischen das Produktspek­trum des Unternehmens. Eine weitere Spezialität sind vollelektrische Rohrbiegemaschinen bis 170 Millimeter Durchmesser. Neben Geschäftsführer Urs Kühni arbeiten rund 70 Mit­arbeiter daran, die Rohr- und Profilbiegemaschinen immer effizienter zu gestalten. Zahlreiche Beispiele, von der Doppelkopfbiegemaschine bis zu den vollautomatischen Bearbeitungszentren, unterstreichen den hohen Anspruch an die Produktivität. Zudem hat das Unternehmen die längste Erfahrung auf dem Feld der elektromechanischen Antriebe. Auch die Gesamtprojektierung nimmt eine wichtige Stellung im Unternehmen ein. Hier erhalten die Kunden von der Vision bis zur schlüsselfertigen Anlage Lösungsvorschläge, Konzepterarbeitung, Engineering, Konstruktion, Software, Fertigung, Montage, Inbetriebnahme, Tests und natürlich den Service. Doch nicht nur die Produktivität der Anlagen ist entscheidend. Präzision und Sicherheit sind Faktoren, um effizient produzieren zu können. Neben der Steuerung kommt hier den Antrieben ein besonderer Stellenwert zu.

Sicher ohne Unterbrechung

Weil beim Rohrbiegen einerseits die Maxime ›Effizienzsteigerung‹ heißt, andererseits jedoch technische Abläufe immer komplexer werden, steigt die Bedeutung von Detailüberwachungen sowie der Möglichkeit einer sofortigen, direkten Einflussnahme auf den Biegeprozess. Die Forderung des Praktikers: Der Bediener muss sich zumindest zeitweise im Sicherheitsfeld aufhalten können, ohne dass dadurch der Prozess unterbrochen wird. Solch ein berechtigtes Interesse steht im Widerspruch zur Sicherheit des Bedienpersonals sowie zur zunehmenden „Dichte“ der Sicherheitsnormen.

Ohne Geschwindigkeitsverlust

Der Schweizer Biegemaschinen-Hersteller Mewag (www.mewag.com) hat deshalb nach einer Lösung für den Anwender gesucht, die es einerseits ermöglicht, die Effizienz zu steigern, die Bedienung zu vereinfachen und die Überwachungsmöglichkeiten zu erweitern, die andererseits jedoch die Sicherheit des Bedien­personals gewährleistet und die gesetzlichen Anforderungen wie gefordert einhält. Aufgrund der langen Erfahrung des Herstellers auf dem Feld der elektromechanischen Antriebe ist es ihm nun gelungen, ein bedienerfreundliches, flexibles Sicherheitssystem zu entwickeln. Die neue Generation der Antriebe erfüllt die Anforderungen der Sicherheitsklasse 3 und steht somit in puncto Sicherheit auf der gleichen Stufe wie ein Laserscanner. Die Drehrichtung sowie die Geschwindigkeit werden laufend überprüft und im Notfall stoppen alle Antriebe der Maschine zuverlässig.

Sicherheitsklasse eines Laserscanners

Aufgrund dessen kann sich der Bediener während bestimmter Zeiten des Biegeprozesses im Bereich des überwachten Sicherheitsfeldes aufhalten, zum Beispiel dann, wenn er die Spannvorrichtung nach dem letzten Bogen öffnet. Das war bei konventionellen Überwachungssystemen bisher undenkbar, heißt es bei Mewag. Als weiteren Vorteil der neuen Antriebe nennt der Hersteller ihre Anpassungsfähigkeit an die jeweiligen Kundenanforderungen. So besteht zum Beispiel bei komplexen Anlagen die Möglichkeit, das Sicherheitssystem zusätzlich mit einem Handbediengerät auszurüsten, mit dem sich der Bediener während des gesamten laufenden Biegeprozesses im überwachten Sicherheitsfeld befinden und anhand einer Zustimmtaste direkt auf die Rohrbiegemaschine und an­dere Fertigungseinrichtungen Einfluss nehmen kann. Außerdem lassen sich die Maschinen beliebig mit frei programmierbaren Laserscannern kombinieren.

Verkürzte Zutrittswege

So können mehrere vordefinierte Sicherheitsfelder programmiert und die bisher sicherheitstechnisch notwendigen langen Zutrittswege verkürzt werden. Der Zeitgewinn ist vor allem bei schnellen Taktzeiten und kleinen Biegeteilen enorm, wie man bei Mewag betont. Weil das Sicherheitssystem mit programmierbaren Sicherheitsbausteinen erweitert wer­den kann, lässt sich sogar bei sehr komplexen Ausgangslagen eine optimale Lösung finden, denn die Sicherheitsbausteine können entsprechend der besonderen Kundenanforderungen einzeln angepasst werden. Der Verdrahtungsaufwand ist auch in diesem Fall minimal.

Erschienen in Ausgabe: 02/2006