Produktiver mit Servopresse

Im Rahmen einer umfangreichen Beratung hat Schuler das Presswerk von V-Zug bis ins Detail analysiert. Die Empfehlung zur Steigerung der Produktivität war die Investition in eine 10.000-Kilonewton-Presse mit Twin-Servo-Technik. Ende 2017 folgte die Bestellung von V-Zug über eine Anlage, die Schuler jetzt ausliefert.

17. Juli 2019
Produktiver mit Servopresse
Der Schweizer Hausgerätehersteller V-Zug hat bei Schuler eine Twin-Servo-Presse bestellt. (Bild: Schuler)

Als einen »Meilenstein bezüglich Qualität und Leistung« bezeichnet Roland Häfliger, Projektleiter bei V-Zug, die TST-Pressen: »Sie sind präzise programmierbar, flexibel und effizient. Durch den Servo-Antrieb senken wir den Energieverbrauch und können ressourcenschonend produzieren.« Von der Investition verspricht sich V-Zug, »weiterhin markt- und konkurrenzfähig zu bleiben«.

Der Antrieb von Pressen mit Twin-Servo-Technik erfolgt über zwei voneinander getrennte Torquemotoren im Pressentisch. Die Synchronisierung erfolgt elektronisch und die Anordnung lässt ausreichend Raum für Schrottschächte. Die hohe Kippsteifigkeit in Kombination mit kleiner Auffederung erhöht die Qualität der Bauteile, trägt zur Werkzeugschonung bei und verkürzt die Einarbeitungszeiten für neue Werkzeuge.

Bislang werden alle Blechteile für die Produkte von V-Zug – wie Waschmaschinen, Backöfen und Geschirrspüler – auf hydraulischen Pressen hergestellt. Ziel ist es nun, die Produktion schrittweise auf die Servopresse zu übertragen: »Die Bandzuführung ist so ausgelegt, dass die Anlage Bleche aller Art bearbeiten kann«, erklärt Häfliger, »vom verzinkten Stahlblech bis zur spiegelglatten Chromstahl-Oberfläche.«

Werkzeugwechsel in 15 Minuten

Dank der Beratung durch Schuler reduziert sich auch der Wechsel der bis zu 32 Tonnen schweren und sechs mal zwei Meter großen Werkzeuge, die automatisch aus dem Lager zur Presse gelangen, auf unter 15 Minuten: »Unsere Mitarbeiter werden so geschult, dass jeder Handgriff sitzt«, sagt der Projektleiter. »Das ermöglicht es uns, auch kleine Losgrößen zu produzieren.«

Besonders viel Wert legte V-Zug darauf, dass die Anlagen, in denen rund zehn Kilometer Kabel verlegt sind, auf die Anforderungen der Industrie 4.0 vorbereitet sind. Schuler setzte deshalb nicht nur Bussysteme und dezentrale Installationstechniken nach dem neuesten Stand der Technik ein, sondern auch IO-Link-fähige Sensoren. Das bedeutet, dass die Einstelldaten der Sensoren in der Steuerung programmiert und dadurch austauschbar sind, ohne dass das Servicepersonal sie neu justieren müsste.

Bestimmungsort der Pressen und Hauptsitz des Kunden ist die Stadt Zug in der Schweiz, etwa 20 Kilometer südlich von Zürich gelegen. Weil es auf dem Weg nach Zug viele Baustellen gibt, muss Schuler einige der eingebauten Komponenten wieder demontieren, damit der Schwertransport durch die Straßen passt und die Brücken passieren darf. V-Zug hat beim Bau einer Halle für die erste der beiden Maschinen eine Seitenwand offen gelassen, um die Großteile auf Schienen seitlich hineinfahren zu können. Der Produktionsstart ist für Ende September 2019 geplant.