Presse und Schmiedehammer in einem

Lasco hat ein Maschinenkonzept entwickelt, mit dem Industrieschmieden in der Umstellungsphase auf neue Automobil-Antriebssysteme flexibel reagieren können: Die Multiplexpresse MXP ist Presse und Schmiedehammer zugleich.

09. Oktober 2017
Lasco Umformtechnik stellte auf der EMO die neuentwickelte Multiplexpresse MXP vor. (Bild: Lasco Umformtechnik)
Bild 1: Presse und Schmiedehammer in einem (Lasco Umformtechnik stellte auf der EMO die neuentwickelte Multiplexpresse MXP vor. (Bild: Lasco Umformtechnik))

Die Automobilbaubranche ist hin- und hergerissen zwischen optimalem Leichtbau und vertretbaren Kosten. Die Massivumformer müssen daher neue Wege finden, um die widersprüchlichen Anforderungen höherer Fahrzeugsicherheit bei gleichzeitiger Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs zu erfüllen.

Bauteilkonstruktionen mit hohen Umformkräften

Eine Lösung sind biege- und beulsteife Bauteilkonstruktionen mit partiell ausgeformten Funktionselementen aus Dünn- oder Dickblechen, kalt oder warm umgeformt, die zur Ausformung sehr hohe Umformkräfte erfordern. Das wiederum kann hohe Investitionen mit sich bringen und treibt die Stückkosten in die Höhe.

Lasco Umformtechnik hat dafür die Multiplexpresse MXP entwickelt. Das Maschinensystem vereint das Antriebssystem der kraftgebundenen Hydraulikpresse mit dem des energiegebunden hydraulischen Gesenkschmiedehammers. Der Vorteil: Die Ziehoperationen erfolgen mit den für Hydraulikpressen typischen weichen Bewegungsabläufen und die Endausformung und das Kalibrieren werden bei vorgegebener Energie mit extrem hohen Kräften umgesetzt.

Unabhängige Steuerung

Die Maschine eignet sich bestens für Press- und Biegeoperationen, da sie mit hohen Leerabwärtsgeschwindigkeiten fährt und direkt nach dem Aufsetzen auf das Werkstück mit dem Pressvorgang beginnt. Getrennte Hydraulikkreise für Stößel und Ziehkissen ermöglichen eine unabhängige Steuerung der Bewegungen.

Nach dem Press- und Ziehvorgang wird der Stößel mit einer definierten Energie beaufschlagt, die sich im unteren Totpunkt aufgrund des kurzen Umformwegs in eine sehr hohe Umformkraft übersetzt. Die Steuerung ermöglicht ein bis mehrere frei programmierbare Umformimpulse mit hoher Frequenz, deren jeweilige Energien sich addieren.

Präzise, kombinierte Zieh-Prägeteile

Die daraus resultierende Endkraft zum Ausformen und Kalibrieren erreicht das Vielfache der Nennpresskraft der Maschine, ohne das Maschinengestell zu belasten und auffedern zu lassen. Durch nachgeschaltete inkrementelle Umformimpulse können kombinierte Zieh-Prägeteile mit hoher Genauigkeit hergestellt werden.