Preiserhöhungen konterkarieren Antidumping-Verfahren

Der europäische Stahlmarkt soll durch Einfuhrzölle abgeschottet werden

16. Januar 2008

Am 6. Dezember hat die EU-Kommission die Eröffnung eines Antidumping-Verfahrens gegen die Einfuhr feuerveredelter Bleche und Bänder aus China beschlossen. Verfahren für weitere wichtige Stahlerzeugnisse wie nichtrostende Bleche und Walzdraht werden aller Voraussicht nach in Kürze folgen. Mit dem Unterschied, dass neben China weitere Lieferländer einbezogen werden könnten. Haben die Klagen der europäischen Stahlhersteller Erfolg, könnten Einfuhrzölle auf Stahlerzeugnisse verhängt werden. Die Folge: Stahlimporte würden faktisch verhindert, der Stahl in Deutschland noch einmal deutlich teurer. Die Stahl verarbeitende Industrie im Industrieverband Blechumformung (IBU) bezweifelt, dass die europäische Stahlindustrie durch Einfuhren aus China bislang Schaden erlitten hat. Nach Ansicht des Verbands gibt es im Markt keine entsprechenden feststellbaren Preis- oder Mengen-Effekte. Die Einfuhren aus China sind zwar angestiegen, ihr Anteil am Gesamtmarkt bleibt mit durchschnittlich fünf Prozent aber dennoch sehr gering. Bernhard Jacobs, IBU-Geschäftsführer: „Wir haben es hier mit einem Antidumping-Verfahren zu tun, das sich allein auf mögliche zukünftige Marktveränderungen stützt. Wir sehen zum heutigen Zeitpunkt diese Marktveränderungen nicht. Das Verfahren steht daher nach unserer Ansicht auf tönernen Füßen.“