Preiserhöhung bei Stahlschrauben durch EU-Zölle

Mehrbelastung von jährlich 250 Mio. Euro für die EU-Industrie

15. Dezember 2008

Das Antidumping-Komitee des Rats der Europäischen Union hat gestern die Einführung von Antidumping-Zöllen in Höhe von bis zu 87,3 Prozent auf die Einfuhr chinesischer Stahlschrauben beschlossen. Das Komitee bestätigte damit einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission.

Wie der „Fachverband des Schrauben-Großhandels“ (FDS) heute mitteilte, wird dies zu einem massiven Preisanstieg bei Stahlschrauben innerhalb der EU führen. Zwar werden die Schraubenimporteure die resultierende Preiserhöhung nicht Eins zu Eins weitergeben. Dennoch wird der Preisanstieg bei rund 40 Prozent liegen. Dies entspricht einer Mehrbelastung von rund 250 Mio. Euro pro Jahr für die EU-Industrie. „Dies wird die Position vieler deutscher und europäischer Industrieunternehmen im internationalen Wettbewerb verschlechtern“, betonte FDS-Geschäftsführer Andreas Kammholz. Der Bedarf an Stahlschrauben in der EU ist immens. So verbauen etwa Automobilhersteller in einem durchschnittlichen PKW bis zu 80 kg Stahlschrauben – wobei in diese Zahl noch nicht die Schrauben eingerechnet sind, die von den Zulieferern verwendet wurden. Von dieser Menge sind rund 50 Prozent von den Anti-Dumping-Zöllen betroffen. Weitere Branchen, die infolge der Zölle mit Preiserhöhungen zu rechnen haben, sind der Maschinen- und Anlagenbau, die Bauindustrie und das Handwerk.