Präzision mit 16 Achsen

Präzision bei komplexen Winkeln und Radien ist ein entscheidender Qualitätsfaktor bei der Produktion von Drückteilen. Der Osnabrücker Maschinenbauer Abacus hat seine Premo-Drückmaschinen-Reihe jetzt um die Premo 1200 Gemini (lateinisch Gemini = Zwillinge) erweitert. Sie hat zwei Hauptrevolver, die Ronden bis 1.200 Millimeter Durchmesser gleichzeitig bearbeiten können.

20. Februar 2017
Für Präzision und Effizienz hat der Bediener den Drückprozess bei der neuen Premo 1200 Gemini von Abacus jederzeit unter Kontrolle. Er kann die beiden Hauptrevolver unabhängig voneinander steuern und dank der Bearbeitung über 16 Achsen eine optimale Oberflächenqualität am Drückteil gewährleisten. (Bild: Abacus Maschinenbau GmbH)
Bild 1: Präzision mit 16 Achsen (Für Präzision und Effizienz hat der Bediener den Drückprozess bei der neuen Premo 1200 Gemini von Abacus jederzeit unter Kontrolle. Er kann die beiden Hauptrevolver unabhängig voneinander steuern und dank der Bearbeitung über 16 Achsen eine optimale Oberflächenqualität am Drückteil gewährleisten. (Bild: Abacus Maschinenbau GmbH))

Abacus hat die Drückmaschine so konstruiert, dass sie die Formteile über 16 Achsen bearbeiten kann. „Dadurch erreicht unsere Premo 1200 Gemini eine hohe Flexibilität. Die Hauptrevolver sind unabhängig voneinander frei schwenkbar. So kann der Bediener im fließenden Prozess Abweichungen einfach korrigieren“, erklärt Derk Weber, Geschäftsführer von Abacus Maschinenbau.

Im Ergebnis lässt sich die vorgegebene Form an jedem Werkstück exakt reproduzieren. Eine Grundlage der Premo-Technik besteht in den Servomotoren. Im Vergleich zur üblichen Hydraulik arbeiten sie besonders effizient bei der Umformung jeglicher verformbarer Materialien. Laut Hersteller ermöglicht der Einsatz von Servomotoren Energieeinsparungen bis 50 Prozent.

Geschwindigkeit und Qualität optimiert

„Der stufenlose Drückprozess in einem kontinuierlichen Arbeitsgang ist auch bei der Kombination verschiedener Radien innerhalb eines Werkstücks möglich. Das spart Zeit, Kosten und Aufwand, da kein Werkzeugwechsel vorgenommen werden muss“, so der Maschinenbau-Ingenieur weiter. Mindestens ebenso wichtig wie die Geschwindigkeit in der Fertigung sind nach Meinung von Derk Weber die hohe Qualität der Oberflächen und das Erzeugen präziser Wandstärken.

Das stellt insbesondere dann eine Herausforderung dar, wenn mit dem Nachschub an zu bearbeitenden Ronden ein Chargenwechsel oder eine leicht veränderte Materialqualität verbunden ist. In solchen Fällen ist ein Nachjustieren des Drucks an den Rollen nötig, um erneut identische Radien herzustellen. Die einfache Steuerung der Premo 1200 und ihrer beiden Hauptrevolver löst diese Aufgabe nachhaltig.

Erste Maschine der neuen Baureihe

Die erste Maschine der aktuellen Baureihe wird im März 2017 nach rund einjähriger Entwicklungs- und Umsetzungszeit an einen schwedischen Lohnfertiger ausgeliefert. Im Vorlauf prüfte der Kunde die Angebote verschiedenster Hersteller über mehrere Jahre. Für Abacus entschied sich der Lohnfertiger, weil die Konstrukteure und Programmierer in der Lage sind, eine Anlage zu realisieren, die den individuellen Kundenwünschen entspricht.

Laut Derk Weber gebe es auf dem Markt zwar viele verschiedene Drückmaschinen, die einzelnen Anforderungen gut beherrschen. Doch eine Maschine, die wie die Premo 1200 Gemini sei einzigartig. Vor der Auslieferung der Maschine nach Schweden haben Interessierte die Gelegenheit, das Potenzial der Maschine anhand praktischer Tests in Osnabrück am 23. und 24. März zu erleben. „Wir sind davon überzeugt, mit dieser Drückmaschine unsere Position am Markt zu festigen“, führt Derk Weber aus.

 

Intelligent mit hauseigener Software

Eine wichtige Rolle spielt dabei die inSoftware „Premo Agent“: Mit ihr ist es beispielsweise möglich, zuvor eingegebene und gespeicherte Drückparameter jederzeit aufzurufen und originalgetreu anzuwenden. Ein erneutes Einteachen der Maschine ist hierbei nicht erforderlich.