Präziser als nötig

Technik/Sägen

Beim Schifffahrts- und Speditionskontor Neska GmbH sichern zwei leistungsstarke Bandsägemaschinen von Behringer im Düsseldorfer Hafengebiet die termingerechte Konfektionierung von Waren aus aller Welt.

22. April 2013

Wuchtige Krananlagen löschen die Ladungen von Containerschiffen, die aus aller Herren Länder im Düsseldorfer Hafen einlaufen. Direkt am Rheinufer unterhält die Neska GmbH, Tochtergesellschaft der Imperial Logistics International GmbH und der Häfen und Transport AG (HTAG), auf zirka 54000 Quadratmetern Lagerflächen im Freien und in großen Hallen.

»Für unsere Kunden, etwa aus dem Maschinen- und Anlagenbau und der Automotive-Branche, deponieren wir verschiedenste Güter und schlagen sie um«, erläutert Thomas Küsters, Leiter Umschlag/Lager Stahlprodukte bei der Neska GmbH. Stahlproduzenten und -händler lassen in erster Linie Stahl in allen erdenklichen Längen und Querschnitten über die Neska GmbH zwischenlagern und fertig konfektioniert anliefern. »In Verbindung mit dem Trimodalen Terminal im Düsseldorfer Hafen bieten wir die Möglichkeit, Stahlprodukte unmittelbar nach dem Eingang per Binnenschiff, Container, Waggon oder LKW auf Maß zu sägen. Anschließend gehen die Waren ohne weiteren Transport zum Endkunden«, so Thomas Küsters weiter.

Aufnehmen, trennen, einlagern

Seit September 2011 laufen zwei Geradschnittbandsägemaschinen des süddeutschen Sägemaschinenherstellers Behringer GmbH in eigens dafür gebauten Unterständen auf dem großzügigen Gelände von Neska. »Sie trennen Vollmaterial bis 550 mm und Rohre bis 1000 mm Durchmesser. Die Anlagen sind in unser Lagersystem vollständig integriert«, beschreibt Thomas Küsters. Während die Maschinen selbst überdacht stehen, befinden sich die zu- und abführenden Rollenbahnen im Freien. Ein korrosionsbeständiger Lack schützt sie vor Witterungseinflüssen.

Kräne übernehmen die Produkte ohne zusätzliches Handling beispielsweise direkt aus einem Binnenschiff und legen sie auf die Fördersysteme der Sägen. Nach dem Trennen erfolgt das Einlagern, entweder in spezielle Boxen zum Abtransport, »oder die Güter werden für die kurzfristige Weiterverladung konventionell bereit gestellt«, so der Neska-Abteilungsleiter. An die große Bandsäge HBP800AXL von Behringer sind auf der Zufuhr- und Abfuhrseite jeweils elektrisch angetriebene Rollenbahnen angebracht, um das schwere Rohmaterial sicher transportieren zu können. »Eine automatische Entnahme aus dem Lager ist bei uns nicht notwendig, da wir kleine Losgrößen zwischen einem und zirka 15 Stück trennen. Die Güter werden per Stapler aufgelegt und über die Rollenbahnen in den Sägebereich gefahren«, erklärt Küsters.

Abfuhrseitig ist ein Anschlagplattensystem angebracht, das das Umkippen von kurzen Teilen während des Nachschiebens im Automatikbetrieb verhindert. Bereits vorgesehen sind an der Abfuhrrollenbahn Vorrichtungen zum späteren Anbringen eines Quertransports ins Materiallager. Die zweite automatische Geradschnittbandsäge HBP430A ist für kleinere Durchmesser bis 400 mm angeschafft worden. Sie ist ausgestattet mit zwei Späneförderern und einem Linienlaser zur Abbildung der Schnittstelle auf dem Material. Der Laser bildet die Bezugskante auf dem Material ab. Das erleichtert das Positionieren und Ausrichten der Teile. »Außerdem ist die Anlage mit einem Servovorschub ausgestattet. Durch den gleichmäßigen Vorschub verlängert sich die Standzeit der Sägebänder deutlich«, erklärt Behringer Vertriebsleiter Achim Müller den Nutzen.

»Zurzeit trennen wir mit unseren beiden Bandsägen allerdings hauptsächlich Baustähle der Güten C45 und ST523. Die Maschinen sind jedoch für die Zukunft ausgelegt und wir gehen davon aus, dass künftig noch andere Werkstoffe hinzukommen werden«, gibt Küsters zu bedenken. Verwendet werden augenblicklich Bimetallbänder in den Varianten M42 und M51. »Gekühlt werden sie mit einer Kühl-Schmier-Mittel-Emulsion; damit haben wir im Moment die besten Erfahrungen gemacht«, so Küsters weiter.

Toleranzen mühelos erfüllt

Je nachdem, für welchen Zweck die bearbeiteten Teile später eingesetzt werden, sind ein sauberes Schnittbild und Präzision gefordert. Um auch künftig den Kundenwünschen gerecht werden zu können, hat die Neska GmbH von vornherein in zuverlässige Anlagen investiert. »Wir haben uns die Behringer-Sägemaschinen zuvor bei einem unserer Kunden angeschaut. Zur Zeit erreichen wir auf 100 Millimeter Schnitthöhe eine Genauigkeit von 0,1 Millimetern«, erklärt Thomas Küsters, und ergänzt: »Das ist erheblich präziser als es unsere Kunden größtenteils vorgeben. Die Sägen erfüllen die geforderten Toleranzen mühelos.« Mit der Einrichtung der Sägemaschinen zeigten sich die Verantwortlichen in Düsseldorf zufrieden. »Die Betreuung von der Anlieferung bis zum ersten Probeschnitt war bestens«, so das Credo. Auch die Maschinenführer beherrschen dank ausführlicher Schulungen beim Hersteller in Kirchardt beide Sägen problemlos.

Hintergrund

Das Maschinenbau-Unternehmen Behringer wurde vor über 90 Jahren gegründet und ist einer der international führenden Hersteller von Band-, Bügel- und Kreissägeanlagen sowie Profilbearbeitungsanlagen für den Stahlbau. Mit Tochtergesellschaften und Vertretungen weltweit hat sich Behringer unter anderem einen Namen als verlässlicher Partner mit hoher Beratungskompetenz im Bereich Sonderlösungen erworben.

Erschienen in Ausgabe: 02/2013