Pilotfabrik für Industrie 4.0

Trumpf geht in der praktischen Umsetzung von Industrie 4.0 den nächsten Schritt. Anlässlich der Hausmesse Intech zeigte das Unternehmen eine vernetzte Pilotfabrik. Das Unternehmen hat seine „Produktionseinheit Blech“, die vergleichbar mit einem klassischen Blechfertigungsunternehmen ist, auf digitalisierte Prozessabläufe umgestellt: Hier werden Bausteine aus der Lösungswelt Truconnect und der digitalen Geschäftsplattform Axoom genutzt und weiterentwickelt. So kann ein MES-System Maschinenzustände erfassen, darstellen und auswerten – papierlos, interaktiv und mit stets aktuellen Produktionsmeldungen auf einem mobilen Handheld.

25. April 2016

Als einer der Vorreiter arbeitet Trumpf seit Jahren intensiv an der Realisierung von Industrie 4.0. „Gerade weil das Thema vergleichsweise abstrakt ist, möchten und müssen wir nah an unseren Kunden sein, ihnen Orientierung bieten und die offenen Fragen beantworten. Das erwarten unsere Kunden von uns – und das ist auch unser Anspruch“, unterstreicht Dr. Mathias Kammüller, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen die zentrale Rolle von Industrie 4.0.

„Die Produktionseinheit Blech ist ein konkretes Beispiel dafür, wie Industrie 4.0 funktioniert. Mit derartigen Anwendungsfällen können wir es schaffen, die Produktivität in den nächsten Jahren um 30 Prozent zu steigern“, so Dr. Kammüller weiter.

Trumpf präsentiert auf seiner Hausmesse traditionsgemäß das gesamte Produktportfolio: Neben neuen und bewährten Anlagen für das Schneiden, Schweißen, Biegen und Stanzen stellt das Unternehmen auch sein umgestaltetes Vorführzentrum in Ditzingen vor. Im sogenannten Truconnect-Forum im Eingangsbereich lassen sich je nach Anforderung individuelle Lösungen für die Smart Factorys der Kunden entwickeln.

Arbeit 4.0 erfordert neue Qualifizierungskonzepte

Abgesehen von den technischen Herausforderungen beschäftigt sich Trumpf mit den gesellschaftlichen Auswirkungen, die mit der Digitalisierung der Arbeitswelt einhergehen. „Industrie 4.0 führt zu veränderten Arbeitsaufgaben, die andere Kompetenzen unserer Mitarbeiter bedingen“, sagt Dr. Gerhard Rübling, Arbeitsdirektor und verantwortlich für Vertrieb und Services innerhalb der Gruppengeschäftsführung.

„Diese Kompetenzen müssen auf Grund der Geschwindigkeit der Veränderungen mit modernen Lernformen vermittelt werden. Deshalb erarbeiten wir derzeit ein neues Qualifizierungskonzept für die zunehmend disziplinübergreifenden und prozessorientierten Tätigkeiten unserer Mitarbeiter“, erklärt Dr. Rübling.

Für Trumpf zeichnet sich ab, dass die Arbeitswelt in Zukunft stark durch Mobilität und Agilität der Arbeitnehmer gekennzeichnet sein wird. Das sind auch zentrale Punkte im neuen Bündnis für Arbeit, über das derzeit verhandelt wird. „Wir möchten weg von der starren Wochenarbeitszeit hin zu einer Jahresarbeitszeit“, erklärt Rübling. „Das bietet mehr Flexibilität für das Unternehmen und für die Mitarbeiter.“ So lassen sich Auslastungsspitzen in der Produktion besser abbilden oder längere Freizeitblöcke bilden.

Partnerschaften spielen zentrale Rolle

Wichtig für die Innovationskraft von Trumpf ist die Kollaboration mit Hochschulen und außeruniversitärer Forschung. Dr. Peter Leibinger, stellvertretender Vorsitzender der Unternehmensgruppe und Vorsitzender des Geschäftsbereichs Lasertechnik, betont: „Die Vernetzung von Daten und Dingen kann nur im Zusammenspiel vieler Player gelingen. Die institutionelle Forschung in Projekten mit mehreren Partnern spielt für uns eine zentrale Rolle.“

 

Deswegen engagiert sich Trumpf auch als Partner der Innovationsplattform Code_n, die im September in Karlsruhe ein großes Start-up-Festival veranstalten wird. „Wir wollen uns dort mit anderen Unternehmen und Start-ups aus dem Bereich Photonics 4.0 austauschen und gemeinsam neue Impulse für die Zukunft der Photonik setzen“, führt Dr. Leibinger aus.