PDM für kleinere Unternehmen

Herberger Metallwaren hat ein PDM-System eingeführt, das für kleinere Unternehmen entwickelt wurde. Dazu steht eine zentrale Datenbasis zur Verfügung. Die Konstruktion wird einfacher, die Transparenz ist hoch und der Aufwand für die Implementierung ist gering.

13. Juni 2017
(Bild: DPS Software)
Bild 1: PDM für kleinere Unternehmen ((Bild: DPS Software))

Die 1965 gegründete Herberger Metallwaren beschäftigt rund 40 Mitarbeiter und wird seit 2010 in zweiter Generation geführt. Das Unternehmen fertigt Gehäuse und Schaltschränke in kleinen und mittleren Serien – bis 1.000 Stück pro Jahr – für den Maschinenbau und die Medizintechnik und arbeitet mit hoher Fertigungstiefe.

Die Konstrukteure arbeiten seit vielen Jahren mit Solidworks als 3D-CAD-Plattform. Angesichts der wachsenden Zahl von Projekten sahen sie sich mit einem größer werdenden Datenbestand konfrontiert – und auch mit zahlreichen „Dubletten“ bei der Benennung von Komponenten. So enthielt die Dateiablage mehr als 350 Dateien mit der Bezeichnung „Zuschnitt“, mehr als 280 „Winkel“ und über 230 „Deckel“.

Einheitliche Datenstruktur

Daher kam der Wunsch nach einer einheitlichen Datenstruktur. Geschäftsführer Thomas Herberger erklärt: „Wir wollten ein Produktdatenmanagement (PDM) einführen, das zugleich auch ein einfaches Management von Revisionsständen und für Eigenkonstruktionen die Bereitstellung von Vorlageprojekten ermöglicht.“

Die naheliegendste Lösung – Solidworks PDM Professional – wurde geprüft, aber als zu groß für den konkreten Bedarf bewertet. Besser passte ein Software-Paket, das DPS Software – die Herberger als Solidworks-Partner seit Jahren betreut – auf der Basis von Solidworks PDM Professional entwickelt hat: das MZV-Paket.

Das Kürzel steht für „Modell- und Zeichnungsverwaltung“ und im Kern handelt es sich um ein PDM-System, das DPS für kleinere Betriebe einsatzfähig vorkonfiguriert hat. Somit kann der Anwender dieses System ohne Consulting-Aufwand innerhalb eines Tages einsetzen – inklusive Installation und Anwenderschulung.

Rat bei der Hotline

Nach Anpassung des Workflows ist dieses Ziel erreicht worden. „Wir haben auf Anhieb eine Struktur geschaffen, die in sich konsistent ist und mit der wir gut arbeiten können“, sagt Herberger. Und das ohne große externe Unterstützung: „Ab und zu holen wir uns einen Rat bei der Hotline von DPS, aber mehr Hilfe war und ist nicht erforderlich.“

Jedes Mal, wenn die Konstrukteure jetzt ein Projekt aufrufen, um einen Fertigungsauftrag vorzubereiten oder eine Variante zu konstruieren, wird es so bearbeitet, dass es anschließend in der MZV abgelegt werden kann. So wandern die vereinheitlichten Daten nach und nach in den zentralen Datentresor. Dabei ist ein weiteres Tool hilfreich, das DPS seinen Kunden kostenlos anbietet: Das Table Add-in liest Daten aus dem ERP-System aus und überträgt sie ins PDM-System.

Bei Herberger ist das PDM sowohl mit dem ERP-System als auch mit dem MES verbunden, so dass ein durchgängiger Daten- und Informationsfluss gewährleistet ist. Das erhöht die Transparenz und vereinfacht die Planung und Terminierung bis herab auf die Ebene der Auslastung einzelner Maschinen und das projektübergreifende Zuschneiden von Blechtafeln.

Duplikate vermieden

Ebenfalls vereinfacht wird die Konstruktion neuer Varianten. Herberger: „Man kann in der MZV sehr einfach eine Strukturkopie anlegen. Das ist ein Duplikat des Vorlageprojektes mit neuer Benennung. So kommt der Konstrukteur gar nicht in Versuchung, das Original zu verändern.“

Die Einführung des PDM-Systems hat reibungslos funktioniert und das System ist eine große Erleichterung für die Konstruktion und die Fertigung. Das betrifft auch die Produktlinie, die Herberger kürzlich von einem Kunden übernommen hat: Die flexiblen Halterungen für Computer, Laptops und Tablets in Fahrzeugen sind sehr gefragt.