br: Herr Roggenbuck, mit welchem Ziel hat Amada im Juni die Hausausstellung veranstaltet?Konrad Roggenbuck, Prokurist: Wir wollten ausgewählten Kunden echte, mit Kooperationspartnern bereits verwirklichte Lösungen präsentieren, die sich auch für viele andere Anwender eignen. Es ging also nicht darum, zu zeigen, was sich theoretisch mit unseren Maschinen realisieren lässt. Jede einzelne der fünf auf der Ausstellung vertretenen Firmen präsentierte gemeinsam realisierte Konzepte.

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Wie lautete der rote Faden der ›Amada Cutting World 2007‹, die Sie erstmals veranstaltet haben?

Im Mittelpunkt stand selbstverständlich das Produkt Sägemaschine, deren Automatisierung und Anbindung an andere, nachfolgende Bearbeitungsmaschinen. Das Thema lautete »Sägen, Schneiden, Anarbeiten, Zuführen, Stapeln und Lagern «.

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Was versprechen Sie sich von den Kooperationen?

Dahinter steckt die Erkenntnis, dass ein Einzelkämpfer auf dem Markt nicht unbedingt den gewünschten Erfolg erreicht. Es ergibt also einen Sinn, Synergien zu bündeln. Dazu zählt beispielsweise ein gemeinsamer Messeauftritt. Amada ist zu fairen Kooperationen bereit. Das setzt aber auch ein Vertrauen auf beiden Seiten voraus - etwa im Umgang mit gemeinsamen Kunden.

Wollen Sie die Kooperationen noch weiter ausbauen?

Wir sind da sehr offen. Vielleicht gibt es ja noch potenzielle Partner, die wir noch nicht kennen, die aber gut zu uns passen würden.

Was wäre für Sie interessant?

EDV-Anbieter mit zum Stahlhandel passenden Programmen kämen beispielsweise infrage. Ich könnte mir auch Firmen aus der Entgrattechnik vorstellen.

Gab es auch Kooperationspartner, die Ihrer Einladung nicht gefolgt sind?

Wir sprachen drei weitere Firmen an, die aber noch gezögert haben. Diese Unternehmen kommen vielleicht zur nächsten ›Amada Cutting World‹.

Wen luden Sie zur Ausstellung ein?

Es handelt sich ausschließlich um ausgewählte Firmen des Stahl- und Metallhandels, der Stahlerzeugung sowie aus anderen, ähnlich anspruchsvollen Branchen. Es kamen insgesamt rund 350 Besucher.

Wie geht es weiter?

Denkbar wäre eine Ausstellung bei unserer Niederlassung in Süddeutschland oder auch bei einem Kunden. Die ›Amada Cutting World‹ soll sich zu einer festen Institution entwickeln.

Wie fiel die Resonanz ihrer Besucher aus?

Die Stammkunden waren von der Offenheit überrascht, mit der wir unsere mit den Kooperationspartnern verwirklichten Projekte vorstellten. Es handelt sich dabei um echte Partnerschaften.

Herr Manthey, die gemeinsamen Lösungen mit anderen Maschinenherstellern stehen und fallen ja mit der Verkettung: Handelt es sich um Speziallösungen?

Karl-Heinz Manthey, Niederlasungsleiter : Wir haben uns in vielen Projekten einen Standard wie den Pendelrollgang erarbeitet, auf dem wir Stück für Stück aufbauen. Es handelt sich etwa bei der Hälfte der Projekte um standardisierte Förderlösungen.

Herr Steldermann, nennen Sie als einer der Männer vor Ort einmal ein Praxisbeispiel.

Heribert Steldermann, Vertriebsbeauftragter : Nehmen wir beispielsweise ein Projekt mit der Firma Dornieden aus dem Münsterland, mit der wir eine Modultechnik entwickelt haben. Von uns kommt eine Sägemaschine, zu der Dornieden dann davor wahlweise einen Pendelrollgang beziehungsweise ein Sortiersystem baut. Dann lässt sich die Säge zu einer Anlage verknüpfen.

Wie können derartige Projekte ablaufen?

Stelderman : Ein Kunde kauft eine Säge, die er dann mit Modulen wie dem Pendelrollgang oder einer Absortieranlage erweitert.

Kommen derartige Anlagen als Einzelsysteme in die Fabrik oder lassen sie sich auch mit bereits bestehenden Fertigungslinien verknüpft?

Steldermann : Das hängt immer vom Partner ab: EMAG hat bei den ersten gemeinsamen Projekten beispielsweise für eine Verknüpfung zu bereits bestehenden Bearbeitungszentren gesorgt. Mit der Firma Schubert haben wir eine gemeinsame Lösung für Schmiedebetriebe verwirklicht. Das hängt also immer vom jeweiligen Anwendungsfall ab.

Besteht ein Trend zu diesen Verbundlösungen?

Stelderman : Ja.

Wie lautet eine typische Aufgabenstellung?

Steldermann : Ein Zulieferer, der den Auftrag für ein komplettes Teil erhalten hat, geht zu einem Zulieferer mit der Frage, ob er ihm pro Tag 2.000 gesägte Teile fertig palettiert ans Band liefern kann. Wir verknüpfen dann eine Sägemaschine zum Beispiel mit einem »roTEG«-Palettierroboter.

Roggenbuck: Das Gros unserer Kunden sind Stahl- und Metallhändler, die sich noch nicht in der Verkettung zur Fertigung beispielsweise des Automobilzulieferers befinden. Er muss dann die gesägten Rohlinge so liefern, dass sie sich in den Material- und Informationsfluss seines Kunden problemlos eingliedern lassen. _

Es fragte Nikolaus Fecht

BackgroundAmada Sägetechnik Deutschland

Niederlasung der AMADA Austria GmbH, Haan

Mit einer Erfahrung von mehr als 25 Jahren gilt Haan (bei Düsseldorf) als Stammsitz der Amada Sägetechnik Deutschland als eine der ersten Adressen auf dem Gebiet der Sägetechnik. Die Niederlassung der Amada Austria GmbH im österreichischen Ternitz, dem europäischen Produktionsstandort des weltweit tätigen Amada-Konzerns (6.500 Mitarbeiter, mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz), kümmert sich um die Beratung und den Vertrieb der gesamte Sägetechnik-Produktpalette: Dazu zählen Bandsäge- und Kreissägemaschinen, Bi- und Hartmetall-Sägebänder so wie Kreissägeblätter. www.amada.at

Know-HowIm Profil: Fünf Amada Partner - C.T.S. Srl , Podenzano/Italien _ Sie heißen Lybra, Aries oder Gemini: Wohlklingende Namen zeichnen die Sägemaschinen der italienischen C.T.S. Srl (30 Mitarbeiter) aus, die seit 40 Jahren auf dem Gebiet des Gehrungssägens arbeitet. Als Anbieter von kompletten Rohrsägeanlagen für den Profianwender hat sich das Unternehmen wegen der Robustheit und Zuverlässigkeit der Anlagen einen guten Namen gemacht. www.conni.it

Dornieden GmbH Anlagentechnik , Billerbeck _

Der Traditionsbetrieb aus dem Münsterland hat sich unter der Leitung des Firmengründers Heinz Dornieden stetig weiterentwickelt. Heute beschäftigt der mittelständische Maschinen- und Anlagenbauer 77 Mitarbeiter, davon ist jeder Vierte ein Ingenieur oder Techniker. Dornieden produziert weltweit sowohl für kleine Unternehmen als auch für die Großindustrie. Einige Beispiele: Handlingsysteme für die Handhabung von bis zu 20 Tonnen schweren Blechen bei der Meyer-Werft, ein vollautomatisches Lager für das Bolschoi-Theater in Moskau mit einer Länge von über 150 Metern oder für Agfa Gevaert den größten Röntgen-Film-Nachtrockner der Welt. www.dornieden.de

EMAG-Gruppe, Salach _

Das Unternehmen deckt die gesamte Palette der zerspanenden Metallbearbeitung ab. Von der Bearbeitung von futter- und wellenförmigen bis zu kubischen Teilen bieten die Unternehmen der EMAG Gruppe für alle Kundenanforderungen die optimale Fertigungslösung. Durch die unterschiedlichen Technologieschwerpunkte der Gesellschaften ist EMAG Partner bei der Realisierung kompletter Prozessketten im Bereich Getriebe-, Motoren-, und Fahrwerkskomponentenfertigung. www.emag.de

roTEG Roboter Technologie Gesellschaft mbH, Dortmund _

Das 1993 als beratendes Ingenieurbüro gegründete Unternehmen ist heute mit seinen 25 Mitarbeitern vor allem auf den Gebieten Robotertechnik (Spezialität Palettierverpackungstechnik) und allgemeiner Sondermaschinenbau aktiv. Ein Highlight: Das Palettierrobotersystem Paro und die dazugehörige Greiftechnik bringt die Verkaufs- und Transportpaletten der roTEG-Kunden in die richtige Form. www.roteg.de

Schubert Maschinen und Anlagenbau GmbH, Ennepetal _

Die Mechanische Werkstatt von Reinhard Schubert aus der Nähe von Dortmund (60 Mitarbeiter) beliefert in erster Linie die Schmiedeindustrie mit Schwermaschinen bevorzugt zum Trennen und Kaltscheren des Vorproduktes Stabstahl. Hinzu kommen die Produktion von Schmiedepressen und die Arbeit als verlängerte Werkbank (Zerspanung). www.r-schubert.de