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Offene Industrie-4.0-Lösung

Offene Industrie-4.0-Lösung

Das Industry Business Network 4.0 (IBN 4.0) entwickelt zusammen mit fünf Unternehmen die Vernetzungslösung ›Industry Fusion‹. Beim jährlichen Community Events des Verbands in Bad Wörishofen wurde nun ein Einblick in die ersten Ergebnisse des Projekts gegeben. Gastgeber war Microstep.

06. Januar 2020
Offene Industrie-4.0-Lösung
Rund 80 Maschinenhersteller, Systemintegratoren und Softwareentwickler kamen zum Community Event 2019 am Verbandssitz des Industry Business Network 4.0 nach Bad Wörishofen.
(Bild: Microstep)

»›Industry Fusion‹ ist die erste Open-Source-Lösung, die eine Verknüpfung von Maschine, Fabrik und Cloud-Plattform schafft«, erklärte Dr. Konstantin Kernschmidt, Leiter Forschung und Entwicklung bei Microstep, den rund 80 Teilnehmern des Community Events. An der konkreten Umsetzung werde mit Hochdruck gearbeitet: »Es freut uns sehr, dass mit Intel, Iteratec, Decent, Codecentric und 5e Ecosystems fünf Unternehmen Ressourcen im Bereich Softwareentwicklung bereitstellen«, so Dr. Kernschmidt.

Das Engagement der vergangenen Monate habe sich gelohnt: Die Besuchern konnten live sehen, dass die Basics von Industry Fusion bereits laufen. Die Teilnehmer konnten beim Zuschnitt eines Laserteils per Dashboard nachverfolgen, wie sich die Maschinenzustände der Anlagen änderten: Welchen Stromverbrauch hat die Filteranlage während des Schneidvorgangs? Wie lange benötigt die Laserschneidanlage zur Abarbeitung des aktuellen Auftrags? Welcher Druck liegt an der zentralen Gasversorgung an?

Doch das ist erst der Anfang: Bis zur Hannover Messe im Frühjahr 2020 wollen die Entwicklerteams eine Beta-Version von Industry Fusion präsentieren. Und zur Euroblech im Herbst 2020 wollen sie die Leistungsfähigkeit des Systems einem breiten Publikum live demonstrieren.

Tiefgehende Vorträge

»Wir haben die besten Voraussetzungen, uns in der Vernetzung des Shopfloors durchzusetzen: In Deutschland gibt es eine riesige Entwicklerszene im Bereich Open-Source, kein anderes Land ist im Maschinen- und Anlagenbau so stark aufgestellt und auch beim Thema Business Intelligence hat mit SAP ein deutsches Unternehmen mit die Nase vorne«, betonte Rainer Sträter, Head of Global Plattform Hosting bei 1&1 Ionos. Christian Donitzky, Global Account Executive Energy bei Intel, betonte in seiner Keynote die Notwendigkeit, neue Herausforderungen im Verbund anzugehen: »Darum engagieren wir uns in diesem Projekt.«

Weitere Vorträge lieferten weitere Aspekte, die bei der Vernetzung der Industrie eine Rolle spielen. Möglichkeiten, sich mittels RFID gegen Produktpiraterie im Bereich Ersatz- und Verschleißteile zu wappnen, stellte René Steiner vor, Business Development Manager bei Turck.

Matej Michalko, der Gründer des Unternehmens Decent, verdeutlichte eindrucksvoll, welch zentrale Rolle die Blockchain-Technologie im vernetzten Shopfloor spielen wird. Frank Wagner von Kjellberg verdeutlichte, welch hohen Stellenwert das Thema Digitalisierung bei der Konzeption der neuen Plasmaanlage aus seinem Hause hatte. Wie für innovative Ideen in kurzer Zeit Wagniskapital von Kleinanlegern eingesammelt werden kann, erklärte George Salapa, der Gründer von Bardicredit.

Gemeinsam engagieren

»Das Feedback der Teilnehmer hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind«, freut sich Igor Mikulina, der bei der Mitgliederversammlung des IBN 4.0 am Tag darauf erneut zum Vorsitzenden des Vorstands gewählt wurde. Er appellierte an alle Besucher, sich zu engagieren: »Je mehr sich unserem Verband und unserer Open-Source-Initiative anschließen, desto schneller kommen wir ans Ziel!«