Nur leichter Rückgang

Werkzeugmaschinenbestellungen erstmals seit zwei Jahren rückläufig. Ergebnis 2011 auf Rekordniveau

05. März 2012

Im vierten Quartal 2011 sank der Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie erstmals seit zwei Jahren wieder. Die Bestellungen gingen insgesamt um 4 Prozent zurück. Die Inlandsorders notierten 2 Prozent über Vorjahr, der Auftragseingang aus dem Ausland sank um 7 Prozent.

„Den Rückgang im vierten Quartal hatten wir im Dezember, der nach 25 Monaten erstmals wieder ein Minus aufwies“, erläutert Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken). Der Vergleichsmonat ein Jahr zuvor habe allerdings den höchsten Wert erreicht seit Erhebung der Auftragseingangsstatistik zu Beginn der 60er Jahre.

Insgesamt hat die Nachfrage 2011 um 45 Prozent angezogen. Deutsche Anwender fragten 46 Prozent, ausländische Abnehmer 45 Prozent mehr als im Vorjahr nach.

Die Werkzeugmaschinenproduktion stieg 2011 um ein Drittel. Das ist der höchste Produktionszuwachs, der je erreicht wurde. Die Kapazitäten waren im Jahresdurchschnitt zu 93,8 Prozent ausgelastet. Der Auftragsbestand lag bei 9,3 Monaten.

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse erwartet der VDW für 2012 einen weiteren Produktionsanstieg von 5 Prozent. Unstrittig ist jedoch, dass sich die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie bei allen Kennzahlen auf einem hohen Niveau befindet.

„Allein deshalb wird sich das Wachstum im laufenden Jahr beruhigen“, erwartet Wilfried Schäfer. Insbesondere bei der Nachfrage sei nicht mehr mit weiteren Zuwächsen zu rechnen. Dennoch geht die Branche optimistisch in das laufende Jahr. Niemand erwartet unter derzeit gegebenen Umständen einen Abbruch der internationalen Investitionstätigkeit.