Nichts ist ...

Vor etwa einem Jahr gab das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Sapa im schwedischen Finspång bekannt, dass man mit Hilfe von AP&T-Anlagen ein Verfahren für die Warmumformung von Aluminium entwickeln wolle. Im Umfeld dieses Projektes herrschte höchste Geheimhaltung, so dass keine weiteren Einzelheiten bekannt wurden. Jetzt aber hat man die Tür zum Hot Gas Forming um einem kleinen Spalt geöffnet: Diese Technik macht das Unmögliche möglich.

21. September 2012

„Das von uns entwickelte Verfahren eröffnet vollkommen neue Möglichkeiten zur Herstellung von Aluminiumbauteilen für unterschiedliche Verwendungszwecke in einer Vielzahl von Branchen“, erklärt Conny Falk, Technischer Bereichsleiter bei Sapa Technology.

Bei Zimmertemperatur lässt sich das extrudierte Aluminium etwas schwerer umformen als zur Blechumformung vorgesehener Stahl, aber in warmem Zustand ist es genau umgekehrt. Ein auf die richtige Temperatur erhitztes Aluminiumprofil, das von innen mit Gas unter Druck gesetzt wird, kann im Prinzip beliebig umgeformt werden. Das bedeutet, dass man nicht nur sehr flexibel arbeiten, sondern auch den Prozess mit weniger Bearbeitungsstufen schneller und effektiver gestalten kann. Und genau darum geht es beim Hot Gas Forming (HGF). Dank des neuen Verfahrens können in Zukunft viele gepresste oder gegossene Stahl- und Kunststoffbauteile durch mit Gas umgeformte Aluminiumbauteile ersetzt werden.

Von Möbeln bis zu Autoteilen

„Bauteile für Möbel, Fahrradrahmen, Einrichtungsgegenstände und nicht zuletzt Autos, bei denen das Gewicht eine große Rolle spielt, sind Beispiele für denkbare Einsatzbereiche von HGF“, meint Falk.

Die Produktionskosten von HGF sind erheblich niedriger als z. B. beim Hydroforming, und im Vergleich zum Gußverfahren kann man mit dieser Technik dünnere Produkte mit einer porenfreien Struktur herstellen. Außerdem lässt sich Aluminium viel einfacher schweißen als Gussprodukte.

Serienproduktion im Winter

Gegenwärtig läuft die Testherstellung von Bauteilen bei einem der Kunden von Sapa. Diese Versuche sind bisher genau nach Plan abgelaufen und man hofft, im Winter die Serienproduktion in begrenztem Umfang aufnehmen zu können.

„In einigen Jahren sehen wir ein großes Potential für HGF, womit wir auch Hoffnungen in Bezug auf Umsatzsteigerungen bei unseren Aluminiumprofilen verknüpfen“, erklärt Falk.

Standardmodule für Spezialanforderungen

Eine wichtige Voraussetzung für den Ausbau des Verfahrens ist die von AP&T im April 2011 gelieferte Anlage. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Produktionsanlage auf der Grundlage von Standardmodulen mit Eigenschaften, die an sehr ungewöhnliche Anforderungen angepasst wurden.

„Ausgesprochen hohe Genauigkeit, geringe Toleranzen und eine stabile Umformungssequenz waren wichtige Bestandteile unserer Vorgaben, die von AP&T erfüllt wurden. Die Anlage hat in der gesamten Entwicklungsphase ausgezeichnet funktioniert“, lobt Falk.

Die im Rahmen des Projekts gemachten Erfahrungen sind natürlich ausgesprochen wertvoll für die Zukunft, auch für AP&T. Sobald das Verfahren sich wirtschaftlich durchgesetzt hat, kann AP&T dem neuen Markt seine Anlagen gut vorbereitet anbieten.

„Wir haben immer gesagt, dass wir die Umformung von Blech lieben und dass Blech allen anderen Materialien überlegen ist. Dass wir jetzt daran beteiligt sein dürfen, wenn SAPA die Grenzen des Machbaren neu absteckt, eröffnet uns auch völlig neue Einsatzbereiche“, erklärt Jan Jonasson, Vertriebsbereichsleiter bei AP&T.

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