Nibbler für Faserverbundwerkstoffe

Trumpf hat mit dem Trutool FCN 250 einen Nibbler entwickelt, der als erster seiner Art verschiedene Faserverbundwerkstoffe trennen kann. Damit lassen sich die Vorteile dieses Verfahrens künftig auch in neuen Anwendungsbereichen nutzen.

18. Mai 2018
Das einfach bedienbare Trutool FCN 250 bietet freie Sicht auf die Arbeitsfläche und ermöglicht somit exakte Trennschnitte. (Bild: Trumpf)
Bild 1: Nibbler für Faserverbundwerkstoffe (Das einfach bedienbare Trutool FCN 250 bietet freie Sicht auf die Arbeitsfläche und ermöglicht somit exakte Trennschnitte. (Bild: Trumpf))

Bauteile aus Faserverbundwerkstoff mit 2,5 Millimeter Materialstärke werden in erster Linie mit Sägen, Fräser und Winkelschleifer getrennt. Problem dabei: Es lassen sich kaum saubere Schnittkanten erzeugen. Zudem entstehen beim Einsatz dieser Werkzeuge Rauch und gefährliche Stäube. Mit dem von Trumpf entwickelten Nibbler, der sich zum Trennen dieser Wertstoffe eignet, reduzieren sich diese Emissionen extrem, sodass oft sogar auf eine persönliche Schutzausrüstung verzichtet werden kann.

Trenngerät für CFK, GFK und AFK

Das Trutool FCN 250 trennt carbonfaserverstärkte (CFK), glasfaserverstärkte (GFK) und aramidfaserverstärkte Kunststoffe (AFK). Um das zu ermöglichen, hat Trumpf laut Stefan Anshelm, Leiter Vertrieb Elektrowerkzeuge International, unter anderem die Schneidgeometrie und die Schneidwerkzeuge auf das neue Material hin angepasst. „So ist es uns gelungen, das Nibbeln aus dem Bereich der Metallbearbeitung für Faserverbundwerkstoffe zu adaptieren.“

Die Maschine lässt sich in Branchen einsetzen, in denen Leichtbauteile mit dem zukunftsweisenden Werkstoff hergestellt werden – von der Luft- und Raumfahrt über den Fahrzeug- und Prototypenbau bis zu Herstellern von Sport- und Freizeitgeräten.

Beim Nibbeln handelt es sich um einen kalten Prozess ohne Wärmeeinfluss. Als Werkzeug dienen ein Stempel, der schnell aufeinander folgende Stanzhübe ausführt, und eine Matrize, die diese Kraft aufnimmt. Da das Trutool FCN 250 hochwertige, beschichtete Schneidwerkzeugen im Einsatz hat, erzielt der Anwender eine hohe Schnittkantenqualität und vermeidet eine Delamination (Ablösen von Schichten) oder ein Ausfransen der Schnittkante.

Exakte Trennschnitte

Das einfach zu bedienende Trutool FCN 250 erreicht eine Arbeitsgeschwindigkeit von 1,9 Meter pro Minute. Es bietet freie Sicht auf die Arbeitsfläche und ermöglicht an einem Anriss entlang ebenso exakte Trennschnitte wie an einer Schablone – gerade oder in engen Radien. Zudem lässt sich der Werkzeugträger der Maschine um 360 Grad drehen, was das Arbeiten an schwer zugänglichen Stellen erleichtert.

Als weiteren Vorteil des Trutool FCN 250 bezeichnet Trumpf die hohen Standzeiten der Verbrauchsteile, die dank einer speziellen Beschichtung erreicht werden. Anwender können beispielsweise rund 300 Meter GFK oder CFK mit zwei Millimeter Materialstärke trennen, ehe die Matrize ausgetauscht werden muss.

Einfach und ohne Hilfsmittel

Für den Stempel veranschlagt der Hersteller etwa 150 Meter. Bei dünnerem Material erhöht sich die Standzeit nochmals deutlich. Daher sind die Kosten pro Meter im Vergleich zu anderen Trennverfahren um bis zu 50 Prozent niedriger. Ist ein Stempelwechsel nötig, funktioniert das einfach und ohne Hilfsmittel. Stefan Anshelm ergänzt: „Wie bei unseren Dünnblech-Nibblern lässt sich auch der Stempel bei dem Faserverbundwerkstoff-Nibbler in wenigen Sekunden austauschen.“

Erfahrungen mit unzähligen Nibblern haben zudem gezeigt, dass Anwender mit diesen Werkzeugen lange und ermüdungsfrei arbeiten können. Vor allem der kompakte und ergonomische Aufbau sowie das Arbeiten ohne Vorschubkraft sind hierfür entscheidend. Außerdem haben die Entwickler von Trumpf die Gewichtsverteilung zwischen Getriebekopf und Motor optimal gestaltet, wodurch das Werkzeug gut in der Hand liegt.