Neues B-Säulen-Produktionsverfahren

Mit der Technischen Universität Graz entwickelt das Steyrer Unternehmen Weba ein neuartiges Werkzeugkonzept zur Herstellung von B-Säulen. Das Konzept ermöglicht Gewichtsreduzierungen und mehr Crash-Sicherheit.

12. Juni 2008

Ein neues, revolutionäres Produktionsverfahren für die Autobranche präsentiert weba mit seinem neuartigen Herstellungskonzept für B-Säulen. In einem umfangreichen Forschungsprojekt entwickelte der Spezialist in der Verarbeitung von Ultrahöchstfestmaterial gemeinsam mit der Technischen Universität Graz ein Werkzeug zur Herstellung von B-Säulen. »Durch das neuartige Karosseriekonzept wird das Bauteilgewicht reduziert und die Crash-Sicherheit verbessert«, bestätigt Geschäftsführer und Gründungsmitglied Herbert Danzinger.

Einzigartiges Werkzeugkonzept

Der moderne Karosseriebau verlangt eine Vernetzung von Werkstoff, Konstruktion und Fertigung mit dem Ziel des funktionsoptimierten Leichtbaus. Gemeinsam mit der TU Graz wurde die Entwicklung der B-Säule hinsichtlich Beschaffenheit und Belastbarkeit sukzessive vorangetrieben. Die bisherige Schwachstelle in der Fertigung — Risse im Material — wird durch das einzigartige Werkzeugkonzept zur Materialumformung beseitigt. Die hohen Anforderungen der B-Säule bezüglich Festigkeit und Bruchdehnung werden durch den Einsatz von Bauteilen mit hochfesten Eigenschaften erfüllt. Unterstützt wird dieses Projekt von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Weba hat für dieses Konzept bereits das Patent angemeldet. Als Verbindung zwischen Fahrzeugboden und -dach stabilisiert die B-Säule die Fahrgastzelle gegen vertikale Verformung beim Seitencrash. Ziel der Entwicklung dieses neuen Herstellverfahrens ist eine fehler- und rissfreie sowie form- und maßgerechte Produktion von Bauteilen aus höchstfesten Blechen. Durch den Einsatz von Bauteilen mit hochfesten Eigenschaften werden die speziellen Anforderungen bezüglich Festigkeit, Steifigkeit und Bruchdehnung erfüllt. Neben dem Aspekt der verbesserten Sicherheit stellt für die Automobilindustrie die Kraftstoffersparnis durch die Gewichtsreduktion einen entscheiden den Faktor dar.

Tools, ready to go

Jahrzehntelange Erfahrung in der Automobilindustrie macht weba zum Spezialisten für Warm- und Kaltverformung von höchst- und ultrahöchstfesten Blechen. Das Unternehmen verfügt über Bearbeitungsmaschinen für Zerspanung jeglicher Art. In der Fräsbearbeitung von gehärteten Stählen beweist weba besondere Kompetenz. Kürzeste Durchlaufzeiten in der Herstellung und Reparatur von Werkzeugen gewährleisten höchste Flexibilität. Weba verfügt über ein mobiles Team zur Wartung und Reparatur von Stanz- und Umformwerkzeugen.

Mit der in Slowenien und Serbien tätigen Unior hat das Steyrer Werkzeugbau-Unternehmen weba den idealen Partner für seine Expansionsbestrebungen gefunden. Die Unior-Gruppe bringt ihre Werkzeugbausparte in das mit Jahresbeginn 2008 gegründete Joint Venture ein. Die neu gegründeten Unternehmen weba Maribor und weba Kragujevac tragen zur Erweiterung der logistischen und produktionstechnischen Kapazitäten von weba in Slowenien und Serbien bei. »Damit sind unsere Wachstumspläne hinsichtlich Logistik und Produktionsleistung optimal abgesichert«, bestätigt Herbert Danzinger. »Wir sind für alle Neuprojekte und Kapazitätserweiterungen in den Bereichen Engineering, Zerspanung und Montage gerüstet.« Im Zuge des Joint Ventures ging Anfang 2008 die Übernahme der Aktivitäten der Unior im Bereich Werkzeugbau über die Bühne. Weba hält mit 74 Prozent die Mehrheit der Firmenanteile.

Seit Mai 2007 sind unter dem Dach von Greiner Tool.Tec sechs Bereiche vereint. Die Greiner Extrusion und die Gruber Group bedienen die Profilextrusion gemeinsam mit GPN, dem Hersteller der Extrusionswerkzeuge. Weba ist Spezialist für große Stanz- und Umformwerkzeuge für hochfeste Strukturteile im Automobilbau. Alle Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sind mit dem GCC Greiner Competence Center in einer eigenen Abteilung gebündelt. Die vendor finance rundet als in der Branche einzigartiger Finanzierungsservice das umfassende Angebotsspektrum ab. Als Dachmarke unterstützt Greiner Tool.Tec die einzelnen operativen Tochtergesellschaften vor allem im Strategischen Management, Finanzmanagement, bei Zentralen Diensten sowie im Innovationsmanagement und Identiting.

Erschienen in Ausgabe: 06/2008