Neuer Pfannenofen im Stahlwerk

Nach einer Bauzeit von einem Jahr ist es soweit: Im neuen Pfannenofen von Thyssenkrupp Steel in Duisburg werden die ersten Schmelzen erfolgreich behandelt. Damit ist bei dieser bedeutenden Investition ein zentraler Meilenstein erreicht.

10. Dezember 2018
In den neuen Pfannenofen im Duisburger Stahlwerk investierte Thyssenkrupp 80 Millionen Euro. (Bild: Thyssenkrupp)
Bild 1: Neuer Pfannenofen im Stahlwerk (In den neuen Pfannenofen im Duisburger Stahlwerk investierte Thyssenkrupp 80 Millionen Euro. (Bild: Thyssenkrupp))

Der neue Doppelpfannenofen hat eine Kapazität von 265 Tonnen pro Schmelzvorgang. Er dient dazu, hochlegierte Stahlgüten mit optimierten Reinheitsgraden in hoher Qualität herzustellen. Dr. Arnd Köfler, Produktionsvorstand bei Thyssenkrupp Steel Europe, betont: „Wir schließen mit der neuen Anlage eine Lücke in unserem Produktionsnetzwerk und stellen uns besonders bei Premiumgüten, wie sie für höherfeste und sicherheitsrelevante Bauteile im Auto benötigt werden, deutlich stärker auf.“

Hohe Prozesseffizienz bei geringeren Kosten

Der Pfannenofen wurde im Oxygenstahlwerk 2 von Thyssenkrupp installiert und befindet sich im Produktionsprozess zwischen dem Konverter und der Strangießanlage. Das Aggregat wird im Rahmen der Sekundärmetallurgie zunächst zum Legieren und Aufheizen der Schmelze sowie zur Entschwefelung benötigt.

„Wir haben mit dem Projekt Pfannenofen über diese Kernanforderungen hinaus aber noch mehr erreicht“, erläutert Thorsten Brand, Leiter der Stahlproduktion bei Thyssenkrupp Steel. „Die Anlage trägt auch zur Kostenoptimierung und Steigerung der Prozesseffizienz im gesamten Stahlwerk bei. So können wir künftig die Kosten im Konverterbetrieb senken, indem wir höhere Schrotteinsätze ermöglichen, also den Produktionsprozess kostenorientiert flexibler machen“, resümiert Brand.

Da die Schmelze im Pfannenofen auf- und nachgeheizt werden kann, spart Thyssenkrupp an der Feuerfestauskleidung im Konverter, weil es die Abstichtemperatur senken können. Aus demselben Grund kann auch die Nachblasquote im Konverter verringert werden. „Schließlich werden wir unsere Direktabstichquote steigern können, weil es nun möglich ist, über vernetzte Daten die Schmelzen im Pfannenofen nachzujustieren. In Summe stellt das Projekt eine Fortentwicklung für das ganze Stahlwerk dar“, so Brand.

Erfolgreiche Projektpartnerschaft

Der Auftrag zum Bau des Pfannenofens wurde von Thyssenkrupp an den österreichischen Anlagenbauer Inteco vergeben, der als Generalunternehmer die Anlage schlüsselfertig übergeben wird. Dr. Harald Holzgruber, CEO der Inteco-Gruppe: „Die Anlage ist mit sämtlichen technischen Innovationen ausgestattet. Um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, haben wir den Pfannenofen komplett mit Lärmschutzpaneelen eingehaust.“ In den kommenden Wochen wird der neue Pfannenofen geprüft.