Neue Strategien zum Reibschweißen gesucht

Seit 2011 prämiert die Klaus Raiser GmbH & Co. KG aus Eberdingen im Turnus von zwei Jahren besonders innovative Technologien rund um das Reibschweißverfahren. Auch 2017 soll ein richtungsweisendes Projekt gekürt werden. Der Gewinner erhält eine Urkunde, eine Trophäe sowie ein Preisgeld von 2.000 Euro.

21. Juni 2016

Die anlässlich des 40-jährigen Bestehens ins Leben gerufene Auszeichnung würdigt alle zwei Jahre herausragende Leistungen in der noch wenig beachteten Technologie. Dr. Elmar Raiser, Geschäftsführer der Klaus Raiser GmbH & Co. KG: „Der Preis hat für uns eine große Bedeutung: Es geht darum, die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu diesem Produktionsverfahren nachhaltig zu fördern und somit weitere, oftmals innovative Ansätze auf den Weg zu bringen.“

Bewerbungszeitraum für 2017 läuft

Auch im kommenden Jahr soll eine Arbeit den Preis erhalten. Generell sind dazu Bewerbungen von Nachwuchskräften, aber auch erfahrenen Fachleuten willkommen, die einen fortschrittlichen Beitrag zu Reibschweißprozessen präsentieren wollen. Das können Einzelpersonen, Firmen oder Institutionen sein, die sich mit der zukunftsträchtigen Technik beschäftigen: „Da dort noch längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, bieten sich vielen Interessierten Chancen, dieser Technologie innovative Anstöße zu geben, um etwa Unternehmen zu noch wirtschaftlicherer Fertigung zu verhelfen“, so Dr. Elmar Raiser. Bis zum 31. Oktober 2016 können die Arbeiten bei Raiser eingereicht werden.

Die Forschungsarbeiten werden von einer unabhängigen, fünfköpfigen Fachjury, bestehend aus Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft auf Herz und Nieren geprüft. Dabei kommt es nicht nur auf den rein wissenschaftlichen Gehalt an, sondern auch darauf, inwiefern dieser einen technischen und wirtschaftlichen Fortschritt im Bereich Reibschweißen darstellt. Außerdem spielen Qualitäts-, Umweltschutz- und Arbeitssicherheitsaspekte eine Rolle bei der Beurteilung.

Traditionell werden alle Teilnehmer im Rahmen der Fachtagung „Erfahrungsaustausch Reibschweißen“ an der SLV (Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt) München mit einer Urkunde geehrt, der Sieger bzw. die Siegergruppe erhält zusätzlich eine Trophäe sowie ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro.

Im kommenden Jahr wird der „Raiser-Innovationspreis für Reibschweißen“ zum vierten Mal verliehen. Die Preisträger des Jahres 2011 waren Dr. ir. Koen Faes (Belgian Welding Institute), ir. Dominique Delbaere (DENYS NV, Wondelgem) und Prof. Dr. ir. Patrick De Baets (Laboratory Soete, Genter Universität). Sie erhielten die Auszeichnung für die Entwicklung eines vollautomatischen Schweißverfahrens für Pipelines – genauer einer Variante des Rotationsreibschweißens.

2013 gewann das österreichische Forscherteam, bestehend aus Kemal Mucic und Norbert Enzinger (Institut für Werkstoffkunde und Schweißtechnik, TU Graz) sowie Franz Fuchs (pewag austria GmbH), mit ihrem Beitrag zum Thema „Lineares Reibschweißen von hochfesten Kettengliedern“. Für die Entwicklung des Reibquetschschweißens wurden 2015 Dipl.-Ing. (FH) Florian Besler und Prof. Dr. Ing. Paul Schindele von der Hochschule Kempten mit dem Innovationspreis geehrt.