Neue Stahlsorte soll Treibhausgase einsparen

Das Unternehmen Econsteel hat in einem DBU-Projekt eine neue Stahlsorte entwickelt und will nun ein mechanisches Verfahren zum Härten der Oberfläche erarbeiten. Auf diese Weise könnten knapp 99 Prozent der Treibhausgase im Produktionsprozess eingespart werden.

03. Mai 2018

Mechanisches Verfahren soll Ressourcen schonen

„In dem Vorläufer-Projekt haben wir, auch dank der Förderung der DBU, eine neue Werkstoffklasse von Stahl entwickelt und erprobt, deren Produktion weniger Energie und Rohstoffe benötigt. In dem Folgeprojekt wollen wir jetzt mithilfe eines mechanischen Bearbeitungsverfahrens für diesen Werkstoff noch mehr einsparen“, sagt Econsteel-Geschäftsführer Ralf Schaaf.

Das Unternehmen hat entdeckt, dass sich die Oberfläche der im Vorläufer-Projekt entwickelten Stahlsorte im Unterschied zu herkömmlichen Stählen durch einen rein mechanischen Vorgang – das sogenannte Rollieren – so gut verfestigen lässt, dass dadurch konventionelle Härteverfahren ersetzt werden können.

53.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid weniger möglich

Bisher müssen Stähle unter sehr hohem Energieaufwand in thermischen Verfahren bei hohen Temperaturen bearbeitet werden, um die nötigen Festigkeiten zu erzielen. Weil sie sich aufgrund der Hitze verziehen, müssen die Werkstücke zudem meist aufwendig in Richt- und Schleifprozessen nachbearbeitet werden. Die nachgeschalteten Prozesse und die dabei entstehenden Späne würden beim neuen Verfahren vollständig entfallen, sodass die Ressourceneffizienz gesteigert werde.

Kann das Verfahren erfolgreich umgesetzt werden, könne es in Kombination mit dem neuen Werkstoff aufgrund der breiten Anwendbarkeit in der Industrie rund 53.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr in Deutschland einsparen, das entspricht in etwa dem Ausstoß einer Kleinstadt mit 4.500 Einwohnern.

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