Neue Identität

Industrielles Design zahlt sich aus

Hat man sich die Marktführerschaft zum Ziel gesetzt, reicht es nicht aus, ein technisch überzeugendes Produkt zu haben. Auch das Design spielt bei der Wahl des Kunden eine zunehmend wichtigere Rolle. Diese Erfahrung machte der dänische Maschinenbauer Brio, als man mit dem bisherigen, angestaubten Design aufräumte.

11. Dezember 2002

Die Brio system a/s stellt seit 1982 modulare Maschinenkomponentensysteme und Endenbearbeitungsmaschinen zur Bearbeitung von Rohren, Achsen und Wellen her. Seit der Firmengründung lag das Hauptaugenmerk auf der Herstellung von technisch hochwertigen Produkten, die ihren Dienst zuverlässig versehen. Vor einiger Zeit erkannte man jedoch, daß die Maschinenserie einer kompletten Überarbeitung bedurfte, um den zukünftigen Anforderungen an Ergonomie, Sicherheit und Flexibilität gerecht zu werden.

„Unsere Maschinen waren sowohl technisch als auch optisch leicht in Rückstand geraten“, berichtet Leif Pallesen, Geschäftsführer und Eigentümer der Firma. „Wir hatten das klare Ziel, dass unsere Maschinen in technischer Hinsicht das beste sein sollten, was im Bereich Endenbearbeitung angeboten wurde. Gleichzeitig erkannten wir, daß das Design eines Produktes mit seiner Leistungsfähigkeit und Innovation assoziiert wird. Heute reicht es nicht mehr aus, dass eine Maschine klaglos funktioniert, sie muß auch im Hinblick auf Ergonomie und Design zur Spitze zählen.“ Brio löste diese Aufgabenstellung mit Design/Nord, einem Unternehmen, das gute Branchenkenntnis und zahlreiche Erfolge vorweisen konnte. „Unsere Branche ist recht konservativ, besonders was Designfragen angeht. Design wird oft als Nebensächlichkeit betrachtet, die keinen Einfluß auf Kosten und Erträge hat. Daher war die Herausforderung groß.“

Klare Kommunikation

Anfänglich nahm Brio system a/s Kontakt zum Dänischen Design Center (DDC) auf. In enger Zusammenarbeit mit dem DDC wurde ein Projekt gestartet und eine Aufgabenstellung entwickelt, die auf dem Geschäftsplan von Brio basierte. Senior Designer Tonny Rosengren Danielsen vom DDC erklärt: „Bevor man mit der eigentlichen Designarbeit beginnt, ist es wichtig, herauszufinden, welche Werte und welche Botschaft kommuniziert werden sollen. Diese sind nämlich das Fundament jedes Designs und sichern gleichzeitig, das es zu einem Zusammenhang in den Signalen kommt, die ein Unternehmen auf dem Markt aussendet. Gleichzeitig wird eine Differenzierung vom Wettbewerb erreicht.“ In Phase zwei wählte das DDC drei Designbüros aus, die ihre Vorschläge vorstellten. Wie bereits erwähnt, wählte Brio schließlich Design/Nord. Diese Agentur konnte sowohl bei grafischen als auch bei Produktentwicklungsaspekten überzeugen.

Reiche Früchte

Das Ergebnis der Designarbeit bei Brio system a/s resultierte in einer komplett neuen Serie von Maschinen, die deutliche Qualitätssignale aussenden. Gleichzeitig flossen eine Reihe von ergonomischen Verbesserungen ein, die sich besonders im Betrieb bemerkbar machen. Ein Beispiel ist die vorbildliche Zugänglichkeit, welche zur Kostensparung bei Reinigung und Werkzeugwechsel beiträgt. Zusätzlich zum Redesign der Produkte führte man das neue Design auch in der grafischen Identität des Unternehmens fort. Es entstand ein Zusammenhang zwischen dem Design der Produkte und den verschiedenen grafischen Materialien, die in der Kommunikation verwendet werden.

„Der Zusammenhang zwischen unseren Produkten und dem grafischen Material sichert, daß unsere Kunden uns wiedererkennen, ganz egal, ob sie eine unsere Maschinen sehen oder Informationsbroschüren erhalten“, erzählt Leif Pallesen, der sich sehr zufrieden mit dem Resultat zeigt. „Die Rückmeldungen von unseren Kunden und Vertretungen waren und sind äußerst positiv. Das gilt auch für das Publikumsinteresse auf den letzten beiden Messen in Deutschland, wo die Maschinen mit dem neuen Design zum ersten Mal dem breiten Publikum vorgestellt wurden. Selbst der Messestand trug zur neuen Identität von Brio bei. Auf diese Weise konnten wir unser Unternehmen und dessen Produkte gut positionieren. Spürbar wurde dies unter anderem in einem wesentlich erhöhten Angebotsaufkommen.“

Erschienen in Ausgabe: 09/2002