Neue Dimension der Sensorik

Dank der Weiterentwicklungen in der Sensorik gestaltet Zeiss den Messprozess noch schneller, flexibler und effizienter. Zudem fördert das Unternehmen mit neuen digitalen Lösungen und die Vernetzung von Qualitätsdaten in der Messtechnik.

08. Mai 2018
Der Sensor Zeiss Rotos eröffnet neue Dimensionen in der Rauheitsmessung. (Bild: Zeiss)
Bild 1: Neue Dimension der Sensorik (Der Sensor Zeiss Rotos eröffnet neue Dimensionen in der Rauheitsmessung. (Bild: Zeiss))

Eine höhere Messeffizienz bei gesteigerter Flexibilität für den Anwender – das versprechen die neuen Entwicklungen in der Sensorik von Zeiss. Auf der Control in Stuttgart zeigte das Unternehmen gleich mehrere seiner Sensoren.

Zwei davon sind der weiterentwickelte Rauheitssensor Zeiss Rotos sowie Zeiss Dotscan. „Die Weiterentwicklung unserer Sensoren hilft dabei, den Messprozess unserer Kunden schneller, sicherer, flexibler und ganzheitlicher zu gestalten“, sagt Andrzej Grzesiak, Leiter Metrology Systems im Zeiss-Unternehmensbereich Industrial Metrology.

Rauheitssensor erhöht Messeffizienz

Mit dem Rauheitssensor Zeiss Rotos lassen sich Welligkeit und Rauheit von Oberflächen komplexer Werkstücke in einem Messdurchlauf ohne Umspannen auf Koordinatenmessgeräten (KMG) normgerecht prüfen. Damit vereinfacht und beschleunigt die Neuentwicklung die Erfassung der Oberflächenparameter aus der Zeichnung in einem Prozessschritt.

Dank des Sensors lässt sich die Prüfung von Maß-, Form- und Lagetoleranzen mit der Überwachung der Rauheitskennwerte auf einem Gerät kombinieren. Anstatt Gestaltabweichungen höherer Ordnung wie Welligkeit und Rauheit durch separate Tastschnittgeräte erfassen zu müssen, können diese jetzt auf einem KMG gesteuert ermittelt werden.

Der Aufbau des Sensors ermöglicht es, nahezu alle Merkmale eines Werkstücks zu prüfen. So werden durch die drei schwenkbaren Achsen und dank mehrerer Tasterarme selbst tiefe Bohrungen und zurückgesetzte Flächen problemlos erreicht. Auch Überkopfmessungen stellen kein Problem dar. Das Programmieren der Oberflächenparameter geht Anwendern dabei einfach und schnell von der Hand, denn Zeiss Rotos ist voll in die Messsoftware Zeiss Calypso integriert.

Die Vorteile der Neuentwicklung liegen auf der Hand: „Unternehmen müssen besonders in der fertigungsbegleitenden Messung nicht mehr in separate Geräte zur Rauheitsmessung investieren und können die Messung auf einem Gerät ausführen“, so Michael Zimmermann, Anwendungstechniker im Unternehmensbereich Industrial Metrology.

Zeitersparnis und erhöhte Flexibilität

Empfindliche, spiegelnde oder kontrastarme Flächen lassen sich künftig schneller als bisher mit dem Multisensor-Messgerät Zeiss O-Inspect prüfen. Denn Zeiss stattet ab Mai 2018 alle Neugeräte standardmäßig mit einer Schnittstelle für den chromatisch-konfokalen Weißlichtsensor Zeiss Dotscan aus. Messgeräte, die vor diesem Zeitpunkt erworben wurden, arbeiten weiterhin mit dem chromatischen Fokussensor CFS.

Der Umstieg auf den Dotscan gilt für die Modellreihen des Multisensor-Messgeräts und bietet gleich mehrere Vorteile: Im Gegensatz zum CFS-Sensor können Anwender Zeiss Dotscans beispielsweise selbst ein- und auswechseln. „Das bietet insbesondere Unternehmen, die ganz unterschiedliche Produkte fertigen, eine deutliche Zeitersparnis und erhöht ihre Flexibilität“, so Christoph Stark, Produktmanager im Unternehmensbereich Industrial Metrology.

Der Sensor wird in drei Größen erhältlich sein: ein, drei und zehn Millimeter. Darüber hinaus können Anwender jetzt auch beim optischen Scannen einen Drehtisch auf Zeiss O-Inspect nutzen – eine Möglichkeit, die der CFS-Sensor bisher nicht bot. „Die Zeitersparnis durch den Dotscan ist dabei gravierend“, so Stark. Die Messgeschwindigkeit des Sensors beträgt zwischen 100 bis 150 Millimeter pro Sekunde.

Durch die Integration des Sensors in alle Schnittstellen kann der Anwender das Messkopfsystem in der Software aufnehmen und durch die Benutzeroberfläche von Zeiss Calypso problemlos Messpunkte auf dem Messobjekt erfassen.

Digitale Lösungen für den Kundenerfolg

Zeiss bietet seinen Kunden digitale Lösungen, um die Vernetzung von Maschinen weiter voranzutreiben. „Eine effiziente Erfassung und Auswertung sowie ein schneller Austausch der Informationen wird zu einem unverzichtbaren Erfolgskriterium für Fertigungsunternehmen“, sagt Christoph Grieser, Leiter Software & Quality Intelligence bei Industrial Metrology.

Die digitalen Lösungen von Zeiss sind auf die jeweilige Maschinentechnologie und die Kundengruppe zugeschnitten. Dabei stellen alle Lösungen Kundeninformationen einfach, übersichtlich und schnell zur Verfügung, egal, ob Mess-, Maschinen- oder Prozessdaten im Fokus stehen.

Messdaten sicher speichern

Zeiss bietet mit dem Zeiss Piweb eine Lösung zur Visualisierung, Auswertung und Analyse von Messdaten. Die Piweb-Cloud ist dabei eine digitale Lösung zur einfachen und sicheren Datenhaltung und richtet sich an Messtechniker, Qualitäts- und Produktionsmanager.

Sowohl kleine und mittelständische Unternehmen, als auch Großkonzerne profitieren dabei vom geringen IT-Aufwand, da die Speicherkapazitäten in der Cloud schnell skaliert werden können. Zugriffsrechte können zudem nach individuellen Wünschen eingerichtet werden. Piweb-Cloud ermöglicht somit einen reibungslosen, sicheren Austausch von Messdaten bei Bedarf auch über Unternehmensgrenzen hinweg.

 

Maschinendaten im Blick

Die neue Software Zeiss Ivy vernetzt Maschinen im kundeneigenen Netzwerk, visualisiert und dokumentiert Maschinendaten sowie Messergebnisse standortübergreifend. Die Software bietet für den Anwender drei große Vorteile: Sie erhöht die Effizienz im Qualitätsmanagement, reduziert Fehler im Workflow und ermöglicht die Auditsicherheit für Unternehmen.

Erhöhung der Verfügbarkeit

Unter dem Begriff „Smart Services“ entwickelt Zeiss Lösungen, die Kunden nicht nur den Umgang und die Bedienung der Messgeräte erleichtern, sondern auch deren Verfügbarkeit erhöhen – basierend auf Echtzeit-Gerätedaten, die Zeiss durch eine mit Cisco entwickelten „Managed Connectivity“-Lösung sicher und einfach umsetzen kann.

Mit der Zeiss-Measurement-Capability-App wird beispielsweise am Smartphone angezeigt, ob die Geräte aktuell messfähig sind oder ob etwa eine schwere Taster-Kollision, Temperaturschwankung oder eine überfällige Kalibrierung die Messfähigkeit beeinträchtigt. Sollte ein technischer Support erforderlich sein, kann der Kunde ein digitales Ticket auslösen, wobei die Maschinendaten automatisch übertragen werden und dadurch kürzere Reaktionszeiten ermöglicht werden.

„Der Kunde profitiert letztlich von einer Zeit- und Kostenersparnis. Zudem werden Fehler reduziert“, sagt Blum. Weiter können Kunden über die sogenannte Remote-Expert-Lösung eine schnelle technische Hilfe durch den Zeiss-Service per Live-Schaltung erhalten. „Durch die direkte Verbindung zu unseren technischen Experten profitieren unsere Kunden von kürzeren Warte- und Reparaturzeiten“, sagt Blum.

 

Automatisierte Abläufe

Im Zeiss-Metrology-Portal werden sämtliche Dienste von Zeiss vernetzt. So eröffnet sich den Kunden mit einem Log-in-Vorgang die Welt der digitalen Services. Der Kunde soll einen kompakten Überblick über seinen Gerätepark und die Software erhalten und die für ihn relevanten Informationen an einem zentralen Punkt schnell und einfach finden können.

Kooperation zur Förderung digitaler Lösungen

Vor wenigen Monaten gründete Zeiss mit Partnern wie DMG Mori, Dürr und ASM PT das Joint Venture Adamos – eine Allianz, die sich mit Industrie 4.0 beschäftigt. Die Maschinen und Lösungen der Adamos-Partner sollen künftig eine gemeinsame Sprache sprechen, wodurch erstmals eine barrierefreie, konnektive Maschine-zu-Maschine-Interaktion möglich sein wird. Auf der Control hat Zeiss eine neue Überwachungslösung auf Adamos-Technik für die Computertomographie vorgestellt.