Neue Bezeichnungen für Stähle

Fachtagung am 22.06.2010 in Lindau

29. April 2010

Zur Zeit werden für 27 europäische Staaten die nationalen Normen in europäische Normen umgewandelt. Dieser Vorgang ist weitgehend abgeschlossen. Es werden die teilweise recht komplizierten und nicht systematisch geordneten Normen sinnvoll zusammengefasst.

Die Namensgebung für die Stahl-Werkstoffen ist abhängig vom Verwendungszweck. Die auf der englischen Sprache basierende Normung sieht für Baustähle die Kurzform S, für Druckbehälterstähle P und für Maschinenbaustähle E vor.

Des weiteren ist für diese Stähle die Streckgrenze zur Namensgebung herangezogen worden. Das gilt sowohl für Flachprodukte, Langprodukte als auch Rohre. Für legierte Stähle ist die chemische Zusammensetzung, zum Teil mit Multiplikatoren, als Grundlage für die Namensgebung vorgesehen. Bei den hochlegierten Stählen wurde sinnvollerweise das bisherige Bezeichnungssystem nach der Werkstoffnummer beibehalten. Im Bereich dieser Werkstoffe gibt es gravierende Änderungen. So ist der Stahl S355J2 nicht mehr automatisch normalisiert (den in Deutschland entwickelten St52-3, der dem gleichwertig war, gibt es nicht mehr). Es gibt Klassen für die Verzinkbarkeit, Das Kohlenstoffäquivalent nach IIW-Formel muss grundsätzlich angegeben werden. Die Dickenbereiche und die mechanischen Eigenschaften wurden harmonisiert. Einige Werkstoffgruppen werden mit Dickenbereichen hereingenommen, die wahrscheinlich niemals gewalzt werden können. Im Rohrbereich gab es gravierende Neufestlegungen. Zum Beispiel wird zur Namensgebung nur noch der Außendurchmesser herangezogen. Außerdem wurden Blöcke gebildet von Baustählen bis Edelstählen mit der Unterscheidung nahtlos und geschweißt.

Manche Veränderungen sind als positiv zu bezeichnen, manche sind technisch und intellektuell nicht nachzuvollziehen.

Im Bereich der NE-Werkstoffe hat man die bisherige Bezeichnung mit Hilfe der 5-stelligen Werkstoffnummern nicht beibehalten, sondern z. B. im Aluminiumbereich auf das amerikanische Bezeichnungssystem zurückgegriffen.

Im Rahmen der Fachtagung, die am 22.06.2010 im Hotel Bayrischer Hof in Lindau/ Bodensee stattfindet, werden alle wichtigen Nichteisen-Werkstoffe mit ihren neuen Bezeichnungen und neu konzipierten Werkstoffe vorgestellt.

Die Tagung richtet sich an: Kaufleute, die sich mit der Beschaffung von Werkstoffen und Techniker, die sich mit Konstruktion, Verarbeitung und Betrieb von Maschinen und Anlagen befassen.