Netzwerke als Zukunftsgarant

Zum intensiven Dialog über neue Perspektiven durch Mechatronik trafen sich Ende Mai Experten und Fachbesucher auf der Mechatronic Karlsruhe im Messe Konferenz Center. Rund 300 Konferenzteilnehmer aus sechs Ländern, darunter eine Delegation aus der Volksrepublik China, nutzten die Gelegenheit, sich in über 30 hochkarätigen, praxisorientierten Fachbeiträgen zu informieren.

21. Juni 2011

„Die Mechatronik ist eine sehr komplexe Methodik, welche einen intensiven Austausch zwischen den einzelnen Disziplinen erfordert. Ich freue mich sehr, dass wir mit der Mechatronic eine Kommunikationsplattform geschaffen haben, in deren Zentrum der Austausch und der Netzwerkgedanke stehen. Für uns gilt es, diese Veranstaltung weiter auszubauen, um das Potenzial der Technologie-Region Karlsruhe mit ihren Forschungsinstituten und innovativen Unternehmen zu zeigen und den Technologietransfer zu fördern“, erklärt Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH.

In der Fachausstellung präsentierten sich 29 Aussteller aus Deutschland, Frankreich, Italien, der Schweiz und Spanien. Unter ihnen waren u. a. das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC), das KIT – Karlsruher Institut für Technologie (Europas größtes Forschungsinstitut), KUKA Laboratories, LVI – Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie, Siemens AG, Steinbeis-Europs-Zentrum und VDI –Verein Deutscher Ingenieure vertreten.

In seiner Eröffnungsrede ging Ministerialdirigent Günther Leßnerkraus, Ministerium für Wirtschaft und Finanzen Baden-Württemberg, auf die Bedeutung Baden-Württembergs als Industrie- und Forschungsstandort ein. Die sehr schnelle Umsetzung von Innovationen sei auch Ziel der neuen Landesregierung. Dabei lobte er die steigende Bedeutung der Mechatronic Karslruhe als kontinuierliche Plattform auf nationaler und internationaler Ebene.

„Der schnelle Weg zu sozial- und umweltverträglichen Innovationen wird durch die Anwendung der Mechatronik gewährleistet“, betonte auch Professor Fritz J. Neff, wissenschaftlicher Leiter der Messe. Er forderte den verstärkten Austausch zwischen Hochschulen und Unternehmen, um Projekte gemeinsam umzusetzen.

Zentrales Thema Ressourcen- und Energieeffizienz

Die Vielschichtigkeit der Energieeffizienz in der Produktion und bei der Elektromobilität war ein zentrales Thema der Mechatronic Karlsruhe. Gerade in der Automatisierungstechnik spielten die spezifischen Anforderungen an die technischen Kriterien und Betriebskosten bei der jeweiligen industriellen Anwendung eine wichtige Rolle, erklärte Energieeffizienz-Experte Dr. Axel-Andreas Gomeringer von Festo.

Eine ganzheitliche Betrachtungsweise von Elektrofahrzeugen im Vergleich zu konventionellen Pkw – von der Herstellung bis zur Nutzung – präsentierte Professor Dr. rer. pol. Martin Wietschel, Leiter des Geschäftsfelds Energiewirtschaft, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe. Wietschel resümierte: „Vorteile der Elektrofahrzeuge bezüglich der Effizienz und der Umweltbelastung bestehen insbesondere dann, wenn regenerative Energie verwendet wird. Durch den höheren Energieaufwand bei der Herstellung gegenüber konventionellen Fahrzeugen müssen Batteriefahrzeuge eine hohe jährliche Fahrleistung haben.“ In einer speziellen Sektion „Elektromobiliät“ gingen Experten auf Details neuer Antriebe und sichere Mobilitätssysteme in Ballungsräumen ein.

Interdisziplinäre, branchenübergreifende Netzwerke als Zukunftsgarant

Für einen besseren Technologietransfer sprach sich Volker Schiek, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks Mechatronik BW e. V., aus: „Wir haben in Deutschland ausgezeichnete Innovationen, haben aber bei der Vermarktung immer noch viel Potenzial. Die Mechatronik ist der Schlüssel für zukünftige Technologien. Es gilt voranzugehen, die richtigen Themen zu besetzen, marktfähige Produkte zu entwickeln, neue Standards zu setzen und so die Weltmärkte zu erobern. Dies wird jedoch aufgrund der Komplexität nur in interdisziplinären und branchenübergreifenden Netzwerken gelingen.“