Nanotechnik – pro und contra

BUND und Friends of the Earth: Nanotechnologie liefert keine Patentlösungen für Umweltprobleme

09. Dezember 2010

Von der Nanotechnik seien mittelfristig keine entscheidenden Beiträge zur Lösung globaler Umweltprobleme zu erwarten; weder im Energiesektor noch beim Klima- oder Ressourcenschutz und seien bahnbrechende Entwicklungen aus der Nanotechnik zu erwarten noch eine Minderung von Schadstoffen – das ist das Ergebnis von Recherchen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und seiner Partnerorganisation Friends of the Earth (FoE).

Preiswerte Solarzellen oder billige Wasseraufbereitung mit Nanotechniken in Entwicklungsländern seinen noch meilenweit von der Marktreife entfernt oder könnten im Vergleich mit weniger risikobehafteten Technologien nicht bestehen, behauptet Jurek Vengels, Nano-Experte des BUND. Bisher werde der Markt für Nano-Produkte vor allem von Konsumartikeln mit zweifelhaftem Nutzen dominiert, sagte Vengels. Als Beispiele nannte er Kosmetika, Textilien und Sportartikel. Im Vergleich dazu machten Anwendungen in der Energietechnik nur etwa ein Prozent des Marktes aus.

In den Bereichen Wasseraufbereitung, Schadstoffreduzierung und Umweltsanierung sei der Nutzen der Nanotechnik weit geringer als von der Industrie versprochen. Hinzu komme, dass die Herstellung von Nanomaterialien meist extrem energieaufwendig sei. Dies gelte zum Beispiel für Nanoröhrchen aus Kohlenstoff, die in Windkraftanlagen Rotorblätter verstärken sollen. Zur Herstellung von Nanomaterialien würden außerdem nicht selten enorme Mengen Wasser und Lösungsmittel benötigt. Ein weiteres Problem sei die Entstehung zusätzlicher Abfälle. So müssten bei der Produktion von Nanomaterialien für die Elektronikindustrie am Ende 99 Prozent der eingesetzten Rohstoffe entsorgt werden.

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