Nächster Schritt der digitalen Transformation

Siemens stellte auf der Hannover Messe Erweiterungen des Digital-Enterprise-Angebots für die nächste Stufe der digitalen Transformation der Prozessindustrie vor.

10. Mai 2019
Nächster Schritt der digitalen Transformation
Siemens zeigte auf der Hannover Messe Erweiterungen des Digital-Enterprise-Angebots für die nächste Stufe der digitalen Transformation der Prozessindustrie. (Bild: Siemens)

»Durch die Integration von Zukunftstechnologien in unser Portfolio können Industrieunternehmen die rasant wachsende Datenmenge auf umfassendere Weise nutzen. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz, Edge Computing und Additive Manufacturing ebnen wir den Weg für die Zukunft der Industrie«, sagt Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands von Siemens und CEO Digital Industries.

Außerdem zeigte Siemens, wie Unternehmen jeder Größe mit branchenspezifischen Lösungen ihre Flexibilität und Produktivität erhöhen und neue Geschäftsmodelle entwickeln können. »Dazu sind Innovationspartnerschaften von Großunternehmen und Mittelständlern ebenso unerlässlich wie die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik«, ergänzt Klaus Helmrich.

Grundlage für solche Technologien der Zukunft ist die Verfügbarkeit von Daten. Durch digitale Zwillinge, die alle Schritte der industriellen Fertigung im virtuellen Raum abbilden und miteinander verknüpfen, entstehen umfangreiche Datenpools. »Der entscheidende Hebel ist, die Daten aus dem digitalen Zwilling zur Produktivitätssteigerung zu nutzen. Wenn Automatisierung, Software, Hardware und Cloudplattformen nahtlos integriert und kombiniert werden, können die Daten in wertvolles Wissen umgewandelt werden – für höhere Performance und Flexibilität. Das ist der nächste Schritt der digitalen Transformation“, so Klaus Helmrich.

Machine Learning

Ein Beispiel ist ein neues Modul mit integriertem, KI-fähigem Chip für die Simatic-S7-1500-Steuerung: Durch die Anwendung von Machine-Learning-Algorithmen lassen sich so roboterbasierende Handlingvorgänge optimieren. Zum Lernen braucht Künstliche Intelligenz eine große Menge Daten. Und diese Daten sind nur dort vorhanden, wo Abläufe digitalisiert und durchgängig miteinander verknüpft sind. Mit Industrial Edge erweitert Siemens seine Automatisierungsplattformen Simatic und Sinumerik, um eine dezentrale Datenverarbeitungslösung. Mit dem skalierbaren Konzept vom Shopfloor bis zum offenen IoT-Betriebssystem ›Mindsphere‹-Cloudsystem sorgt Siemens für eine Renaissance auf dem Shopfloor.

Auf dem Stand zeigte Siemens anhand eines Showcases aus der Automobilfertigung, wie der Einsatz von Datenanalysen zusammen mit autonomen Fertigungssystemen neue Möglichkeiten für die effiziente und flexible Produktion von E-Autos und Batterien eröffnet. »Siemens unterstützt die Automobilindustrie mit Software und Automatisierungssystemen bei der Transformation zur E-Mobilität«, so Klaus Helmrich. Damit können Unternehmen Herausforderungen wie der wachsenden Nachfrage nach immer individuelleren Produkten begegnen.

Blockchain für Rückverfolgbarkeit

Mit Blockchain zeigte Siemens auf der Messe eine weitere Zukunftstechnologie im industriellen Einsatz: In der Industrie liegt erhebliches Potenzial zur Verbesserung der Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln. In der Lebensmittelversorgungskette werden Informationen digital und fälschungssicher dokumentiert und bei jedem Schritt der Reise in der Blockchain gespeichert, wie Chargennummer, Verfallsdaten und Lagertemperaturen. Relevante Informationen werden den Verbrauchern mithilfe der auf Mindsphere basierenden App zur Verfügung gestellt.

Bei der Prozessautomatisierung stellt Siemens das neue Prozessleitsystem ›Simatic PCS neo‹ vor, die Software erschließt neue Möglichkeiten hinsichtlich Digitalisierung. Hierzu gehören unter anderem die webbasierende Zusammenarbeit in Engineering und Operations sowie eine Usability mit einem objektorientierten Datenmodell sowie eine offene Systemarchitektur. Darüber hinaus bietet das System die Möglichkeit der Skalierbarkeit von kleinen Prozessmodulen bis zu den größten Prozessanlagen der Welt. Simatic PCS neo nutzt das Hardware-Portfolio und die Applikationsarchitektur des leistungsfähigen, umfangreichen Prozessleitsystems ›Simatic PCS 7 V9.0‹.

Unterstützung bei der Digitalisierung

Wohin die Integration dieser Zukunftstechnologien führt, konnten Besucher in einer Future Area auf dem Messestand erfahren – zu einer sehr viel stärkeren Verzahnung von Operational Technology und Information Technology. Durch die Konvergenz beider Technologiebereiche werden künftig immer mehr Daten aus der industriellen Entwicklung und Fertigung mit anderen Daten aus Bereichen wie der Logistik oder dem Einkauf verknüpft. Dadurch wird ein großer Teil der Informationen von der zentralen Ebene auf die Steuerungsebene hinuntergehen.

»Wir begleiten unsere Kunden auf dem Weg zur Digitalisierung – von der Strategieberatung für die industrielle Digitalisierung bis zur Unterstützung bei Implementierung und Optimierung digitaler Lösungen«, betont Klaus Helmrich. Grundlage der Beratung ist eine gründliche Bewertung der Digitalisierungsreife des Unternehmens, die Digitalisierungsexperten gemeinsam mit dem Kunden durchführen. »Wir ermitteln den Digitalisierungsgrad des jeweiligen Unternehmens und entwickeln daraus eine Digitalisierungsstrategie mit Roadmap.«