Nachhaltigkeit in der Produktion

Nachbericht International Chemnitz Manufacturing Colloquium ICMC 2010 im Fraunhofer IWU

21. Oktober 2010

Vom 29. bis 30. September fand das International Chemnitz Manufacturing Colloquium ICMC 2010 im Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz statt. Begrüßt wurden rund 170 Teilnehmer aus 13 Ländern. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die neuesten Erkenntnisse der Produktionswissenschaften auf dem Gebiet der Werkzeugmaschinenentwicklung, der spanenden Bearbeitung, der Mechatronik / Adaptronik sowie der Mikrofertigungstechnik.

Von besonderem Interesse waren die Plenarvorträge von Prof. Alfred Gossner, Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Jochem Heizmann, Konzernvorstand der Volkswagen AG, und von Dr. Marcus Queins, Entwicklungsleiter der Dörries Scharmann Technologie GmbH. Sie referierten über die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit in der Produktion. So verdeutlichte Prof. Jochem Heizmann an Beispielen der ressourceneffizienten Bearbeitung von Motorbauteilen und Verbindung von Karosseriebauteilen, dass nachhaltige Produktion keine Zukunftsvision mehr ist, sondern in Unternehmen umgesetzt wird. Ein weiteres Ziel der Automobilbranche sei, die CO2-Emissionen bis 2050 deutschlandweit um 92 Prozent zu senken. So sollen bis 2014 verschiedene serienreife Hybrid- und Elektro-Fahrzeuge auf den Markt kommen. Auch im Werkzeug- und Formenbau stehe die Ressourceneffizienz an erster Stelle. Das berge große Herausforderungen, denn der Energieverbrauch für die Herstellung solle gesenkt, aber die Prozessstabilität im Prozess gewährleistet werden. Einen Ansatz erläuterte Prof. Reimund Neugebauer, Institutsleiter des Fraunhofer IWU: die Reibungsminimierung durch die Mikrostrukturierung von Oberflächen. „Um in der Zukunft eine ressourceneffiziente Fabrik zu schaffen, benötigen wir das Zusammenspiel einer wirkungsgradoptimierten Produktion, einem Total Energy Management und der Nutzung alternativer Energien“, schloss Neugebauer seinen Vortrag.