Nach Baukasten

Technik

Das vielseitige Lagersystem Unitower von Kasto wird vielen Aufgaben gerecht. Basierend auf einem Baukastenprinzip erlaubt das Konzept individuelle Lagerlösungen – und das auf geringer Grundfläche.

08. Juni 2011

Lagern und Umschlagen von Langgutmaterial war schon immer eine Domäne des Metallsägemaschinen- und Lagertechnik-Spezialisten aus Achern. Über 1400 auf der ganzen Welt installierte und zumeist rund um die Uhr betriebene vollautomatische Langgut- und Blech-Lagersysteme zeigen die Leistungsfähigkeit des südwestdeutschen Maschinenbauers. Rechnet man nun noch die über 130000 in alle Welt gelieferten Metallsägemaschinen aller Bauarten und Leistungsgrößen hinzu, dann darf mit Fug und Recht behauptet werden, dass man nahezu in jedem metallverarbeitenden Handwerksbetrieb und metallverarbeitenden Industrieunternehmen und Metallhandelsunternehmen der Erde den Namen Kasto zumindest kennt.

Umgekehrt hören die Acherner Ingenieure ihren Kunden und den Praktikern vor Ort ganz genau zu, wenn diese ihre speziellen Wünsche und Anregungen formulieren. So entstehen Produkte in den Bereichen Metallsägemaschinen, Langgut-und Blechlagertechnik, die die Kunden in ihrem Geschäft erfolgreicher machen können. Und das gilt nicht nur für Großbetriebe und große Handelshäuser, für die Automatisierung längst außer Frage steht. Geboten wird ein eigenes Lagersystem-Programm für Bleche und Flachprodukte zur universellen Anwendung in Handwerks-, Industrie- und Metallhandelsbetrieben.

Lösung für Handwerker, KMUs, Industrie und Handel

Mit dem Lagersystem Unitower steht heute ein modulares Konzept zur Verfügung, das die wirtschaftliche Realisierung individueller automatischer Lagersysteme aus dem Standard-Baukasten erlaubt. Für die Kunden wie für den Anbieter hat dies technische und wirtschaftliche Vorteile, die letztendlich natürlich dem Anwender zugutekommen. Aus dem Baukasten zusammenstellen lassen sich Langgut-, Flachprodukte- und Blech-Lagersysteme, Universal-Lagersysteme zum Lagern von Paletten, Kästen und vielem mehr sowie kombinierte Lagersysteme.

Die Unitower-Lagersysteme gibt es als Einzel- oder Doppeltürme, sie können als allein stehende Konstruktion in einer Halle aufgebaut oder mit Decken- und Wand-Elementen verkleidet außerhalb einer Produktionshalle – jedoch mit einem Zugang zu dieser – platziert werden. Es sind Systemhöhen bis 25 m möglich und es können Kassetten oder Lastenträger (Paletten, Spezialträger) für Lasten zwischen 1 und 5 t pro Lagerplatz verwendet werden. Während in den Unitower-Lagertürmen für Langgutmaterialien (Unitower) Einlagerlängen zwischen 3400 und bis 14600 mm möglich sind, sind es in den Lagertürmen für Blech- und Flachprodukte (Unitower B) zwischen 2000 und 8000 mm. Das Langgutsystem steht außerdem für nutzbare Breiten von wahlweise 600, 680, 840, 920 und 1240 mm, während für die breiteren Flachprodukte, Bleche, Paletten, Kästen und so weiter nutzbare Breiten von 1000, 1250, 1500 oder gar 2000 mm möglich sind.

Ergänzt werden die beiden Typen durch das standardisierte Lagersystem Unitower C, das als kostengünstiges, automatisiertes Kleinlager alles im Langgut- und Blechformat aufnehmen kann. Es eignet sich für alle Anwendungen mit einer hohen Vielfalt an Materialien, das durch steckbare, höhenvariable Kassetten-/Palettenauflagen auf die unterschiedlichen Höhen der Materialien angepasst werden kann. Durch die variable Fachaufteilung wird eine hohe Lagerdichte erreicht – dies führt zu mehr Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit. Flächige Güter kommen in Trägerpaletten mit nutzbarer Breite x Länge von 1524 mm x 3048 mm und einer Zuladung von 1,2 t oder 3,0 t, Langgut lagert in Kassetten mit nutzbarer Breite x Länge von 840 mm x 6500 mm und einer Zuladung von 0,8 t bis 2,5 t. Beide Unitower C-Typen werden bis zu einer maximalen Systemhöhe von 7200 mm gebaut.

Allen Unitowern gleich sind die überaus robuste Mechanik und Antriebstechnik, das Regalbediengerät (RBG), die hohen Hub- und Senkgeschwindigkeiten und die Automatik-Steuerung. Die Versionen Unitower und Unitower B bieten darüber hinaus die individuelle Ausrüstung mit Querstationen zum Ein- und zum Auslagern an der Breitseite des Lagers und Längsstationen an den Stirnseiten des Lagers oder auch die Anordnung weiterer Stationen in einem anderen Stockwerk. An diese Lagertypen kann auch eine Sägemaschine oder eine Blechbearbeitungsmaschinen direkt angebunden werden. Das Prinzip ›Ware zum Mann‹ sorgt in jedem Fall für einen schnellen und ungehinderten Zugriff des autorisierten Werkers auf die gelagerten Materialien, Hilfsvorrichtungen oder Werkzeuge. Die Turmlager gibt es für den Halbautomatik- oder Automatikbetrieb mit den Kasto-Standardsteuerungen Easycontrol oder Basiccontrol für die Ausführung C. Damit wird an einem Touchscreen einfach das Lagerfach mit der gewünschten Kassette oder Palette angewählt. Die Lasttraverse fährt dieses Fach an, zieht mittels der tausendfach im Einsatz befindlichen Zieh-Schiebe-Technik, die auf der Lasttraverse des Regalbediengeräts befestigt ist, die Kassette oder Palette heraus, fördert sie nach unten und stellt sie dort zur Materialentnahme oder Beladung bereit. Im sogenannten halbautomatischen Betrieb läuft dieser Zyklus bei Betätigung eines Zustimm-Tasters komplett selbstständig ab.

Alle Turmlagersysteme werden als betriebsbereite Einheiten geliefert, aufgestellt und in Betrieb genommen, sodass der Kunde eine komplette Leistung aus einer verantwortlichen Hand erhält.

Edgar Grundler

Freier Fachjournalist aus Allensbach

Hintergrund

Das Unternehmen Kasto Maschinenbau GmbH & Co. KG besteht im Ursprung seit 1844 und zählt somit zu den ältesten Familienbetrieben Deutschlands und Europas. An der Spitze nach wie vor von Familienmitgliedern geführt, hat sich Kasto in den 167 Jahren ihres Bestehens zu einem Weltmarktführer in den Bereichen Metallsägemaschinen, halbautomatische und automatische Langgut- und Blechlagersysteme sowie automatische Handling-Einrichtungen für Metallstäbe, Bleche und Zuschnitte entwickelt.

Der Anspruch globaler Marktführer – in Technologie und Stückzahlen – im Bereich Metallsägemaschinen und automatischen Lagersystemen basiert auf über 140 Patenten und wird durch über 130000 in alle Welt gelieferte Sägemaschinen sowie über 1400 installierte Automatiklager bestätigt.

Der Weg von Kasto wurde in den letzten Jahren mehrfach prämiert. Neben Design-Auszeichnungen (Designzentrum Stuttgart und der renommierte ›Red Dot Award‹) waren die Kasto-Geschäftsführer Armin und Hans-Jürgen Stolzer 2007, 2008 und 2009 Finalisten bei dem von Ernst & Young ausgelobten Wirtschaftspreis ›Entrepreneur des Jahres‹.

Erschienen in Ausgabe: 03/2011