Mut zum Erfolg

Als Johann Fuchs und Wilhelm Sailer im Oktober 1994 ihr Unternehmen gründeten, da setzten Sie nicht nur auf die richtigen Produkte, sondern auch auf den richtigen Maschinenpark. Ihre Erfolgsstory ist eng mit den Maschinen von Amada verwoben.

27. Februar 2006

Die Fuchs & Sailer GmbH aus Innernzell im Bayerischen Wald ist inzwischen zu einem renommierten Metallverarbeitungsbetrieb mit 40 Mitarbeitern gewachsen. »Wir sind ein reiner Lohnfertiger, vor allem für die Elektronikindustrie«, erklärt Johann Fuchs, und Wilhelm Sailer ergänzt: »Wir fer­tigen alles, vom einfachen Blechbiegeteil bis zu fertigen Bauteilen und sogar kompletten Geräten, wo wir auch die Elektrik-Komponenten selbst einbauen.« Gerade hier bei der Endmontage kompletter Geräten lässt sich die höchste Wertschöpfung erreichen. Vom Laserschneiden, über das Stanzen, Biegen, Formen und Schweißen, bis zur Pulverbeschichtung und dem Siebdruck, erhalten die Kunden von Fuchs & Sailer alles aus einer Hand. Trotz der nur 40 km entfernten Grenze zu Tschechien, wo steuerliche Vergünstigungen und niedrige Löhne locken, haben sich die beiden Pioniere bewusst für den Standort Deutsch­land entschieden. Dass sie hier der ›Billigkonkurrenz‹ trotzen können, liegt nicht nur an der Qualität ihrer Produkte, sondern sicher auch an der exzellenten Ausstattung des Maschinenparks, der zum Großteil vom japanischen Maschinenbauer Amada stammt.

Expansion

„Zu Beginn haben wir Räume angemietet. Die Grundauslastung sicherte uns unser ehemaliger Arbeitgeber mit etwa 20 Prozent. Alle anderen Kunden mussten wir gewinnen und selbst überzeugen“, so die beiden Geschäftsführer. Eine der ersten Maschinen des jungen Unternehmens war eine hydraulische Vipros-Stanzmaschine von Amada. Die musste sozusagen Tag und Nacht laufen, denn schnell sprachen sich Qualität und Zuverlässigkeit der beiden herum. Schon damals manifestierte sich die Unverwüstlichkeit ihrer Amada, und aus einer Maschine wurden schnell mehrere Stanzmaschinen. Hinzu kamen dann die Abkantpressen der HFBO-Reihe, eine Laserschneidmaschine Alpha und und und. Inzwischen platzen die Fertigungshallen (rund 2.000 qm) aus allen Nähten, und 2006 wird nochmals um 1.800 qm erweitert. Fuchs & Sailer bearbeiten Bleche aller Art, vom weichen Aluminium bis zum harten Edelstahl der Güte V4A. Ein Gros der Blechstärken spielt sich zwischen 0,5 und 4 mm ab, aber auch bis 10 mm stellen für die Innernzeller Blechspezialisten kein Problem dar.

Flüsterndes Highlight

Die Lohnfertiger verarbeiten in der Regel Mittelformatbleche mit 2.500 x 1.250 mm Größe und auch schon einmal Tafeln mit 3.000 x 1.500 mm. Selbst bei den Losgrößen ist das Unternehmen hoch flexibel - von Losgröße 1 bis zur Serienfertigung mit Losen von 10.000 Stück und darüber hinaus ist alles machbar. „Schmuckstück“ in der Stanzhalle ist zweifelsohne aber die EM 2510 NT, die servoelektrisch angetriebene, ultraschnelle 20-Tonnen-Stanze. Auf ihr fertigt Fuchs & Sailer unter anderem eine ganz besondere Spezialität, eine Abdeckhaube mit etwa 200 ausgestanzten und aufgestellten Kühlblechen, die wie Kiemen eines Hais vom Blech abstehen. Reihe für Reihe, Winkel für Winkel in einer augenscheinlichen Präzision, und, wie Johann Fuchs besonders hervorhebt, „in einem rasanten Tempo gefertigt.“

Die Erste in Europa

Im Dezember 2003 nahm die EM 2510 NT als erste ihrer Art in Europa beim Premiumkunden Fuchs & Sailer die Produktion auf. Seither läuft sie ohne jegliche Kinderkrankheiten stabil, leise und sehr, sehr ökonomisch, was den Energiehunger angeht. 1 kW im Standby und 5 kW unter Volllast, sind Werte, die in etwa einem Sechstel des Konsums einer hydraulischen Stanzmaschine gleicher Leistungsfähigkeit entsprechen. Allein wie die beiden Geschäftsführer zu diesem Leistungswunder kamen, klingt spannend: „Wir wurden von unserem Amada-Gebietsleiter Elmar Ebner über die neue Stanzmaschine informiert und waren sogleich interessiert. So erhielten wir eine Einladung zu Amada nach Japan, wo die erste EM stand. Die Leistungsdaten und natürlich das absolut leise und schnelle Stanzen der EM haben uns auf Anhieb überzeugt. Schnell war uns klar, dass wir die EM unbedingt für unsere Fertigung haben wollten, zumal wir unsere alte Vipros ersetzen wollten. Herr Amada persönlich hat mit uns den Kaufvertrag unterschrieben“.

Da die EM bis dahin noch nie unter echten Fertigungsbedingungen gearbeitet hatte, gingen Fuchs und Sailer ein gewisses Wagnis ein. Doch ihr Wagnis zahlte sich aus: »Das Einzige, was seit Produktionsstart der EM gemacht werden musste, war das Einspielen eines Updates der Steuerungssoftware.« Inzwischen arbeitet die EM seit gut zwei Jahren im Zweischichtbetrieb.

Störungsfreier Schichtarbeiter

Also gibt es von den roten Maschinen aus Japan nur Gutes zu berichten? „Was sollen wir Ihnen sagen, wir haben den Kundendienst einfach noch nicht in Anspruch nehmen müssen - bei keiner unserer Amada-Maschinen“, so die beiden Praktiker übereinstimmend.

Ein Grund für diese fabelhaften Maschinenlaufzeiten dürfte allerdings auch im Wartungsvertrag mit Amada liegen. Das Wartungskomplettpaket des Maschinenbauers deckt neben den Wartungsarbeiten auch die Ersatzteilversorgung gleich mit ab. Kein Wunder also, dass die Amada-Premiumkunden aus Innernzell auch schon ein wenig in die Zukunft mit Amada schauen: „Die nächsten Stanzen werden in jedem Fall aus der EM-Serie sein. Die Sparsamkeit dieser Maschinen ist enorm, sie sind schnell und konstant präzise. Den servoelektrischen Maschinen gehört bei uns die Zukunft“, zeigen sich die Geschäftsführer überzeugt. Und dass eine neue EM im nächsten Jahr genug Platz für das automatische Be- und Entladen erhält, garantiert der Bau der neuen Fertigungshalle. Dann wird das servoelektrische Wundermaschinchen auch die dritte Schicht leisten müssen - natürlich mannlos.

Mit Amada schweißen

Und noch eine weitere Amada-Neuheit haben sich die beiden Geschäftsführer schon reserviert, die patentierte Punktschweißmaschine „Myspot“. „Sie erlaubt ein ermüdungsfreies Arbeiten und die Führung der Bleche mit nur einer Hand, denn die Bleche können auf einem Tisch aufliegen. Damit ist es sehr einfach auch an sonst schwer zugänglichen Ecken sauber zu schweißen“, erläutert Wilhelm Sailer das Schweißgerät. Damit halten die roten Maschinen nun auch Einzug in die Schweißerei des innovativen Lohnfertigers.

Zukunft wagen

Der Unternehmenserfolg der Fuchs & Sailer GmbH aus Innernzell basiert sicher auf dem Mut, der beiden engagierten Geschäftsführer, sich an neuesten Fertigungstechnologien zu versuchen. Damit und mit ihren engagierten Mitarbeitern brauchen sie auch in Zukunft die nahe Grenze zu Tschechien nicht zu fürchten. Mit dem richti­gen Maschinenpark, der nötigen Flexibilität und hoher Qualität, kann man auch in Deutschland noch Geld verdienen. Übrigens, dass sich die beiden auch an äußerst komplizierte Blechbauteile wagen, wurde schon mehrfach prämiert. Zuletzt 2003 konnten Johann Fuchs und Wilhelm Sailer den ersten Preis des „Amada Award“ entgegennehmen.

Erschienen in Ausgabe: 02/2006