MSV 2016 in Brünn

Die internationale Maschinenbaumesse (MSV) findet vom 3. bis 7. Oktober in Brünn statt. Die Bundesländer Bayern und Hessen fördern mit ihren Gemeinschaftsbeteiligungen kleine und mittelständische Maschinenbauunternehmen bei ihrem Markteintritt in Tschechien. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind mit einem gemeinsamen Stand vertreten. Die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK) ist offizieller Vertreter der Messegesellschaft Brünn in Deutschland.

29. März 2016

Die Unternehmen Continental und Bosch verzeichneten ein deutliches Umsatzplus. Škoda plant in den kommenden drei Jahren Investitionen von rund 260 Millionen Euro. Zentraler Abnehmer für Ausrüstungsgüter bleibt der tschechische Maschinenbau selbst. Zudem steigert der Staat durch den Straßen- und Schienennetzausbau den Bedarf an Bau- und Baustoffmaschinen.

Maschinen, Kraftwagen und Kraftwagenteilen

Den vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge betrug Deutschlands Außenhandel mit Tschechien 2015 mehr als 75,8 Milliarden Euro. Der Handel mit Maschinen, Kraftwagen und Kraftwagenteilen summierte sich auf über 24,6 Milliarden Euro. Die deutsche Ausfuhr von Maschinen lag knapp 21 Prozent höher als die Einfuhr aus Tschechien. Bei Kraftwagen und Kraftwagenteilen war die Einfuhr aus Tschechien hingegen fast doppelt so hoch wie die deutsche Ausfuhr.

Die Bundesländer Bayern, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die mit Gemeinschaftsbeteiligungen an der MSV 2016 teilnehmen, repräsentierten fast 40 Prozent des gesamten deutschen Außenhandels mit Tschechien. Bayern hatte von allen Bundesländern das größte Außenhandelsvolumen mit dem Nachbarland. Das Volumen belief sich auf etwa 17 Milliarden Euro, allein 28 Prozent entfielen auf Maschinen, Kraftwagen und Kraftwagenteile.

Die Außenhandelsvolumina Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens mit Tschechien beliefen sich zusammen auf knapp 8,5 Milliarden Euro – Maschinen, Kraftwagen und Kraftwagenteile machten davon rund 43 Prozent aus. Allein Sachsen führte 2015 tschechische Kraftwagen und Kraftwagenteile in Höhe von drei Milliarden Euro ein. Auch 2015 war Tschechien nach China der zweitwichtigste Handelspartner des Bundeslandes.

Beim Import in den Freistaat stand der östliche Nachbar sogar auf dem ersten Platz, erklärte Lars Fiedler, Geschäftsführer für Standortpolitik und Kommunikation von der IHK Dresden, und ergänzt: „Mehr als die Hälfte der Importsumme entfällt auf den Fahrzeugbau.“

Hessens Außenhandel mit Tschechien betrug etwa 4,1 Milliarden Euro. Der Anteil des Außenhandels mit Maschinen, Kraftwagen und Kraftwagenteilen lag bei mehr als 33 Prozent. Das Einfuhrvolumen aus Tschechien war mehr als viermal höher als das hessische Ausfuhrvolumen.

Tschechien und die deutschen Autobauer

Die deutsche Automobilindustrie ist mit Tschechien stark vernetzt: Es gibt kaum einen deutschen Autobauer, der nicht Teile und Komponenten aus Tschechien bezieht. Viele „Original Equipment Manufacturer“ haben Produktionsstätten in Tschechien. Beispielsweise stellt das Unternehmen Brose in ihrem Werk bei Ostrava Hightech-Autositze für fast alle deutschen Premium-Marken her.

Starke MSV 2016 erwartet

Für 2016 wird eine starke Auflage der MSV Brünn erwartet. Zeitgleich finden einige Spezialmessen statt: ITM (Metallbearbeitung), Welding (Schweißtechnik) und Profintech (Oberflächentechnik). Deutsche Unternehmen stellen traditionell die größte Gruppe der ausländischen Aussteller auf der MSV dar. 2015 waren mehr als 270 Unternehmen aus Deutschland in Brünn.