Montagefehler vermeiden

Die frühzeitige Vorbeugung von Komponentenschäden beginnt bei der Installation der Servokupplung. Das richtige Bauteil falsch einzubauen, ist ein offensichtlicher Fehler, der den meisten Kupplungsherstellern bekannt ist. Mike Parzych, Produktmanager bei GAM, gibt einen Einblick in die drei am häufigsten vorkommenden Installationsfehler.

19. Mai 2016

„Der häufigste Fehler bei der Installation ist, dass Kunden die Klemmschrauben nicht mit den empfohlenen Anzugswerten spannen. Statt einen Drehmomentschlüssel zu benutzen, werden die Anzugsmomente geschätzt. In manchen Fällen werden die Schrauben nicht fest genug angezogen und die Kupplung rutscht durch. Am anderen Ende des Spektrums werden sie zu fest angezogen, was die Schraube oder sogar die Nabe schädigen kann.“

Reinigen

„Ein anderer häufiger Fehler den wir sehen ist, dass Kunden die Achse oder Bohrung nicht ausreichend reinigen und von Öl befreien, um vorzeitiges rutschen der Welle-Nabe-Verbindung zu verhindern.“

Nichts erzwingen

„Ein weiterer verbreiteter  Fehler ist, dass Kunden aufgrund schwieriger Installationsbedingungen oder minimaler Achse-Nabe Toleranzen, Kupplungen mit Gewalt auf die Achse zwingen. Das staucht den Metallbalg und kann ihm schaden. Um dieses Szenario zu berücksichtigen sind fast sämtliche Jakob-Kupplungstypen mit dem Easy-clamp-System ausgestattet, das eine Weitung der Nabe zulässt und so eine einfache Installation ohne Schäden an Kupplung oder Achse gewährleistet.

Aus den Augen, aus dem Sinn

„Einer der schwerwiegendsten Installationsfehler, die ich je gesehen habe, trat in einer Anwendung auf, in der man die parallele Achsverschiebung mit bloßem Auge sehen konnte. Normalerweise benötigt man eine Präzisionslehre, um übliche Versätze von 0,3 Millimeter zu messen. Sieht man den Versatz sofort, ist die Diagnose klar.“

Auf die Frage, was bei sehr hohen Belastungen der Kupplungen zu beachten ist, antwortet Parzych: „Wenn hohe Belastungen in einem Antriebssystem erwartet werden, müssen einige Dinge beachtet werden. Der finanzielle Aufwand ist meist etwas höher, das Risiko eines umfangreichen physikalischen Folgeschadens steigt, ebenso die Kosten des Komponentenschadens. Da Sicherheit bei allen Ingenieuren von besonderer Bedeutung ist, sind höhere Belastungen frühzeitig zu berücksichtigen.“

Im ersten Schritt muss sichergestellt werden, dass das Nenndrehmoment der Kupplung höher ist als der Spitzenwert der Anwendung. „Obwohl viele Kupplungen Sicherheitsmechanismen aufweisen, bietet diese Methodik dem Konstrukteur die Sicherheit, dass die Kupplung gute Arbeit leisten wird. Es ist sinnvoll, möglichst umfangreiche Informationen und alle notwendigen Details und technischen Parameter zur Auswahl der geeigneten Servokupplung bereitzustellen“, so Parzych.

Oftmals werden die Kupplungshersteller nur mit begrenzten Informationen zur Anwendung versorgt, die bei der Auslegung eher konservativ vorgehen - besonders bei Anwendungen mit hohen Belastungen. „Klare Spezifikationen helfen, den am besten geeigneten, optimalen Kupplungstyp zu finden, anstelle der, die gerade so ausreicht“, schließt der Produktmanager.