Modul gegen Rückfederung

Technik

für die Effektive Konstruktion von Umform- und Folgeverbundwerkzeugen: Mecadat präsentiert in der neuen Version 19 der CAD/CAM-Lösung ›Visi‹ ein Modul zur automatischen Kompensation der Rückfederung.

21. Mai 2012
Für die Kompensation der Rückfederung stehen verschiedene Lösungsansätze zur Verfügung. Bildquelle: Mecadat
Bild 1: Modul gegen Rückfederung (Für die Kompensation der Rückfederung stehen verschiedene Lösungsansätze zur Verfügung. Bildquelle: Mecadat)

Zur effektiven geometrischen Änderung der Bauteilgeometrie gibt es in ›Visi‹ bereits seit der Version 18 das sogenannte ›Advanced Modelling‹. Aufbauend auf dieser Technik wurde nun in der Version 19 das Modul zur automatischen Kompensation der Rückfederung entwickelt. Mit dieser Option unterstützt Visi den Konstrukteur bei der Erstellung entsprechend korrigierter Modelle. Denn die Kompensation des Rückfederungsverhaltens von Blechbauteilen, insbesondere hochfester Materialien, stellt eine wichtige Aufgabe während der Werkzeugkonstruktion dar. Die Artikel können natürlich über die zahlreichen Schnittstellen direkt importiert werden«, stellt Ralph Schmitt, Geschäftsführer von Mecadat, Langenbach, fest.

Drei Lösungsansätze

Für die Kompensation der Rückfederung stehen drei Lösungsansätze zur Verfügung:

1. Mit der Funktion Rückfederung durch Schnitte kann der Anwender einfach entsprechende Erfahrungswerte über virtuelle Schnitte am Bauteil anbringen und so das Blechteil korrigieren sowie entsprechend überbiegen. Nach Angabe der Materialdaten aus einer frei definierbaren Materialdatenbank wird der Kompensationswert über einen Winkel oder alternativ prozentual angegeben. Die Routine legt dann automatisch Schnitte entlang der Biegelinie. Die Schnittanzahl kann beliebig variiert werden.

Falls die definierten Schnitte ungünstig liegen, kann der Anwender diese einfach editieren – zum Beispiel löschen oder dynamisch verschieben. Wenn alle Bereiche definiert sind, errechnet Visi über die Algorithmen des Advanced Modelling das neue, kompensierte Modell.

2. Die Korrektur des Blechbauteils anhand von Daten einer Messmaschine stellt die zweite Methode dar. Die Koordinatenmessmaschine vermisst das nach der ersten Umformung erzeugte Bauteil. Diese Koordinaten sind nun die Grundlage für die Korrektur am Modell. Hierbei können Dateiformate von allen gängigen Messmaschinen über eine Konfiguration angepasst und gelesen werden. Das gesamte Modell oder auch nur Teilbereiche können korrigiert werden. Die eingelesenen Messpunkte werden virtuell gesehen über die Originalgeometrie gespiegelt; die neu entstehenden Kompensationspunkte verformen das entsprechende Blechbauteil in die neue, kompensierte Form. Über Filter können die Messpunkte innerhalb einer Toleranz auch geglättet und reduziert werden.

3. Die dritte Methode ist die Kompensation eines Umformteils basierend auf einer Rückfederungsberechnung einer externen Ziehsimulationssoftware wie der ›Forming Suite‹ von FTI. Die Simulationssoftware berechnet das Rückfederungsmodell und liefert ein entsprechendes FE-Netz, das in Visi eingelesen wird. Zusätzlich wird auch das FE-Netz des Originalmodells eingelesen. Alternativ können die Rückfederungsergebnisse aus der FE-Berechnung auch als Nastran-Datei an Visi übergeben werden. Hier optimieren ebenfalls entsprechende Glättungsfaktoren die Erstellung des neuen Modells. Zudem kann eine stärkere Überkompensierung am Modell über Prozentwerte noch zusätzlich durchgeführt werden.

»Durch diese effektiven Kompensationsmethoden können Modelle im Vergleich zu herkömmlichen CAD-Techniken extrem schnell geändert werden. Außerdem wird dadurch auch die Anzahl der Korrekturschleifen in der Regel erheblich reduziert. Somit ergänzt das Modul Rückfederung optimal die leistungsstarken Visi-Funktionen für die Konstruktion von Umform- und Folgeverbundwerkzeugen«, ergänzt Ralph Schmitt.

Erschienen in Ausgabe: 04/2012