Modernisierung steigert Ausbringung

22. März 2006

Für die Modernisierung seiner kompletten Bandanlage, der Zuschnittstation und der Transferanlage beauftragte ein blechverarbeitender Betrieb die Automatic-Systeme Dreher GmbH. An der vorhandenen Abwickelhaspel wurde die Elektroinstallation, das Hydraulik­aggregat, die Hydraulikleitungen und Antriebstechnik erneuert. Zusätzlich wurde die Haspel mit einer hydraulisch angetriebenen Andrückrolle und eine NC Verfahr­einrichtung ausgestattet. Die Richtmaschine mit Band­einführung, Schopfschere und Überbrückung der Bandschlaufengrube wurde komplett erneuert. Mit der neuen Richtmaschine kann Bandmaterial bis zu einer Bandbreite von 1.400 mm und einer Banddicke bis 3,0 mm verarbeitet werden. Für eine einfache und schnelle Einführung des Bandmaterials ist die Richtmaschine oben mit einer halbautomatischen Bandeinführung ausgestattet. Die Schlaufengrube wird beim Einfädeln mit einem hydraulisch schwenkbaren Rollenkorb an der Richtmaschine und dem Walzenvorschub überbrückt. Um die geplanten Qualitätsverbesserungen und Erhöhung der Ausbringung zu erreichen, wurde vor der Müller Weingarten-Presse eine neue Zuschnittstation aufgestellt. Diese kann über eine NC-Achse in Relation zum Werkzeug positioniert werden. Die Zuschnittstation besteht aus einer Bandführung mit Rücklaufsperre, einem elektronischen Walzenvorschub, einer Rest­bandtreibrolle, einer hydraulischen Platinenschere und einem Zuführband. Das Transfersystem nimmt die Platinen direkt vom Platinenheber ab. Die dreiachsige CNC Transferanlage ist direkt an die Presse angebaut. Manuelle Schienenkupplungen, Ablagen für die Mittelschienen, leicht austauschbare Greiferschienen und ein Schienenlift an der Wechselseite erleichtern den Werkzeugwechsel erheblich. Die Steuerung und Überwachung der gesamten Automatisierung erfolgt über ein Siemens „Sinumerik 840D“, die zentral die gesamten Abläufe koordiniert. Die Modernisierung der Anlage bedeutet für den Betreiber eine Verkürzung der Rüstzeit um 15 %. Die Ausbringung konnte durch die zusätzlichen Möglichkeiten der neuen Anlage um 25 bis 30 Prozent gesteigert werden. Die bei der Planung erwarteten Effekte wurden durch den Betreiber erreicht beziehungsweise noch übertroffen. Zur Bestätigung wurde nach circa sechs Monaten Betriebsdauer eine weitere Linie zur Modernisierung beauftragt.

Erschienen in Ausgabe: 03/2006