Modernisierung einer Beizanlage mit Tandem-Walzwerk

Technik/Retrofit

Für eine Werkserweiterung hat Arcelor Mittal Vega das Unternehmen Fagor Arrasate zu seinem Lieferanten erwählt. Erteilt wurde ein Auftrag zur Modernisierung der Beizanlage mit Tandem-Walzwerk (CPLTM).

16. April 2015

Der neue Beizbehälter soll an einer der Hauptbeizen im Werk São Francisco do Sul (Brasilien) die Kapazitäten zu erhöhen. Der vierte Beizbehälter und die vorgeschalteten Waschanlage ermöglichen es, die Prozessgeschwindigkeit auf 200 m/min zu steigern, was folglich auch die Anlagenkapazitäten erhöht. Künftig können 200000 t Stahl pro Jahr mehr produziert werden. Die Anlage kann künftig Bänder bis 5,5 mm verarbeiten und Bandbreiten zwischen 750 und 1875 mm. Die Modernisierungsmaßnahme umfasste:

- Vorgeschaltete Waschanlage: Sie besteht aus 30 bis 40 mm dicken Polypropylen-Platten. Hier werden durch das Reinigen der Bandoberfläche entfernte Oxidpartikel abgewaschen. Die Anlage wird eingesetzt, wenn die Beizanlage im Umkehrbetrieb läuft, und gewährleistet, dass keine Säure in den Einlaufbereich der Anlage gelangt.

- Vierter Beizbehälter: In einem 18 m langen Beizbehälter aus 30 bis 40 mm dicken PP-Platten wird Oxid von der Bandoberfläche entfernt. Abdeckelemente verringern den Wärmeverlust. Zwischen den einzelnen Beizbehältern sind Abquetschwalzen angebracht, damit Säure nicht von einem Behälter in den nächsten gelangt.

- Trockner: Ein Ventilator bläst mit Hilfe von Luft die Bandoberfläche trocken.

- Säure-Umwälzsystem: Ein Turbo-Wirbelbad für Beizbehälter Nummer ›Null‹ bereitet die eingesetzte Säure aus den Beizbehältern wieder auf. Diese Einheit besteht aus drei Pumpen für den Betrieb, einer Reservepumpe, drei Wärmetauschern und einem Umwälztank.

- Umbau der bestehenden Plattform: Eine Plattform mit Aufgängen und Geländer ermöglicht den beidseitigen Zugang zu den Beizbehältern. Durch die neue Plattform besteht die Möglichkeit, eine Kabine für den Umbau der Walzen im Bereich der Waschanlage anzubringen.

Die Erweiterungsmaßnahme wurde in drei Phasen durchgeführt. Dabei wurden die für Wartungszwecke eingeplanten Anlagenstillstandszeiten genutzt, um die Produktion nicht einzuschränken:

- Phase 1: Der zeitliche Rahmen dieser Phase belief sich auf acht Tage im Dezember 2014. In dieser Zeit wurde die vorgeschaltete Waschanlage eingebaut. Auch die Walzen wurden angebracht und die nötige Zusatzausrüstung für einwandfreien Bandlauf.

- Phase 2: Während der produktionsfreien Zeiten im Dezember 2014 und März 2015 wurde die restliche Ausrüstung eingebaut.

- Phase 3: Für die Inbetriebnahme und Schulung der Mitarbeiter waren vier Tage im März 2015 vorgesehen. Ab April 2015 stand die modifizierte Anlage voll zur Verfügung.

Erschienen in Ausgabe: 03/2015