Mittendrin statt Nur …

Karriere

»Bei Planscheiben von 5 m steht auch der Fachmann staunend davor.« »Bei Fachleuten ist bekannt, dass Seile nur Zugkräfte übertragen können.« »Bei der Herstellung eines Gewindes werden 4 s benötigt.« »Die Betriebssicherheit bei den neuen Abkantpresse ...« »1968 trat er beim TSV XYZ aus.« – bei, bei, bei …

16. Februar 2010

Zitate aus Pressemeldungen, geschrieben von Profis, oder zumindest von Leuten, die für solchen Mist auch noch bezahlt werden wollen.

Gibt es denn keine anderen Präpositionen mehr: in, aus, für, zu und so weiter? Muss es denn immer »bei« sein? Und schlimmer noch: Muss man denn ein »bei« selbst da hineinquälen, wo überhaupt keine Präposition nötig wäre? Also: »Vor Planscheiben steht … staunend«, »Fachleuten ist ...«, »Die Betriebssicherheit der ...«. Und werden nicht für die Herstellung Zeit, tritt man nicht aus einem Verein aus, nachdem man irgendwann in ihn eingetreten war?

»Bei« heißt »in der Nähe von«. Das Wörtchen kann fast immer weggelassen oder durch bessere, weil treffendere Präpositionen ersetzt werden – und »dabei« ist fast immer überflüssig.

Bye-bye

Benedict Clugsch

Erschienen in Ausgabe: 01/2010