„…mit vielen Besuchern als Käufer…“

Acht Fragen an Messemacher Paul E. Schall und die Blechexpo-Organisatorin Monika Frank zur Blechexpo in Sinsheim, die vom 1. bis 4. Juni 2005 ihre Tore öffnet. Hier erfahren Sie, was diese Branchenmesse so erfolgreich macht.

07. Juli 2005
Messemacher Paul E.Schall zeigt mit seinerblechExpo, daß er weiß, wie die Branche tickt.
Bild 1: „…mit vielen Besuchern als Käufer…“ (Messemacher Paul E.Schall zeigt mit seinerblechExpo, daß er weiß, wie die Branche tickt.)

br :Frau Frank, Sie als Blech-Expo-Organisatorin haben ja einen tiefen Einblick in das Messezahlenwerk. Wie erklären Sie sich den „drohenden“ Erfolg?

Monika Frank: Wir treten als Dienstleister mit einer sehr hohen Zielgruppenorientierung auf. Der Messestand - ort befindet sich mitten im Markt. Außerdem identifiziert sich das gesamte Organisationsteam mit der BlechExpo und arbeitet zielorientiert auf die Veranstaltung hin.

Herr Schall, Ihr Kalkül ist aufgegangen; Cecimo hat den Weg zur EMO für Blechexpo-Teilnehmer wohl endgültig von allen Steinen freigeräumt. Mit Blick auf die Fabform im Dezember in Nürnberg, ist da die Freude etwas getrübt?

Paul Eberhard Schall: Diese Frage ist unbedeutend. Die BlechExpo ist sehr gut im Markt etabliert, alle Marktführer sind auf der BlechExpo. Somit hat sich die Branche schon für eine Schall-Messe entschieden.

Die Förderung und Akzeptanz seitens führender Maschinenbauer adelt die Blechexpo. Die Unternehmen selbst locken immer mehr Fachbesucher nach Sinsheim. Nun entsteht in Stuttgart am Flughafen mit bester Infrastruktur die neue Messe. Könnten Sie sich vorstellen, daß die Blechexpo 2009 dort stattfindet, um so noch mehr internationale Gäste zu gewinnen?

Schall: Der kleine, aber feine Messestandort Sinsheim hat sich bei Fachmessen und Publikumsveranstaltungen bestens bewährt. Die Erreichbarkeit - sei es mit dem Auto, mit der Bahn und mit dem Flugzeug - ist gut, und zur BlechExpo beherbergt das neue Messehotel die ersten Aussteller und Besucher. Ich werde, was den Neubau der Messe in Stuttgart angeht, entspannt abwarten und aufgrund der weiteren Entwicklungen meine Entscheidungen treffen.

Herr Schall, Sie haben im bbr-Interview (Ausgabe 1/2 2004) eine Entwicklung, weg von den Großmessen hin zu den Spezialmessen mit der Darstellung kompletter Prozeßketten, vorausgesagt. Hat sich dieser Trend bestätigt?

Schall: Wir haben vor Jahren auf der Druck+Form mit der „Print Factory“ bereits begonnen, Prozeßabläufe darzustellen - eine Art und Weise, kompakt die Informationen, die der Fachbesucher benötigt. Wenn die jeweilige Fachbesucherzielgruppe diese Entwicklungen fordert, sollten wir es umsetzen. Schon auch unter der Prämisse, daß ein Messebesucher kaum noch Zeit und Ressourcen hat, länger als einen Tag für seinen Messebesuch erübrigen zu können.

Mal Hand aufs Herz, Herr Schall: Was ist den Umformern und Blechbe- und -verarbeitern lieber, die virtuelle Halle 7 oder die reale BlechExpo in den anderen sechs Hallen?

Schall: Die Branche setzt auf die BlechExpo. Und die Zahlen sind rekordverdächtig. 670 Aussteller aus 21 Ländern präsentieren sich in sechs nahezu komplett belegten Messehallen. 16 Prozent mehr Aussteller als im Vorjahr, 26 Prozent mehr Netto-Ausstellungsfläche sprechen für die BlechExpo.

Nichts ist so gut, daß man es nicht noch besser machen könnte, was sicher auch für die Blechexpo gilt. Was fällt Ihnen da spontan ein? - Schall/Frank: Wir sind Veranstalter einer sehr erfolgreichen Messe, deren Bedeutung von Jahr zu Jahr steigt und deren Internationalisierung unbeirrt voranschreitet. Wir haben als dienstleistungsorientierter Messeveranstalter unsere Ziele dann erreicht, wenn die Aussteller mit dem Verlauf und mit den Ergebnissen der Messe zufrieden sind. Dies ist ein ständiger Kommunikationsprozeß mit Forderungen und Anforderungen von beiden Seiten.

Herr Schall, die Stamping-Days Pforzheim haben vor zwei Jahren einen fulminanten Start hingelegt und platzen bereits in diesem Jahr aus allen Nähten. Wäre diese Messe der Stanzer nicht das ideale „Add on“ für die BlechExpo, zumal die Stanzer in Sinsheim ihre Maschinen gleich mitbringen könnten? - Schall: So direkt gefragt, möchte ich antworten, dass eine Integration in die Blech-Expo vorstellbar ist. Beim genaueren Betrachten würden sich jedoch einige Fragezeichen stellen, die diskussionswürdig sind, und es würde sich herausstellen, daß die Aufteilung der Fachmessen, so wie sie sich momentan darstellt, sinnvoll ist - sowohl für die Aussteller als auch für die Besucher.

Ein Ufo landet in Sinsheim. Ein silberglänzendes Männlein steigt aus und stellt Ihnen einen „Blechexpo“-Wunsch frei. Was wünschen Sie sich für Ihre Messe?

Schall/Frank: Eine amüsante Vorstellung. Wir wünschen uns vor allem für unsere Aussteller eine sehr erfolgreiche Messe mit vielen Besuchern als Käufer…

Die Fragen stellte Erik Schäfer

Erschienen in Ausgabe: 05/2005