Mit Synchronquick in neue Dimensionen

Hydraulische Pressen und Pressenstrassen erfreuen sich wegen Ihrer Flexibilität, besonders bei mittleren und hohen Ziehtiefen, wachsender Beliebtheit - auch im Land der klassischen mechanischen Pressen, den USA.

22. März 2006

Obwohl die hydraulischen Pressen flexibler als mechanische Pressen sind, sind sie auch langsamer, was unter anderem an den mangelnden Möglichkeiten zur Synchronisation von Presse und Automationssystem liegt. Bei mechanischen Pressen können diese untereinander und in Rela­tion zum Automationssystem wegen der gleichmäßigen Kurvenscheibengeschwindigkeit einfach synchronisiert werden. Konsequent ausgeführt wird dies zu Transfer-Crossbar-Systemen führen, wobei als Verkettungssysteme auch 2-Achs-Linear-Feeder oder Industrieroboter verwendet werden können. Bei hydraulischen Pressen und Pressenstraßen sind jedoch die Verhältnisse signifikant anders. Eine hydraulische Presse bewegt sich nicht mit gleich bleibender Kurvenscheibengeschwindigkeit. Die Abfolge der Stößelbewegung ergibt sich aus Umschalt- und Entlastungszeiten im oberen und unteren Totpunkt sowie den Parametern Eilganggeschwindigkeit, Arbeitsgeschwindigkeit, Kraftverlauf und Arbeitshub. Nicht zuletzt kann der Öffnungshub innerhalb der geometrischen Grenzen ­variiert werden. Somit stellt sich die Synchronisation von hydraulischen Pressen in einer Pressenstraße vor allem mit den zugehörigen Automationssystemen als äußerst komplexes Problem dar. Eine Steigerung der Produktivität ist jedoch nur durch Steigerung von Antriebsleistungen oder durch intelligente Synchronisation von Pressen und Automationssystemen zu erreichen. ASA GmbH hat sich dabei für den Weg der intelligenten Lösung entschieden.

Automation von mehreren Pressen mit Transfersystemen

Die Synchronquick-Technologie der ASA GmbH wurde in 2003 für einzelne hydraulische Transferpressen entwickelt. Jedoch gibt es im Markt viele Anwendungsfälle, in denen einzelne Pressen durch Transfersysteme verbunden sind. Um auch hier die Vorteile dieser intelligenten Synchronisationstechnik zu nutzen, wurde das System modifiziert und weiterentwickelt. Heute ist es möglich auch mehrere Pressen mit einem elektronisch vollständig synchronisierten Transfersystem zu verbinden. Die Ergebnisse sprechen für sich: Durch Einsatz der Synchronquick-Technologie kann eine Produktivitätssteigerung von 15 bis 30 % verzeichnet werden, ohne die Antriebstechnik von Pressen oder Transfer zu verändern.

Automation von mehreren Pressen mit Feedern

Während eine Transferverkettung von einzelnen Pressen extrem starr ist, bietet die Automation mit Feedern einen weiteren Flexibilisierungsgrad. Hierzu können klassische 2-Achs-Linear-Feeder oder Teleskopfeeder verwendet werden, wobei zusätzliche Orientierstationen im Pressenzwischenraum möglich sind. Neue Entwicklungen haben die Orientierfunktionen in den Feeder oder den Greifer integriert. Allen Systemen gemeinsam ist jedoch, dass zur Steigerung der Produktivität die Teilwechselzeit in der Presse möglichst klein sein soll. Hierzu bedarf es der Synchronisation der Automatisierungssysteme mit der jeweiligen Presse sowie untereinander, was auch mit erweiterter Synchronquick-Technologie darstellbar ist. Durch intelligente Zuordnung der Bahnkurvengeschwindigkeit zum jeweiligen Führungssystem als auch entsprechender Anpassung von Schaltzeiten kann die elektronische Echtzeitsynchronisation von hydraulischen Pressen und Automationssystemen in einer Pressenstraße dargestellt werden.Nur durch diese Echtzeitsynchronisation lässt sich eine Produktivitätssteigerung von 10 bis 15 % erreichen.

Automation von mehreren Pressen mit Robotern

Die flexibelste und günstigste Art, hydraulische Pressen zu automatisieren, bieten Industrieroboter. Orientierstationen entfallen, und selbst Aufstellungen von Pressen, die nicht in einer Linie erfolgen, lassen sich einfach realisieren. Solche Aufstellungen sind oft aus logistischen Randbedingungen geboren. Wiederum ist die Synchronisation von Automationssystem und Presse - unabhängig von deren Aufstellung - von entscheidender Bedeutung, wenn es um die Steigerung von Produktivität geht. Hierbei bieten Industrieroboter die Schwierigkeit einer eigenen Steuerung. Synchronisationssysteme zu mechanischen Pressen sind zwar von verschiedenen Roboterherstellern verfügbar, die Eigenarten von hydraulischen Pressen bleiben jedoch unberücksichtigt.

Gelungene Synchronisation

Durch die Verwendung von Synchronquick-Technologie und den LineTracking-Funktionen von Robotern ist es gelungen, auch Industrieroboter zu hydraulischen Pressen zu synchronisieren und somit einen erheblichen Beitrag zu Produktivitätssteigerungen zu leisten. Festzuhalten bleibt, dass es verschiedene Technologien gibt, hydraulische Pressenstraßen hinsichtlich der Automation zu gestalten. Bei allen heute verfügbaren Systemen können mit der von ASA GmbH entwickelten Synchronquick-Technologie signifikante Produktivitätssteigerungen erreicht werden. Die Bauteilherstellung mit der Synchronquick-Technologie kann somit in neuen Dimensionen erfolgen.

Erschienen in Ausgabe: 03/2006