Mit selbst geschweißtem Fahrzeug durch Alaska

Zwei Brüder schmiedeten den Plan, mit einem selbst konstruierten und zusammengeschweißten, pedalbetriebenen Amphibienfahrzeug quer durch Alaska zu fahren. EWM unterstützte die beiden.

15. Oktober 2019

Wenn die Brüder Paul und Hansen Hoepner aufbrechen, um die Welt zu sehen, dann ist das keine gewöhnliche Reise. 2012 sind die beiden mit dem Fahrrad von Berlin nach Schanghai gefahren: 13.600 Kilometer und acht Länder in sieben Monaten. Sie durchquerten die Taklamakan-Wüste und radelten im Himalaya in bis zu 5.250 Metern Höhe.

Auf ihrer zweiten Reise 2015 versuchten sie, die Welt in 80 Tagen ohne Geld zu umrunden. Sie verließen das Haus ohne einen Cent in der Tasche, ohne vorherige Kontakte, Social Media oder Couchsurfen zu nutzen. Mit der Unterstützung von 1.000 Menschen weltweit haben die Hoepners es in 104 Tagen durch 18 Länder geschafft.

Und nun also das dritte Abenteuer: 4.000 Kilometer durch Alaska mit einem selbst gebauten, pedalbetriebenen Amphibienfahrzeug namens ›Urmel‹. Das Fahrzeug ist so konstruiert, dass die Brüder abseits von Straßen durch sehr unwegsames Gelände fahren können. Es kann schwimmen, rollen und laufen. Klingt abenteuerlich? Das ist es auch!

Wie EWM Teil des Abenteuers wurde

Um ein Abenteuer dieser Dimension zu meistern, benötigten die beiden Abenteurer Unterstützer und Sponsoren. Den Hoepners war bei den ersten Konstruktionsplänen für das Fahrzeug schnell klar geworden, dass dafür ein professionelles Schweißgerät notwendig sein würde. »Als wir uns nach einem Sponsor im Bereich Schweißtechnik umgesehen haben, kamen eigentlich nur EWM und ein Mitbewerber des Unternehmens in Frage«, erinnert sich Paul Hoepner.

Weil EWM die bessere Onlinedokumentation hat, in den sozialen Medien sehr präsent ist und weil die Brüder meinten, dass das Unternehmen in der Lage sei, sie als Anfänger an die komplexe Materie des Schweißens heranzuführen, entschieden sie sich für EWM als Partner für ihr Projekt. »Wir hatten sofort das Gefühl, nicht nur ein professionelles Gerät zu bekommen, sondern auch auf geballtes Know-how zurückgreifen zu können. Denn von EWM kam zusätzlich das Angebot, dass wir zum Gerät eine zweitägige Schulung erhalten. Das hat uns letztlich überzeugt«, sagt Hoepner.

EWM stellte den Zwillingen das WIG-Schweißgerät ›Tetrix 351 AC/DC Comfort 2.0 puls‹ zur Verfügung. Damit können die beiden bis zu einer Stromstärke von 350 Ampere schweißen und sind somit in der Lage, auch dicke Aluminiumbuteile zu verbinden – ideal für ihre Anforderungen.

Schweißen lernen in zwei Tagen

Vor dem Start des Projekts hatten die Brüder ein wenig Erfahrung beim Schweißen von Stahl gesammelt. Ganz grob kannten sie sich also mit der Materie aus. »Aluminiumschweißen, wie wir es jetzt am Fahrzeug umsetzen, ist aber eine andere Hausnummer. Das ist nicht vergleichbar«, sagt Paul Hoepner. Daher sei es unbedingt notwendig gewesen, dass die beiden eine Schulung erhielten.

Die EWM-Außendienstmitarbeiter Adeline Lützenkirchen und Rene Conradi reisten deshalb nach Berlin, um den Brüdern an zwei Tagen die Features des Schweißgeräts zu erklären, und ihnen zu zeigen, worauf es beim Aluminiumschweißen grundsätzlich ankommt. Natürlich lernt niemand das Schweißen vollständig in nur zwei Tagen. Die Absprache der Hoepners mit EWM sah daher so aus, dass die EWM-Mitarbeiter ihnen schwerpunktmäßig jene Dinge beibringen, die sie beim Bau von Urmel unbedingt beherrschen müssen.

»Das hat perfekt funktioniert. Wir schweißen seitdem alles selbst. EWM hat aber jederzeit ein offenes Ohr für uns«, sagt Paul Hoepner.

Durch Ausprobieren entsteht Urmel

Die Tage nach der Schulung experimentierten die Brüder viel mit dem Gerät herum. Bevor sie am Fahrzeug schweißten, wurde an ähnlichen Bauteilen getestet. Nach den zwei Schulungstagen hatten die Zwillinge das Gefühl, dass sie sich ans Schweißen heranwagen können. »Wenn man den Kern der Sache verstanden hat und beispielsweise eine gute von einer schlechten Schweißnaht unterscheiden kann, dann traut man sich auch zu, so ein Gefährt zu bauen«, sagt Paul Hoepner.

Den beiden kam auch zugute, dass die Basisfunktionen des EWM-Geräts intuitiv bedienbar und auf dem Display logisch dargestellt sind. Die Hauptbedienelemente sind über Knöpfe direkt steuerbar, ohne dass sich die beiden in den Tiefen von Menüs verlieren.

Funktionen erleichtern das Schweißen

Neben einer Vielfalt verschiedener Einstellungsmöglichkeiten war für die beiden Abenteurer vor allem das Thema Leistung wichtig. Denn es gibt verschiedene Bauteile, bei denen sie zum einen Teile aus dickem Aluminium miteinander verschweißen müssen, aber auch dickes mit sehr dünnem Aluminium.

»Wir haben Konstruktionsarten, die sehr schwierig zu schweißen sind. Wenn wir dicke und dünne Aluminiumteile miteinander verbinden wollen, kann es vorkommen, dass das dünne Teil wegbrennt, bevor das dicke zu schmelzen beginnt«, erklärt Hoepner.

Damit solche Konstruktionen gelingen, hat das Schweißgerät verschiedene Funktionen wie das Pulsschweißen. Mit dieser Funktion ist es den Brüdern möglich, komplizierte Schweißnähte umzusetzen. »Eine weitere Anforderung war, dass wir ein Gerät brauchten, mit dem wir auch als Anfänger schweißen können. Durch die Puls-Funktionen haben wir mehr Kontrolle, weil der Schweißvorgang nicht so heiß abläuft und somit weniger die Gefahr des Verbrennens des Materials besteht«, erklärt Paul Hoepner.

Neue Konstruktionsmöglichkeiten

Das professionelle Schweißgerät ermöglichte es den Brüdern hin und wieder sogar, den eigentlichen Plan noch einmal zu überdenken. Es ergaben sich viele Konstruktionsmöglichkeiten, die erst durch das Schweißgerät möglich wurden. »Wir haben jetzt zum Beispiel viele Bauteile verschweißt, statt sie wie ursprünglich geplant zu vernieten. Das Gefährt wird dadurch leichter und stabiler«, berichtet Hoepner.

Grundsätzlich konstruieren die Zwillinge nach dem Prinzip »Doppelt hält besser«. Wenn dann mal ein kleiner Einschluss oder eine Pore in der Naht vorhanden ist, sollte sich das nicht negativ auf die Stabilität des Fahrzeugs auswirken.

Mit allen verschweißten Teilen führen sie Tests durch, um zu prüfen, ob die Verbindungen extremen Belastungen standhalten. Sie sind zuversichtlich, dass Urmel ihnen in Alaska nicht auseinanderbrechen wird.

Schweißen ist wie Meditation

»Für mich ist Schweißen wie Meditation«, sagt Hoepner. Der Coach von EWM lehrte die beiden bei der Schulung, dass es wichtig ist, beim Schweißen alles andere auszublenden. Tief Luft holen und nicht vergessen zu atmen. Schweißen habe etwas sehr Befriedigendes. Man verbindet zwei Stücke miteinander und das hält dann im Optimalfall für die Ewigkeit.

»Schweißen ist sicherlich etwas, das ich den Rest meines Lebens immer mal wieder machen möchte«, sagt Paul Hoepner und lacht.