Mit Nibblern gegen Tanks

Technik/Nibbeln

Egal, ob ein Tank 1.000 Liter oder 150.000 Liter Volumen hat, wenn er demontiert werden muss, erledigen Heimo Staudinger und seine Abbruchspezialisten diese Aufgabe schnell, sauber und sicher – unter anderem mit Trumpf-Nibblern.

17. Oktober 2017
Staudinger macht stets saubere Schnitte dank regelmäßig getauschter Werkzeuge. Bild: Staudinger
Bild 1: Mit Nibblern gegen Tanks (Staudinger macht stets saubere Schnitte dank regelmäßig getauschter Werkzeuge. Bild: Staudinger)

Gegründet wurde das in Baienfurt ansässige Tankschutzunternehmen Staudinger GmbH 1975 von Heinrich Staudinger. 1996 übernahm sein Sohn Heimo die Geschäftsführung. Heute beschäftigt er sechs Mitarbeiter, die neben dem Abbruch von Tankanlagen auch die Sanierung und den Neuaufbau übernehmen.

Die tägliche Arbeit ist nach wie vor keine leichte. Aber bevor Heimo Staudinger auf die Nibbler aufmerksam wurde, war der Job noch härter, schmutziger und deutlich ungesünder. Er erinnert sich: »Wir waren früher vor allem mit Schneidbrennern unterwegs. Nach einem Brandrisiko, wenn vorher Öl oder andere Brennstoffe in den Behältern gelagert waren, hat in den Achtzigerjahren niemand gefragt, und genauso wenig wurden die beim Arbeiten entstehenden Emissionen bedacht. Gesundheitsschädlich waren sie aber auch damals schon.«

Der gelernte Anlagenmechaniker für Sanitär,- Heizungs- und Klimatechnik wollte dem ein Ende setzen, so dass die Brenner nur mehr dann verwendet werden, wenn ausreichende Belüftung garantiert ist. Er machte sich also bereits kurz nach Übernahme der Geschäftsleitung vor über 20 Jahren intensiv auf die Suche nach Alternativen. Die häufig eingesetzten Winkelschleifer kommen für ihn nicht infrage, denn das extrem schnell drehende Werkzeug birgt mehrere Gefahren. »Einerseits ist der Funkenflug enorm«, erläutert Staudinger, »außerdem kann eine Scheibe brechen, wenn man die Maschine verkantet. Dann fliegen die Bruchstücke mit einer unglaublichen Geschwindigkeit umher.«

Dementsprechend war Heimo Staudinger froh, als ihn 1997 ein Kunde auf die Nibbler von Trumpf aufmerksam machte. Schon die ersten Tests zeigten ihm, dass die Werkzeuge schnell, sicher, zuverlässig und robust sind – Eigenschaften, die das Zerlegen von Tanks viel einfacher machen.

Die Wandstärke der Tanks liegt laut Heimo Staudinger meistens bei fünf Millimetern. Aufgrund der Schweißnähte werden aber oft Trennschnitte bis sieben Millimeter gefordert. Folglich fiel seine Entscheidung zugunsten der Trutool N 700. Bis heute hat er das nie bereut. Mit einem 1.600-W-Motor ausgestattet, nibbelt das Kraftpaket mühelos durch die geforderte Stahldicke. Häufig anzutreffende Schweißnähte, Abkantungen bis 90° und gedoppelte Bleche stellen ebenfalls kein Problem dar.

Der Arbeiter muss lediglich ein Startloch einbringen, schon nibbelt sich das Werkzeug mit 1,3 Metern pro Minute durch den Tank. Selbst größte Tankanlagen lassen sich auf diese Weise in kurzer Zeit demontieren. Beispiel: Im Spätherbst 2016 demontierte Heimo Staudinger mit zwei seiner Abbruchspezialisten drei beschichtete Stahltanks mit 75.000, 64.000 und 42.300 Litern Fassungsvermögen innerhalb von lediglich sechs Tagen.

Die Arbeiter gönnen sich und ihren Nibblern dabei kaum eine Pause, sondern lassen die Maschinen fast ohne Unterbrechung laufen. Wichtige Ausnahme: Wenn die Stempel an Schärfe verlieren, muss reagiert werden. Nur dann bleiben die Nibbler langfristig produktiv. Trumpf empfiehlt daher, Matrizen und Stempel immer rechtzeitig auszutauschen und die empfohlenen Wartungsarbeiten – wie Reinigen und Fetten – stets auszuführen. Für die Mitarbeiter von Heimo Staudinger ist das eine Selbstverständlichkeit. Nicht zuletzt deshalb hat das Unternehmen noch immer drei Trutool-Werkzeuge der ersten Stunde im Einsatz, die folglich knapp 20 Jahre alt sind. Auch davon ist der Staudinger begeistert: »Es ist schon unglaublich, was diese Werkzeuge aushalten.«

Die Trutool N 500 werden primär für Aufträge in Privathaushalten eingesetzt, denn dort herrschen häufig enge Platzverhältnisse. Genau dafür ist sie prädestiniert. Sie wiegt nur vier Kilogramm, hat aber einen 1.400-W-Motor und nibbelt dadurch problemlos durch fünf Millimeter dicken Stahl. Außerdem kann sie in alle vier Schneidrichtungen bewegt werden, was die Handhabung komfortabel macht. Die Abbruchspezialisten von Heimo Staudinger können deshalb das Werkzeug in der Horizontalen einfach zu sich ziehen. Ebenso hilfreich ist dies, wenn in der Vertikalen gearbeitet wird. Dann lässt sich nämlich die N 500 mit besonders geringem Kraftaufwand von oben nach unten führen.

Peter Klingauf

Fachjournalist aus Augsburg

Blechexpo Stand 6402

Erschienen in Ausgabe: 06/2017