Mit Flusswasser die Umwelt schonen

Die Deutschen Edelstahlwerke sparen zukünftig am Standort Siegen ein Drittel ihres Trinkwasserverbrauchs ein. Dafür investierte das Unternehmen in eine neue Aufbereitungsanlage, die Wasser aus dem nahe gelegenen Fluss Ferndorf filtert und somit als Betriebswasser einsetzbar macht.

02. Mai 2012

„Wir filtern das Flusswasser aufwendig, weil es ansonsten unsere Anlagen beschädigen würde“, berichtet Dr. Thomas Helsper, Leiter des Walzwerks in Siegen.

Im ersten Schritt reinigt ein Filter das Wasser von Eisen und Mangan, dann wird es von einer Vollentsalzungsanlage enthärtet. Von dort befördert eine Pumpe das Wasser in einen 25 Kubikmeter umfassenden Behälter, in dem die Wasserqualität kontinuierlich und automatisch kontrolliert wird.

Wasser im Stahlwerk

Anschließend setzen die Deutschen Edelstahlwerke das gereinigte Wasser in der Stahlherstellung und -verarbeitung ein, z. B. als Wasserdampf im Stahlwerk. „Mittels Dampf erzeugen wir ein Vakuum in der Vakuumbehandlungsanlage (VD/VOD-Anlage), in der wir den rostfreien Stahl nach der Erschmelzung im Elektrolichtbogenofen entgasen“, erklärt Dr. Helsper. Dadurch erhält der Stahl die gewünschten Eigenschaften, wie Härte, Zähigkeit oder einen bestimmten Reinheitsgrad.

Die Wasserqualität ist entscheidend

Vor rund zwei Jahre begann Walzwerk-Mitarbeiter Jens Eisbach sich damit zu beschäftigen, ob und wie der Trinkwasserverbrauch langfristig zu senken ist. Er zog verschiedene Möglichkeiten in Betracht: „Eine Variante wäre z.B. gewesen, Wasser aus den vorhandenen Tiefbrunnen auf unserem Gelände zu verwenden. Aufgrund des sehr kalkhaltigen Bodenwassers ließ sich diese Idee technisch jedoch nicht umsetzen.“ Und er fährt fort: „Eine Untersuchung des Betriebsforschungsinstituts VDEh (BFI) in Düsseldorf bescheinigte schließlich dem Fluss eine ausreichende Wasserqualität. Mit der neuen Wasseraufbereitungsanlage entfernen wir jetzt noch die restlichen Schadstoffe, die unsere Anlagen beschädigen könnten.“

Bei einem Wasserverbrauch von rund 100.000 Kubikmetern jährlich ist das eine lohnende und umweltbewusste Investition. Bereits seit dem 2. Januar 2012 ist die neue Anlage in Betrieb.