Mit 70 Hüben fest gepreßt

Zur Hydraulikpresse gehören Verfahrenstechnik, periphere Einheiten und Service

Ein deutscher Pressenhersteller bietet Hydraulikpressen mit hohen Hubzahlen und hochwertigen Zusatzeinrichtungen zusammen mit den technologischen Erfahrungen in einem Gesamtsystem für den Kunden an.

11. Dezember 2001
Dipl.-Betriebswirt Richard Lauffer, Geschäftsführender Gesellschafter der Maschinenfabrik Lauffer: Der Kunde bekommt von uns nicht mehr alleine die Maschine verkauft
Bild 1: Mit 70 Hüben fest gepreßt (Dipl.-Betriebswirt Richard Lauffer, Geschäftsführender Gesellschafter der Maschinenfabrik Lauffer: Der Kunde bekommt von uns nicht mehr alleine die Maschine verkauft)

Die ölhydraulische Presse DKZ 320 der Maschinenfabrik Lauffer GmbH & Co KG, Horb, eignet sich zum Stanzen, Prägen oder Tiefziehen. Bei einer Pressen-Nennkraft von 3.200 kN und einer Tischfläche von 1.600 x 1.300 mm ermöglicht sie Hubzahlen von bis zu 70 Hüben/min im Dauerlauf. Die Presse ist mit einer Achtfach- Führung des Stößels zur Aufnahme außermittiger Belastungen sowie einer Schnittschlag-Dämpfung für Stanzarbeiten ausgerüstet. Die Dämpfungselemente sind zwischen Tisch und Stößel angeordnet und die Einstellung der Blechdicke erfolgt über die Pressensteuerung. Für Zieharbeiten verfügt die Hydraulikpresse über zwei ölhydraulische Ziehkissen, mit Blechhaltekräften von 800 kN bei einem Hub von 200 mm. Zwei getrennt steuerbare Ziehkissen werden nicht nur bei zwei Einzelwerkzeugen in der Maschine eingesetzt, sondern auch bei unterschiedlichen Kräften in einem Ziehwerkzeug. Damit treten weder im Werkzeug, noch für das Ziehkissen exzentrische Belastungen auf, was den Werkzeugverschleiß erheblich vermindert.

SPS speichert 500 Werkzeugsätze

An der neuen Siemens-SPS-Steuerung S7 können über Farbgrafik-Bildschirm alle Pressen-Parameter eingegeben, abgelesen und gespeichert werden. Die Speicherkapazität liegt bei etwa 500 Werkzeugprogrammen. Dipl.-Ing. Hans Norbert Schwarz, Verkaufsleiter bei Lauffer betont: „Die Baureihe DKZ dieser Hydraulikpressen wird bei Lauffer mit Pressen-Kräften von 1.000 bis 20.000 kN gebaut.“ Betrachtet man die Entwicklung hydraulisch betriebener Pressen, dann ist die Presse selbst ein Trendsetter, denn Lauffer-Pressen fahren in Verbindung mit einem elektronisch geregelten Hydraulikantrieb und einer Entlastungshydraulik bis zu 75 Hübe/min. Diese Pressen finden vor allem Anwendung beim Stanzen von Werkstücken in der Klein- und Mittelserie. Durch Einbringen mehrerer Ziehkissen in den Tisch wird die exzentrische Belastung des Werkzeuges minimiert.

Kunde erhält Know-how plus System Dipl.-Betriebswirt Richard Lauffer, Geschäftsführender Gesellschafter der Maschinenfabrik Lauffer weiß: „Die Hydraulikpressen bestehen auch aus Komponenten, die weltweit von namhaften Herstellern von Hydraulik-, Elektronik- oder Mechanik-Baugruppen erhältlich sind. Der Kunde bekommt von uns nicht mehr alleine die Maschine verkauft. Auch die Verfahrenstechnik und die peripheren Einheiten gehören dazu, so daß schließlich dem Kunden eine schlüsselfertige Anlage zur Verfügung gestellt wird.“ Das umfaßt neben der Hydraulikpresse die Zuführung, den Weitertransport und die Teileentsorgung. Elektronik und Informatik, die heute in modernen Hydraulikpressen integriert sind, erhöhen die Verfügbarkeit ganz wesentlich. Hier spielt auch die Steuerung in Form einer SPS mit Visualisierungsmodul eine wichtige Rolle. Sie erlaubt die Datenaufbereitung und - verwaltung vorab am PC.

Damit können die wichtigsten Informationen sofort in die Steuerung geladen werden, und die Maschine steht dann dreischichtig zur Verfügung. Dabei kommt es entscheidend auf Elektronik und Informatik an, denn heute besteht die Möglichkeit, durch Maschinendatenerfassung die Standzeiten der Werkzeuge auch bei komplizierter Einsatzstrategie zu erfassen und voll auszunutzen. Außerdem kann man die Umformkräfte kontrollieren und jederzeit die Anzahl der bereits gefertigten Teile ermitteln.

Erschienen in Ausgabe: 09/1999