Mikrometer aus der Flamme

Keramische Schichten verbessern die Oberflächenqualität von Stahl

15. Mai 2008

Steigende Ansprüche an die Verschleiß- und Korrosionsfestigkeit metallischer Bauteile lassen immer häufiger den Ruf nach einer keramischen Beschichtung laut werden. Als besonders wirtschaftliches Auftragsverfahren empfiehlt sich dabei das Flammspritzen. Das Werkstoffzentrum Rheinbach stellt diese Technologie Anfang Juni auf der Surfacts 2008 in Karlsruhe vor. In vielen metallverarbeitenden Bereichen vertrauen Maschinenbauer und Komponenten-Zulieferer heute auf die Oberflächenveredelung durch keramische Schichten. Während sich beispielsweise Pumpen-, Getriebe- und Wälzlager-Hersteller die tribologischen Eigenschaften von Chromoxid zunutze machen; verwenden Turbinenbauer Zirconiumoxid als Wärmedämmung. In der Drucktechnik werden Farbtransferwalzen mit keramischen Oberflächen beschichtet und in der Gießereitechnik die hitzebeständigen Schmelztiegel. Wenn ein metallisches Werkstück die geforderten Kriterien an Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit oder auch elektrischer Isolation oder Wärmedämmung nicht erfüllt, lassen sich die gewünschten Leistungswerte meist durch Aufbringen einer keramischen Schicht erreichen. Als sehr wirtschaftliches Auftragsverfahren hat sich dabei das Flammspritzen etabliert. Das Werkstoffzentrum Rheinbach bietet diese Technologie als technische Dienstleistung an und veredelt damit routinemäßig metallische Bauteile. „Der große Vorteil des Flammspritzens liegt darin, dass sich die metallischen Komponenten ohne konstruktive Änderungen schnell und wirtschaftlich beschichten lassen“, erläutert Wolfgang Kollenberg, Geschäftsführer des Unternehmens. Das bedeutet, dass Konstrukteure und Entwickler den Aspekt der Beschichtung nicht zwangsweise von Beginn an berücksichtigen müssen, und dass bereits realisierte Serien- oder Ersatzteile sich auch nachträglich noch oberflächentechnisch optimieren lassen.